(exb) Nach seiner Pensionierung als Kurator am Stadtmuseum Düsseldorf widmete sich Karl Josef Trottmann intensiv den Wurzeln seines in Nordrhein-Westfalen ungewöhnlichen Nachnamens und damit seiner Abstammung. In alten Unterlagen zu einer Erbschaft aus München stieß er auf seine Urgroßmutter, die seinen Großvater in Ilsenbach zur Welt brachte. Um weitere Informationen zu erhalten, schrieb er alle Personen namens Trottmann in der Region an.
Josef und Heike Trottmann boten ihre Hilfe an und durchforsteten alte Unterlagen wie Kirchenbücher, wurden aber noch nicht fündig. Erst ein Besuch im Diözesanarchiv Regensburg, in dem die Daten der Bürger ab dem Jahr 1876 verwaltet werden, brachte eine neue Spur. Hier entdeckte Josef Trottmann unter der damals gültigen Hausnummer 6 Kajos Großvater Josef Georg Trottmann, geboren am 14. Juni 1863 in Ilsenbach, als Sohn der unverehelichten Landwirtschaftstochter Dorothea Trottmann.
So waren die verwandtschaftlichen Verhältnisse bewiesen, und die Brieffreundschaft wurde zur Verwandtschaft. Nach mehr als zehn Jahren Brief- und Telefonkontakt kam Kajo mit seiner Frau Bärbel der Einladung des Oberpfälzer Familienzweigs nach und besuchte die Trottmanns in Ilsenbach.Auf dem „Niglhansl-Hof“, den Josef und Heike in siebter Generation führen, verbrachten sie schöne und interessante Tage.
Bei intensiven Gesprächen entdeckte man viele Gemeinsamkeiten, unter anderem die familiäre Nasenform, den beruflichen Ehrgeiz (sowohl Kajo als auch Josef erarbeiteten sich den Abschluss des Hochschulstudiums über den zweiten Bildungsweg) und nicht zuletzt den über Generationen hinweg stetig verwendeten Namen Josef. Beim Weizenbock des Ilsenbacher Hobbybrauers kam eine weitere Verbindung zutage, denn Kajos Vater ist studierter Brauer.
Bärbel und Kajo waren begeistert von der herrlichen Landschaft, die sie bei Ausflügen nach Parkstein, Flossenbürg, Regensburg, Floß, Weiden und Neustadt kennenlernten, und natürlich vom idyllischen Dorf Ilsenbach. Auch Bürgermeister Rudolf Schopper kam auf einen Willkommensgruß vorbei. Er freut sich, dass die Trottmanns weiterforschen und dabei auch die über 1000-jährige Geschichte des Ortes mit beleuchten möchten. Mit Tochter Viktoria, die in Erlangen Geschichte studiert, und Sohn Konstantin, Schüler am Augustinus-Gymnasium Weiden, ist auch die nächste Generation mit an Bord.
Der Name Trottmann stammt ursprünglich aus der Schweiz und kam mit den Wanderungsbewegung zur Zeit des 30-jährigen Kriegs über Frankreich in die Oberpfalz. In Europa gibt es drei große Bereiche, in denen der Name Trottmann ansässig ist. Der größte ist der Schweizer Kanton Aargau. Dazu kommen Elsaß-Lothringen und die Oberpfalz.
















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