18.01.2019 - 16:19 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Feuerwehr hebt ab

Den Überblick behalten, das muss ein Kommandant bei jedem Einsatz. Doch für Uwe Engelbrecht spricht noch ein anderer Grund dafür, weshalb sich die Immenreuther Feuerwehr eine Drohne anschafft. Die ist die Erste im Landkreis Tirschenreuth.

Das in Bärnau stationierte Gerät des BRK-Kreisverbands Tirschenreuth (Bild) ist bislang die einzige Drohne im Bereich der Integrierten Leitstelle Weiden. Sie kann auch für Feuerwehreinsätze wie am Donnerstag beim Scheunenbrand in Ebnath angefordert werden. Jetzt hat sich die Immenreuther Wehr ebenfalls einen Multicopter angeschafft – allerdings einige Preisklassen niedriger.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Seit eineinhalb Jahrzehnten ist Uwe Engelbrecht Chef der Immenreuther Aktiven. Da kommt einiges an Einsätzen zusammen. "Oft denkt man sich, ,Mensch, eine bessere Übersicht wäre nicht verkehrt'", erklärt der Immenreuther. Vor allem bei Großereignissen wie einem Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens sei es oft hilfreich zu sehen, was sich dahinter befindet. Statt Einsatzkräfte zum Erkunden zu schicken, könne dies mittels Drohne erfolgen. Diese sorge für eine "schnelle Übersicht von oben".

Für die Einsatzleitung sei ein solches Gerät eine Vereinfachung und Erleichterung, begründet der Kommandant die Anschaffung. Früher seien bei einer Vermisstensuche Personenketten mit Taschenlampen gebildet worden ("Da hatten wir auch mehr Leute."), bei einer Drohe könne einfach auf eine Wärmebildkamera geschaltet werden. Der Personaleinsatz sei somit deutlich geringer. Auch mögliche Glutnester würden leichter und schneller entdeckt werden.

Bislang sei bei Sucheinsätzen im Landkreis automatisch das Gerät des Bayerischen Roten Kreuzes in Bärnau - das einzige im Bereich der Integrierten Leitstelle Weiden - mit angefordert worden, berichtet Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther. Bei anderen Ereignissen wie Waldbränden sei dies nicht der Fall, weil Drohnen noch nicht flächendeckend vorhanden seien. Ob sie dann angefordert werde, entscheide der Einsatzleiter vor Ort. Dieser wisse, "Was will ich haben, was ist möglich?". Dabei seien stets auch rechtliche und luftfahrtechnische Vorgaben zu beachten. "Ist beispielsweise ein Hubschrauber mit im Einsatz, muss man das abgleichen, um eine Kollision zu vermeiden."

Über all dies musste sich Engelbrecht ebenfalls zunächst schlau machen: "Ich hatte mich damit ja vorher noch nie befasst." Rund ein Jahr lang informierte er sich im Internet, beim Luftamt Nordbayern - und auch bei seinem Kommandantenkollegen in Bruck (Landkreis Schwandorf). Dort besitzt die Wehr seit etwa einem halben Jahr eine Drohne, die ihr die Gemeinde zur Verfügung gestellt hat und die im November ihre Feuertaufe hatte.

Mit den dortigen Kameraden wollen sich die Immenreuther Brandschützer Ende Januar/Anfang Februar zum Erfahrungsaustausch zusammensetzen. Für etwa sechs bis neun Aktive soll eine Ausbildung folgen. Engelbrecht selbst hat sich für Juni für ein Tagesseminar "Drohneneinsatz und ID-Sicherheit" angemeldet, das die Feuerwehrschule in Lappersdorf erstmals anbietet. Die Plätze dort seien aber kontingentiert. So sei nicht klar, ob er teilnehmen dürfe. Dass weitere Lehrgänge folgen werden, ist für ihn sicher. Andere Feuerwehren werden sich ebenfalls mit Multicoptern ausstatten. "Da sind sie aber in anderen Bundesländern schon weiter."

Preislich kann das Immenreuther Gerät bei weitem nicht mit dem Modell in Bärnau mithalten, das samt Zusatzausrüstung etwa 40 000 Euro gekostet hat. Da es für die öffentliche Wehr keine Förderung gebe, sei der Verein bei der Finanzierung eingesprungen, erklärt Engelbrecht. Es ist aber auch keine "08/15-Drohne", betont Braunreuther. Immerhin müsse sie eine Restlicht- und Wärmebildkamera für detaillierte Aufnahmen tragen können.

Sie bringt es auf knapp zwei Kilogramm. Unter dieser Gewichtsgrenze sei der Pilot vom Kenntnisnachweis ("Drohnenführerschein") befreit, erläutert der Immenreuther Chef der Aktiven. Er legt dennoch Wert darauf, dass seine Kameraden diesen Leistungsnachweis, der auch Kenntnisse im Luftfahrtrecht beinhaltet, trotzdem bei Luftsportvereinen in der Region absolvieren. Sie seien bei Einsätzen mit besonderen Anforderungen konfrontiert. Und schließlich "wollen wir professionell unterwegs sein".

Dass die Immenreuther mit der Ausbildung noch am Anfang stehen, hat einen einfachen Grund: Sie haben nicht damit gerechnet, die Anschaffung so schnell tätigen zu können. Doch bei dem Angebot im Dezember "mussten wir zuschlagen", zumal die Brucker Kollegen, die im Landkreis Schwandorf ebenfalls drohnenmäßig die Vorreiterrolle einnehmen, über das gleiche System verfügen.

Fit mit dem Gerät wollen die Kameraden bis spätestens Jahresmitte sein. Dann soll die Drohnengruppe über die Leitstelle angefordert werden können.

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Kommentare

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Gerald Wagner

Leider muss ich zu diesem Bericht doch anmerken, dass die "BRK-Drohne" nicht aus Bärnau kommt bzw. sie dort stationiert ist. Davon abgesehen ist dies nicht die einzige inhaltliche Position, welche nicht hinreichend recherchiert, oder richtig dargestellt wurde.

19.01.2019