Immenreuth
24.11.2019 - 13:15 Uhr

IWG setzt auf Scheitler

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Adrian Scheitler will für die Immenreuther Wählergemeinschaft den Chefsessel im Rathaus erobern. Und in dessen Überlegungen spielt CSU-Mann Thomas Kaufmann eine wichtige Rolle.

IWG-Vorsitzender Ludwig Melzner (links) wünschte Adrian Scheitler viel Erfolg beim Weg ins Rathaus. Gattin Tanja überreicht er einen hübschen Blumenstrauß. Bild: bkr
IWG-Vorsitzender Ludwig Melzner (links) wünschte Adrian Scheitler viel Erfolg beim Weg ins Rathaus. Gattin Tanja überreicht er einen hübschen Blumenstrauß.

Als erste Gruppierung für die Kommunalwahl 2020 stellte die Immenreuther Wählergemeinschaft (IWG) ihre komplette Bewerberliste mit Bürgermeister- und Gemeinderatskandidaten vor. Dazu hatte die vierte und neue Kraft zum Bürgergespräch in das Feuerwehrgerätehaus nach Plößberg eingeladen. Vorsitzender Ludwig Melzner konnte dazu über 35 Besucher begrüßen. Er blickte auf die Zeit seit der Gründung vor zwei Jahren zurück und betonte: "Wir müssen in der Gemeindepolitik etwas verändern und über den Fraktionszwang hinaus etwas machen." Man wolle zukunftsorientiert und unabhängig und keine politische Partei sein.

Obwohl es fast kein Geheimnis mehr war, warteten alle gespannt auf die Bekanntgabe des Kandidaten für die Bürgermeisterwahl. Erwartungsgemäß wurde Adrian Scheitler als Bewerber für den Chefsessel im Rathaus vorgestellt. Der betonte, dass die IWG nicht gegründet worden sei, um gleich wieder in der Versenkung zu verschwinden, sondern um präsent zu sein. Die IWG sieht er als Alternative zu den Parteien, "um Politik ohne Korsett zu machen".

Ausführlich stellte sich der Immenreuther, der 1984 in Kemnath geboren worden ist, vor. Bei der Firma Markgraf hat er eine Ausbildung zum Betonbauer mit der Gesellenprüfung abgeschlossen. Nach dem Grundwehrdienst bei der Bundeswehr wurde er Soldat auf Zeit. Nach über 13 Jahren verließ er als Hauptfeldwebel a. D. die Bundeswehr. Auslandseinsätze führten ihn nach Afrika, Afghanistan und in den Kosovo. Zum Brunnenbauer und Bautechniker schulte er um. Bei der Baufirma Zublin in Bayreuth ist er Bauleiter.

Er sehe sich deshalb durchaus auch in der Lage, die Baustellen und Aufgaben in der Gemeinde zu bewältigen, so ließ er durchblicken. Mit vollem Herzen werde er das Amt des Bürgermeisters ausüben. "Ich bin einer, der will und der da ist", versicherte er. Die Familie stehe voll hinter ihm. Er ist verheiratet. Er hat drei Kinder und ein Häuschen in Plößberg. Privat ist er Jäger mit eigenem Jagdrevier in der Nachbargemeinde Kirchenpingarten. Bei der Feuerwehr fing er als Grillmeister an, ist aktiver Brandschützer und Vorsitzender des Feuerwehrvereins.

Vier Säulen prägen das Wahlprogramm von Scheitler: Bürger, bauliche Maßnahmen, Personal der Gemeinde sowie Familie und Soziales. Ein Bürgermeister will er sein, mit dem man über alles reden kann, der raus zu den Bürgern geht und sich als Bediensteter der Bürger sieht.

Ein heiß diskutiertes Thema ließ Scheitler nicht aus, den Rathausneubau. "Ich bin gegen einen Neubau mit 26 Büros", sagte er unter viel Beifall. Ein Gebot der Stunde sei es, Alternativen zu suchen. Auch die Verwaltungsgemeinschaft dürfe nicht aus den Augen verloren werden. Das Angebot, die Familienferienstätte für die Dauer bis zur Lösung des Rathausproblems anzumieten, kam für ihn zu spät. Das abgelehnte Kaufangebot von 300 001 Euro dagegen nicht. Seinem Mitbewerber um das Bürgermeisteramt, dem Geschäftsleiter und Kämmerer der Gemeinde Thomas Kaufmann von der CSU, bescheinigte Adrian Scheitler ein Spitzenmann zu sein. Mit einer Wahl zum Bürgermeister würde jedoch ein großes Personalloch in der Verwaltung aufgerissen, betonte Scheitler. Beide Ämter, Bürgermeister und Kämmerer, könne er nicht ausüben. Scheitler sehe sich als Alternative, die mit dem Finanzexperten Kaufmann zusammenarbeite.

Vorgestellt wurde auch die Liste für die Wahl für den Gemeinderat. Allerdings glänzten hier viele Kandidaten durch Abwesenheit.

Hintergrund:

Die Liste der IWG für den Gemeinderat

1. Adrian Scheitler, Bauleiter Hochbau, 35 Jahre; 2. Ludwig Melzner, Zimmerermeister, 56; 3. Uwe Engelbrecht, Logistikmeister, 44; 4. Daniel Haberkorn, Sozialversicherungsfachangestellter, 34; 5. Florian Hösl, Rettungssanitäter, 31; 6. Jürgen Kreuzer, Verwaltungsangestellter, 43; 7. Martin Reger, Angestellter, 36; 8. Willi Klug, Rentner, 69; 9. Matthias Pocker, Tiefbaufacharbeiter, 30; 10. Thomas Heser, Zimmerermeister, 49; 11. Michael Rauseo, Industriemechaniker, 41; 12. Elke Münch, Altenpflegehelferin, 32; 13. Franziska Hess, Kinderbetreuerin, 33; 14. Annika Scheit, Lehrerin für Pflegeberufe, 34; 15. Marina Pocker, Verkäuferin, 27; 16. Matthias Etterer, Kfz-Mechaniker, 42; 17. Nicolai Weber, Industriemechaniker, 20; 18. Sebastian Pocker, Elektrotechnikmeister, 26; 19. Matthias Münch, Polier Hochbau, 35; 20. Thomas Pscherer, Industriefachwirt, 42; 21. Mirko Fuchs, Elektrotechnikermeister, 43; 22. Martin Raß, Polier, 41; 23. Thomas Bauer, Maschinenbautechniker/Konstrukteur, 50; 24. Timo Baumgart, Industriemechaniker, 47.

Ersatz: Lisa Melzner, zahnmedizinische Fachangestellte, 24; und Patrick Krauß, Elektromeister IHK, 32.

 
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