Ilsenbach bei Püchersreuth
22.07.2026 - 11:53 Uhr

Zukunft des Quirinfests ungewiss wegen Kirchenrenovierung

Tausende Wallfahrer pilgern jedes Jahr auf dem Botzerberg zum heiligen Quirin. Das Quirinfest im kirchlichen Ablauf ist der Höhepunkt des Jahres.

Ob nächstes Jahr um diese Zeit wieder ein Quirinfest stattfinden wird, ist alles andere als sicher. Der Grund dafür ist die geplante Innenrenovierung der 1687 dem heiligen Quirin geweihten Kirche oberhalb von Ilsenbach.

„Unter diesem Zeichen steht der Festgottesdienst“, sagte Pfarrer Matthias Nowotny zu Beginn des Gottesdienstes im bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Gotteshaus. Bei bestem Wetter starteten am Sonntagmorgen die Fußwallfahrer von Neustadt/WN auf dem alten Pilgerweg der Egerländer zur Quirinkirche. Zusätzlich stellte sich in Ilsenbach ein Festzug der Vereine und Ehrengäste mit Bürgermeisterin Michaela Treml zum Kirchenzug auf. Einen Kilometer ging es unter den Klängen der Etzenrichter Blasmusik hoch zur Quirinkirche.

Den Gottesdienst zelebrierte Domkapitular Dr. Josef Kreiml zusammen mit Pfarrer Nowotny. Der 2019 zum Domkapitular ernannte Kreiml nannte es ein besonderes Erlebnis, in einem solch historischen Gotteshaus mit so vielen Gläubigen einen Gottesdienst zu feiern.

In seiner Predigt ging Domkapitular Kreiml auf die Worte in der Lesung ein, wonach Gott für alles Sorge trägt. Bei derzeit soviel Unrecht, Katastrophen und Krieg in der Welt fragt man sich gleichzeitig, wer das beheben soll. Aber da steht ganz klar fest, dass Gott uns nicht behindert unsere Ziele zu erreichen. Wenn wir das Gefühl haben, dass uns das über den Kopf wächst, ist Gott an unserer Seite. Er nimmt sich unserer Schwachheit an. Wenn wir auf ihn vertrauen, wird er uns an die Hand nehmen, so der Geistliche. In Messfeiern wie hier in Quirin möge unser Leben des Glaubens zu Gott und unseren Mitmenschen wachsen, sagte Domkapitular Kreiml.

Als Zeichen der Verbundenheit mit dem Wallfahrtsort Maria Kulm in Tschechien wurden die Lesungen auf Tschechisch gehalten. Die Etzenrichter Blasmusiker und eine Solosängerin gestalteten den Gottesdienst feierlich. Anschließend begann das Gartenfest der Kirchenverwaltung Ilsenbach/St. Quirin an der Wallfahrtskirche. Bei Grillspezialitäten sowie Kaffee und Kuchen sorgte die Blaskapelle Träger aus Störnstein für musikalische Unterhaltung.

Ab 16 Uhr sangen zudem die Dorfspatzen Ilsenbach/Püchersreuth/Wurz. Der Festsonntag endete mit einer feierlichen Schlussandacht, die Pfarrer Nowotny zelebrierte und das Quirin-Ensemble musikalisch gestaltete.

Zurück zur Renovierung: Wie Martin Thoma von der Kirchenverwaltung mitteilt, wurde vergangene Woche der Antrag auf stiftungsrechtliche Genehmigung beim Bistum eingereicht. Die Genehmigung dauere voraussichtlich acht bis zwölf Wochen. "Erst danach haben wir die Freigabe, Gewerke auszuschreiben und Aufträge zu vergeben. Nur wenn wir dann kurzfristig Firmen bekommen, was in der jetzigen Zeit nicht selbstverständlich ist, können wir mit den ersten Arbeiten zum Jahresende starten", so Thoma. Die Kosten für die Renovierung beziffert er mittlerweile auf 1,8 Millionen Euro.

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