Teichgenossenschaft Oberpfalz eröffnet die Karpfensaison

Wo Oberpfälzer Karpfen draufsteht, ist auch Oberpfälzer Karpfen drin. Was der kulinarisch alles kann und wo er zum Beispiel herkommt, zeigten Vertreter aus dem Fischereiwesen bei der Eröffnung der Oberpfälzer Karpfensaison.

von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Lebensmittel aus der Region sind gefragter denn je. Für den Teichwirt Peter Süß aus Hohenirlach heißt regional, dass er das Gasthaus Holzwurm auf der anderen Straßenseite beliefert. "Zur Not auch mal sonntags, wenn der Fisch ausgeht", erzählt Peter Süß, bei der Eröffnung der Karpfensaison, zu der die Teichgenossenschaft Oberpfalz eingeladen hatte. Aus dem Weiher direkt auf den Teller, der etwa 500 Meter entfernt ist - regionaler geht es nicht. Süß bewirtschaftet insgesamt 80 Hektar, davon sind 10 der Teichwirtschaft gewidmet. Er kauft die Karpfen mit etwa einem Jahr von einem Teichwirt in Vilseck und versorgt sie dann, bis sie drei Jahre alt sind (K3). Gefüttert werden sie mit selbstangebauter Wintergerste.

Jährlich 6000 Tonnen Speisefisch aus Bayern

Mit etwa 1,5 Kilo Körpergewicht werden die Fische geschlachtet und das Fleisch, je nach Wunsch des Gasthauses, portioniert und verkauft, erklärte der Teichwirt einer Runde aus Mitgliedern der Teichgenossenschaft, Landtagsmitglied Alexander Flierl und Landrat Thomas Ebeling. Echte Oberpfälzer Karpfen hat Süß in seinen Gewässern. Nicht jeder Karpfen darf als solcher bezeichnet werden. Die Teichwirte müssen dafür strenge Qualitätsmerkmale erfüllen und sich regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Die Qualität und die hohe Nachfrage sprechen jedoch für sich. Die Oberpfalz produziert ein Drittel der 6000 Tonnen Speisekarpfen, die jährlich in Bayern produziert werden. Touristen kommen sogar extra für die Fischspezialitäten in die Region. Der Großteil der Oberpfälzer Karpfen wird auch von Oberpfälzern verspeist.

Konrad Bartmann, Geschäftsführer der Teichgenossenschaft Oberpfalz, hob die Vorzüge des Karpfens hervor. "Dass der Karpfen fett sei, stimmt nicht", betonte er. Ein Blick auf die Wertetabelle zeigt: 100 Gramm Karpfen enthalten 9 Gramm Rohfett. Die gleiche Menge Rindfleisch 19,6 Gramm und Schwein sogar 30 Gramm. Außerdem ist der Karpfen mit 17 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm sehr proteinreich. Die Nachfrage nach diesem Superfisch, ist sehr hoch. Auch die jüngere Generation findet immer mehr zum Karpfen, nicht nur, weil er sich mit einem gesunden Lebensstil vereinbaren lässt, sondern auch, weil er als der Fisch gilt, der am natürlichsten produziert wird.

Klima und Fressfeinde machen Fischern Probleme

Andere Einflüsse machen den Teichwirten zu schaffen. Durch die vergangenen beiden heißen Sommer und die Trockenheit, sei der Wasserstand in manchen Teichen bis zu 45 Zentimeter niedriger als normal, schildert der Teichwirt aus Tirschenreuth, Franz Kühn, die Lage in der nördlichen Oberpfalz. Auch Fressfeinde wie Kormorane, Biber, Reiher und Fischotter bereiten nach wie vor Probleme. Vor allem die jungen Karpfen fallen ihnen zum Opfer.

Karpfen ist wegen seines milden Geschmacks eine echte Delikatesse. "Ein Karpfenfilet kann man essen wie einen Leberkäs'", vergleicht Bartmann. Davon konnten sich alle beim anschließenden Büfett mit Karpfenspezialitäten des Gasthauses Holzwurm überzeugen.

Verschiedene Karpfenrezepte gibt es hier

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