22.06.2020 - 16:54 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Landkreis Tirschenreuth wirbt für Zertifikat für private Naturgärten

Wenn Ringelblumen neben dem Salat blühen, Vögel ihr Nest im Hartriegel bauen, sich Schmetterlinge und Bienen im Garten tummeln und der Igel nachts durch den Garten streift, dann stehen die Chancen nicht schlecht für ein Garten-Zertifikat.

Ein bisschen Regen konnte Manuela Pappenberger und Harald Schlöger nicht aufhalten den Garten unseres Berichterstatters unter die Lupe zu nehmen. Die Voraussetzungen für die Plakette wurde erfüllt.
von Bernhard KreuzerProfil

Mit der Aktion "Naturgarten - Bayern blüht" möchte die Bayerische Gartenakademie die Anlage von naturnahen Gärten fördern. Die Idee "Naturgarten" ist aus Oberösterreich nach Bayern gekommen. Wegen der Coronakrise hat sie aber etwas an Fahrt verloren. Doch der Landkreis Tirschenreuth findet die mit einem Zertifikat verbundene Idee aber so gut, dass er sie nun ganz offiziell fördert.

Die Lockerungen der Corona-Auflagen lassen es nun zu, dass die Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Tirschenreuth, Landespflege-Diplom-Ingenieurin Manuela Pappenberger und Amtsrat Harald Schlöger, eine erste Bewertung in Immenreuth durchführen konnten. "Sinn ist es, naturnahe Gärten durch die Herausstellung positiver Beispiele zu fördern", sagt Harald Schlöger. Gartenbesitzer, die seit Jahren aus Überzeugung den richtigen Weg beschreiten und mit und nicht gegen die Natur gärtnern, sollen gestärkt werden, hob der Kreisfachberater heraus. "Sie setzen einen Kontrapunkt zu von Steinen gestalteten naturfernen Gärten."

Fachberater Harald Schlöger erläutert den richtigen Baumschnitt

Tirschenreuth

Die Aktion lief in diesem Jahr an. "Im Prinzip konnten wir bisher nichts machen", bedauern die beiden Fachleute. Sie hoffen nun auf Anmeldungen für diese Aktion. Es gebe dazu auch Seminare des Landesverbandes. Ihr Wunsch wäre es, dass die Aktion Fahrt aufnimmt und sie bis in die Herbstmonate noch einige Gärten unter die Lupe nehmen können.

Bei der Anmeldung werden vier Hauptkriterien abgefragt: der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel der Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger kein Einsatz von torfhaltigen Substraten zur Bodenverbesserung und hohe ökologische Vielfalt

"Wer alle Voraussetzungen erfüllt, hat die wichtigste Hürde für die Zertifizierung geschafft", erläutern die Fachberater. Weitere Augenmerke werden auf Naturgartenelemente sowie Bewirtschaftung und Nutzgarten gelegt. Jeweils sieben Punkte müssen erreicht werden.

"Der Garten ist ein Ort der Erholung und Entschleunigung für uns Menschen. Viel mehr, er bietet einen wunderbaren Erlebnisraum für das Wachsen und Gedeihen von Pflanzen, für das Begreifen von Naturzusammenhängen und Stoffkreisläufen", heißt es auf der Homepage des Landratsamtes. Dort sind auch die weiteren Informationen enthalten, die zur Auszeichnung mit der Plakette erforderlich sind.

Lob auch für die Gemeinde. Sie lässt die Blumen im Straßengraben blühen und mäht sie dort nicht ab, wo sie die Sicht beeinträchtigen.
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