25.07.2019 - 13:39 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Abschied von "toller Kollegin"

Der Abschied fiel schwer, sehr schwer. Ungern entließen die Grundschule und die Schüler Studienrätin Lucia Etterer in ihre ganz großen und langen Ferien des Ruhestands.

von Bernhard KreuzerProfil

Lucia Etterers Beliebtheit bei den Lehrkräften, den Schülern und beim Elternbeirat war nicht zu übersehen. In allen Beiträgen kam dies mehr als deutlich zum Ausdruck, denn sie war eine Lehrerin aus Passion. Ihre Eigenschaften fassten die Schüler in Wort, Spiel, Gesang und auf Plakaten zusammen.

Lang war die Liste der Gäste, die Rektorin Gudrun Lehner verlas. Ganz vorne stand die Familie von Lucia Etterer. Ehemalige und die aktuellen Lehrkräfte gaben sich ebenfalls die Ehre wie Franziska Schubert vom Sonderpädagogischen Förderzentrum und Pfarrer Markus Bruckner.

Den Lebenslauf der gebürtigen Albertsrietherin hatte die Rektorin zuvor kurz skizziert. So trat sie 1981 als Lehrerin auf Probe in den Schuldienst der Volksschule Kemnath ein und wurde 1984 Lehrerin auf Lebenszeit. An die Grund- und Teilhauptschule Immenreuth wechselte sie 1993, wurde stellvertretende Schulleiterin und stieg zur Studienrätin im Schuldienst auf.

"Es ist nicht leicht, zum Abschied die passenden Worte zu finden", bekannte Lehner. Sie stellte die unkomplizierte Art und Loyalität ihrer "Co-Pilotin" heraus, die immer Lösungen gesucht und gefunden habe. "Du warst eine tolle Kollegin."

Die Schüler selbst haben die herausragenden Eigenschaften Etterers auf Plakaten zusammengestellt, die Lehner zeigte. Da wurde unter anderem festgestellt, dass man sie vermissen werde, sie viel Humor habe und immer Verständnis gezeigt habe, gerecht gewesen sei, sie jeden Tag toll ausgesehen und alles gewusst habe.

"Ihre Herausforderung hat sie mit Bravour bestanden", konstatierte dritter Bürgermeister Eberhard Besold. Er arbeitete ihre Leistung bei der Vermittlung des Grundwissens für die Schüler heraus. Keine leichte Aufgabe, resümierte er und dankte für 26 Jahre Wirken an der Grundschule in Immenreuth.

"Good bye" zu sagen, oblag Elternbeiratsvorsitzende Monika Heindl. Sie erinnert an zahlreiche Aktionen, die gute Zusammenarbeit und den Elan, mit denen Etterer die Schule mitgestaltet hat. Da sie Ruhe verdient habe, schenkte ihr der Elternbeirat eine Ruhebank mit den Logos der beiden Schuleinrichtungen und zwei Kissen. Eine Sitzprobe mit Ehemann Josef und zwei Enkelkindern war gleich angesagt.

An den Abschied erinnerte nicht nur das Trompetensolo "Muss i denn" von Magdalena Scherm, begleitet von Julia Stauter am Keyboard zum Beginn der Verabschiedung. Von "Faul sein ist wunderschön" schwärmten die Klassen 1 und 2b. Dagegen stellte die Klassen 1 und 2a in ihrem Lied fest: "An Frau Etterer kommt keiner ran". Ihr Büro räumte in einem Sketch die Klasse 3a aus. Weil Lehrer ungern etwas wegwerfen, wurden die gefundenen Erinnerungsstücke in einer Kiste verpackt und übergeben.

Den vermuteten Grund, warum die beliebte Pädagogin in den frühzeitigen Ruhestand tritt, filterten die Schüler der 4. Klasse heraus und zeigten den "ganz normalen Wahnsinn" eines Schultages. Starke Nerven waren beim Unterricht oder Ausflug angesagt. Trauer um die beliebte und sportliche Lehrerin breitete sich aus. Da tröstete Paula Stahl auf der Querflöte mit "Ma come balli bella bimba" oder "Ja, wie schön tanzt das Mädchen". Tanzen musste Lucia Etterer nicht, aber Rad fahren, und das nach ihrer Radwallfahrt am Sonntag nach Fuchsmühl. Von Kastl aus ist sie dorthin geradelt, ohne E-Bike.

Selbst sagte Etterer, dass ihr der Schuldienst ihr viel Freude gemacht habe. Ihre Hoffnung war, den Kindern viel mit auf den Lebensweg gegeben zu haben. "Die Arbeit hat mich ausgefüllt." Dem Lehrerkollegium dankte sie für die kreative Zusammenarbeit und blickte mit großer Dankbarkeit, aber auch mit Wehmut auf die vergangenen vier Jahrzehnte zurück.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.