Es begann damit, dass ein aufmerksamer Mitarbeiter eines Pannen-Services der Polizei mitteilte, auf der Raststätte Oberpfälzer Alb der A 6 bei einem ungarischen Kleintransporter mit Anhänger Tiergeräusche gehört zu haben. Beamte des Einsatzzuges der Amberger Polizeiinspektion kontrollierten gegen 22 Uhr das Gespann mit zwei Fahrern aus Ungarn, die angaben, in Richtung Holland unterwegs zu sein. Ihre Ladung bestand aus mehreren Kartons gefälschter Markenkleidung.
Doch in dem mit einer Plane überspannten Anhänger stießen die Beamten auf eine weniger alltägliche Fracht: vier Hundewelpen, etwa vier bis sechs Wochen alt. Drei waren in sehr schlechtem Zustand, einer war bereits verendet, vermutlich erfroren, wie aus dem Pressebericht des Polizeipräsidiums Oberpfalz hervorgeht. Die beiden Ungarn wurden nach dieser Entdeckung vorläufig festgenommen und konnten ihre Fahrt erst fortsetzen, nachdem sie eine Sicherheitsleistung hinterlegt hatten.
Um die Welpen, deren Rasse auf die Schnelle nicht geklärt werden konnte, kümmerten sich Mitarbeiter des Amberger Tierheims. Sie waren entsetzt, dass die Hunde in Katzenboxen transportiert worden waren, die für deren Größe überhaupt nicht geeignet sind und zudem stark verschmutzt waren. Weil in dem Anhänger noch eine leere Box stand, vermuteten sie, dass ein weiterer Welpe bereits während der Fahrt verendet und entsorgt worden war.
Ohne Klarheit über den Gesundheitszustand der drei unterernährten Überlebenden konnten sie nicht ins Amberger Tierheim gebracht werden, da dieses kein Hundequarantäne besitzt. Andreas Brucker, der Landesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes, schaltete sich deshalb ein und sorgte dafür, dass die Welpen im Tierheim Wunsiedel Aufnahme fanden. Dessen Mitarbeiter holten die kleinen Hunde noch in der Nacht ab, nachdem die halb erfrorenen Welpen von einem Tierarzt versorgt worden waren.
„Am Mittwoch ergab eine Nachfrage, dass die drei Hunde geschwächt, aber wohlauf sind“, vermeldet der Pressebericht der Polizei. Die Tiere sind allerdings so stark verwurmt, dass es fraglich ist, ob sie die Entwurmung überleben, heißt es vonseiten des Tierheims.
Gegen Mitternacht rollte ein Sprinter-Kleintransporter aus der Slowakei zum Tanken auf die Rastanlage. Da auch aus ihm Hundegebell tönte, ließ sich die Polizei die Ladung zeigen. Es handelte sich um etwa 15 junge Hunde, die aber in einem wesentlich besseren Zustand und komfortabler untergebracht waren als die drei anderen. Da auch die Papiere keine Auffälligkeiten aufwiesen, konnte dieser Transport seine Fahrt fortsetzen.

















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