Immenreuth
27.02.2023 - 15:08 Uhr

Kriegsspiel und Zäune beeinträchtigen Wild im Immenreuther Revier

Biker, Reiter, dunkle Gestalten in früher Morgenstunde, Lärm und eingezäunte Waldflächen stören das Wild und die Jagd. Mehr Rücksicht und Einsicht wurden in der Jahresversammlung der Jagdgenossenschaft im Feuerwehrgerätehaus angemahnt.

Das von Jagdpächter Manfred Veigl gezeichnete Bild verstärkte Aussagen der Jagdgenossen. Das Wild verliert laut dem Waidmann zunehmend Lebensraum, ursächlich durch einen wachsenden Freizeitdruck. Er berichtete von einer Veranstaltung in den dunklen Morgenstunden am 14. Januar im Wald. Eine größere Gruppe aus einer Freizeiteinrichtung in der Nähe führte eine Art Kriegsspiel durch. Betroffen vom Treiben war auch ein Naturdenkmal. Jagdpächter Veigl gab dem Veranstalter der Freizeiteinrichtung den Ratschlag, 30 Hektar im Staatswald zu pachten und dort die Spielchen zu machen.

Eingezäunte Waldflächen für Wiederaufforstungen nehmen dem Wild zudem immer mehr Lebensräume, bedauerte der Jagdpächter, ganz zu schweigen vom Straßenverkehr. Dieser „erfülle“ 70 Prozent des Rehabschusses von zehn Tieren. 15 Füchse, ein Hase, zwei Graugänse, vier Stockenten, fünf Rabenkrähen und drei Elstern enthielt die Strecke. Wildschweine dagegen blieben dem Revier fern.

Unterstützung in Sachen Wildschutz erhielt Manfred Veigl von Bürgermeister Thomas Kaufmann. Er versicherte, bei der Lösung der angesprochenen Probleme zur Seite zu stehen. Erste Schritte seien eingeleitet. Verständnis zu schaffen ist ein weiterer Schritt, betonte er. Vergeblich versucht werde seit Jahren auch, das Wild des Eichelgartens entlang der Staatsstraße 2177 zu schützen. „Beim Straßenbauamt beißen wir auf Granit“, bedauerte Kaufmann in Bezug auf eine geforderte Geschwindigkeitsbeschränkung. Um eine Förderung für Wiederaufforstungen zu bekommen, seien Einzäunungen vorgeschrieben. Positiv stand Kaufmann dem Einsatz der Feuerwehrdrohne für die Rehkitzrettung gegenüber.

Vorsitzender Karlheinz Pocker informierte über das aktualisierte Jagdkataster und das Angebot für ein Mulchgerät. Nicht nur den Kauf dieses Gerätes, sondern auch die Anschaffung eines Erdbohrers beschloss die Jagdversammlung zur Ergänzung der Geräteausstattung. Die Kassenführung von Rolf Schmidt blieb von den Revisoren Anton Fleck und Hubert Buchbinder unbeanstandet.

Auf wenig Gegenliebe stieß 2022 die „After World Party“ im Naturerlebnisbad an der Grenze zum Naturschutzgebiet Hirschberger- und Heidweiher. Dorthin seien aufgrund des Lärms erst nach zwei Wochen Hasen und Fledermäuse zurückgekehrt. Auch dieses Jahr wird es diese Party erneut geben, aber laut Bürgermeister nicht in der Ausprägung des Vorjahres. „Wir werden uns umfangreiche Pläne vorlegen lassen und werden versuchen, die Beeinträchtigung deutlich zu mindern.“

 
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