Zu seinem Glauben zu stehen, sei heute schwieriger als früher, stellte Pfarrer Grillmeier in seiner Fastenpredigt fest. Es gehöre durchaus Mut dazu, laut zu sagen, "Mein Glaube ist mir wichtig". Vor allem junge Christen würden oftmals von Gleichaltrigen deswegen ausgelacht oder gar angefeindet und gemobbt. Stärker als früher müsse man sich mit Medien und der Presse auseinandersetzen und einordnen, was für das tägliche Leben von Belang sei. Aber auch die Kirche selber habe zu dieser Entwicklung mit beigetragen, stellte Grillmeier selbstkritisch fest.
Er ging auf das Tagesevangelium ein, bei dem Petrus am Vorabend der Kreuzigung von Jesus diesen drei Mal verleugnet hatte. Diese Situation übertrug der Pfarrer auf das alltägliche Leben, indem er die Firmlinge fragte, ob sie beispielsweise in der Schule vor dem Direktor etwas zugeben würden, wenn ein anderer Schuldiger gefunden wäre. Dies sei kein Spaß, redete er den Firmlingen ins Gewissen. Man müsse zu seinen Freunden stehen, genauso wie zu seiner Meinung und zu seinem Glauben und Werten. Wie müsse sich der ihm Stich gelassene Freund fühlen, wenn er sogar noch ausgelacht werde, weil er als einziger erwischt worden sei, fragte der Seelsorger.
Wer eine eigene Meinung und Wurzeln habe, könne sich nicht nur der medialen Wirkung widersetzen. Grillmeier fragte die Firmlinge weiter, woher sie ihr Wissen vom Glauben bisher haben und auch weiter bekommen. Die Familie habe hier einen enormen Stellenwert, wenn Eltern ihren Kindern beim täglichen Abendgebet verdeutlichen, dass es noch etwas Größeres gibt.
Mit den Menschen ist es wie mit einem Baum, der starke Wurzeln benötige, um blühen zu können. Wenn die Erde um diese Wurzeln abgegraben werde, verkomme der Baum. Grillmeier appellierte deswegen auch an die Großeltern, ihre Kinder bei der Erziehung mit zu unterstützen und ihren Enkeln zu zeigen, wie wichtig ihnen der Glaube an Gott ist. Als Jesus später einmal Petrus drei Mal gefragt habe, ob er ihn liebe, habe dieser mit "Ja" geantwortet, erinnerte der Geistliche abschließend.
Er bedankte sich bei dem sehr gut besuchten Gottesdienst am Ende mit den Worten "Kirche ist jung", wofür er einen spontanen Applaus bekam. Pfarrvikar Justin Kishimbe würdigte ebenso wie er den Kirchenchor um den Organisten Michael Scherm für die musikalische Begleitung. Er lud anschließend zu einem kleinem Empfang in das Pfarrheim ein.













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