07.09.2018 - 12:31 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Radeln für Flutopfer: Jeder Kilometer zählt

Die Radgruppe des Sportvereins Immenreuth engagiert sich für die Flutopfer in Indien. Mit einer besonderen Aktion.

Monika Kainz (Dritte von rechts) rief die Radlergruppe des SV Immenreuth ins Leben. Sie und hoffentlich viele Teilnehmern wollen am 23. September kräftig für die Flutopfer in Kerala in die Pedale treten.
von Bernhard KreuzerProfil

Die Radgruppe des Sportvereins will den Flutopfern des südindischen Bundesstaates Kerala helfen. Mit der Provinz verbindet die Pfarreigemeinschaft Immenreuth/Kulmain der bekannte und beliebte Pater Dr. Jacob Kudilumgal. Er war fünf Jahre als Kaplan in beiden Pfarreien tätig. Zurzeit ist er wieder in seiner Heimat, der Provinz Kerala, die von der verheerendsten Flut der vergangenen einhundert Jahre getroffen wurde.

Monika Kainz rief im vergangenen Jahr die Mountainbike-Gruppe des Sportvereins Immenreuth ins Leben. Zwischenzeitlich gehören ihr auch kleine und große Radler aus den umliegenden Gemeinden an. Während der Sommermonate erkunden sie jeden Mittwoch die Heimat auf ihren Rädern. Nach der Tour am Mittwoch fassten sie den Beschluss, den Menschen in dem südindischen Bundesstaat zu helfen. Ein besonderes Radlertreffen mit dem Motto „Biken für Kerala“ am Sonntag, 23. September, soll hierzu beitragen.

Die Initiatorin übermittelte bei der Besprechung die erschütternde Meldung von Pater Jacob: „Viele kämpfen ums Überleben. Wenn die Flut weg ist, geht der Kampf erst richtig los.“ Heftige Monsunregen zwangen die Regierung Anfang August, 35 Staudämme zu öffnen. Dies führte zu weiteren massiven Überschwemmungen der südindischen Provinz. Selbst zweigeschossige Häuser wurden überflutet. Fast eine Million Menschen mussten in Notunterkünften untergebracht werden, über 400 ertranken. Wie Pater Jacob mitteilte, verbrachten viele Menschen bis zu zwei Wochen auf ihren Hausdächern, bis sie gerettet werden konnten. Erdrutsche zerstörten Häuser völlig, die Ernte ist vernichtet, die Straßen wurden von den Fluten weggeschwemmt, das Hab und Gut der Menschen zerstört. Die Bewohner stehen vor dem Nichts. Die Diözese Regensburg und internationale Hilfsorganisationen haben zu einer Spendenaktion aufgerufen.

Die Radlergruppe plant deshalb für den 23. September ein großes Fahrradfahren rund um das Naturschutzgebiet Hirschbergweiher. Start und Ziel ist das Naturerlebnisbad. Möglichst oft soll der fünf Kilometer lange Kurs von 13 bis 17 Uhr durchfahren werden, für jede Runde fließen zwei Euro in die Spendenkasse. Für die gefahrenen Kilometer wurden bereits mehrere Sponsoren gefunden. Deshalb: „Jeder Kilometer zählt“.

Jeder, ob jung oder alt, kann beitragen, den Menschen in dem Katastrophengebiet zu helfen. Damit jeder Euro wirklich auch bei den Bedürftigen ankommt, wurde ein Spendenkonto beim Orden der Franziskanerinnen eingerichtet. Die Bankverbindung lautet: Werke Assisi Sisters, IBAN: DE19 7509 0300 0609 0518 21, BIC: GENODRF1M05. Die Überweisungen an die Liga Bank Bamberg sollen bis 20. September unter dem Stichwort „Flutkatastrophe Biken für Kerala – SV Immenreuth“ erfolgen. Die erforderlichen Spendenquittungen versendet der Orden. Eine Kasse für Spenden wird auch am 23. September bei der Solidaritätsfahrt vor Ort aufgestellt.

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