In der flächenmäßig großen Gemeinde Freudenberg trifft man auf viele bewaldete Grundstücke. Nachdem nach einem sehr trockenen Sommer 2018 auch 2019 wieder vermehrt Flächenbrände im Landkreis zu verzeichnen waren, befassten sich die acht Gemeindeteilfeuerwehren Freudenbergs im Rahmen der Brandschutz-Aktionswoche mit den davon ausgehenden Gefahren und der Brandbekämpfung. Dazu fanden sich die Floriansjünger der gemeindlichen Wehren auf Einladung von Kommandant Norbert Weiß im Gerätehaus der Feuerwehr Immenstetten ein.
Kreisbrandmeister und federführender Kommandant Armin Daubenmerkl versuchte in einer einstündigen lehrreichen Präsentation, die theoretischen Strategien bei der Vegetationsbrandbekämpfung zu vermitteln.
Zuerst Lage erkunden
Um einen solchen Brand erfolgreich bekämpfen zu können, sei die gründliche Erkundung der Lage unerlässlich. Obwohl die Rauchsäule sehr imposant sein kann, sollte sich der Einsatzleiter die Zeit für eine umfassende Erkundung nehmen. Einsatzschwerpunkte seien der Priorität nach der Schutz von Menschen, Tieren, Strukturen sowie der Schutz vollbrandgefährdeter oder schnell verbrennender Vegetation.
Des Weiteren spiele bei der Erkundung die Art des Brandes sowie Anordnung und Menge des vorhandenen Brennmaterials, Hauptausbreitungsrichtung, Zugangs- und Fluchtmöglichkeiten für Löschfahrzeuge und Windrichtung eine wichtige Rolle. Schon bei der Anfahrt zum Einsatzort könnten durch Beobachtung der Rauchsäule Rückschlüsse auf den Brand gezogen werden.
Anders als bei Gebäudebränden werde bei Wald- und Flächenbränden in erster Linie gegen die Ausbreitung des Brandes vorgegangen. Wichtiges Ziel sei die Verhinderung des Feuerübersprungs vom Boden auf die Baumkronen und damit ein Vollbrand.
In den seltensten Fällen könnten Flächen vollständig abgelöscht werden. Die Bekämpfungsstrategie ziele vorrangig auf die Eindämmung von Bränden ab. Ein überschaubares Feuer bis zu einem Meter Flammenlänge könne im Regelfall problemlos mit Feuerpatschen bekämpft werden. Bei einer Flammenlänge von ein bis drei Meter sei das Feuer zu intensiv und die Brandbekämpfung habe mit Schlauchleitungen und Rückenspritzen durch Flanken- und Parallelangriff zu erfolgen. Bei drei Meter Flammenlänge spreche man von einer "Feuerintensität hoch-extrem". Hier sei nur eine indirekte Brandbekämpfung möglich, da die Einsatzkräfte ansonsten zu großer Gefahr ausgesetzt wären.
Praktische Übung folgt
Zur Eigensicherung sollte es immer möglich sein, ein weiteres Strahlrohr vorzunehmen, eine Löschwasserreserve von rund 300 Liter müsse deshalb im Tank bleiben. Unerlässlich sei es aber auch, so Daubenmerkl, Rückmeldungen an die Integrierte Einsatzleitung zu geben und bei Bedarf rechtzeitig weitere Einsatzmittel anzufordern.
Abschließend legte er fest, dass man bei einer praxisnahen Einsatzübung das erworbene theoretische Wissen umsetzen werde.













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