24.09.2019 - 15:06 Uhr
Oberpfalz

"Interessante Aufgabe"

Autokennzeichen unter anderem aus Stuttgart und München hat Kreisbaumeister Klaus Weig vor der Mehrzweckhalle entdeckt. Sie gehörten Planern, die sich am Realisierungswettbewerb für den Neubau der Kemnather Realschule beteiligen wollen.

Als Mitglied des Preisgerichts hat Kreisbaumeister Klaus Weig das Kolloquium zum Realisierungswettbewerb für den Neubau der Kemnather Realschule begleitet. Am 5 und 6. November werden er und die weiteren Juroren den Sieger festlegen.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Sie alle waren zum nichtöffentlichen Kolloquium im Foyer der Mehrzweckhalle eingeladen, um Antworten auf ihre zuvor schriftlich gestellten Fragen zu den Auslobungsunterlagen zu erhalten. 60 Fragen zum offenen Realisierungswettbewerb für den Neubau der Kemnather Realschule mit städtebaulichem Ideenteil hat Kreisbaumeister Klaus Weig gezählt. Die von "fachkundigen Beratern" vorbereiteten Antworten darauf habe das Preisgericht zwei Stunden lang vor Kolloquiumseröffnung durch Landrat Wolfgang Lippert besprochen und im Bedarfsfall "nur bei einstimmigem Beschluss" ergänzt oder korrigiert, berichtet Weig. Jakob Oberpriller vom gleichnamigen Architekturbüro aus Hörmannsdorf, das mit der Wettbewerbsbetreuung betraut ist, habe dann die Ergebnisse verlesen.

Gleiche Voraussetzungen

Diese seien auch als Protokoll auf der Homepage des Büros Oberprillerarchitekten einsehbar, erläutert Weig, der ebenfalls dem Preisgericht angehört. Stadtplaner, Architekten oder Landschaftsarchitekten, die jetzt zusätzlich noch Näheres zur europaweiten Ausschreibung beziehungsweise den Wettbewerbsunterlagen wissen möchten, haben Pech. Auf weitere Fragen werde es keine Antworten mehr geben, betont Weig. "Es geht darum, dass alle Teilnehmer die gleichen Voraussetzungen haben."

Die meisten der schriftlich gestellten Fragen - etwas über die Hälfte - betrafen den Punkt "Planerische Vorgaben". Dies zielten unter anderem auf das Raumprogramm ab, so Anzahl der Sanitäranlagen für Lehrer und Schüler, oder auf den städtebaulichen Ideenteil, der für die Stadt Kemnath im Bereich "Berndorfer Straße" relevant ist. Hier gehe es darum, wie dort zum Beispiel ein Wohngebiet gestaltet werden könnte, erläutert der Kreisbaumeister. Dafür seien unter anderem 30 zu realisierende Wohnungen darzustellen, die einen repräsentativen Querschnitt der geplanten Wohnungstypen, aber nur einen Teil der zu planenden Bebauung darstellen sollen.

Bei den mitunter mündlich im Kolloquium gestellten Fragen ging es um die Zahl der zu errichtenden Parkplätze bei der Schule (80) und ob diese neuen Stellplätze auch in einer Tiefgarage untergebracht werden können. Einer solchen Variante räumt Weig mit Hinweis auf die "wirtschaftlichste Lösung" und die Grundwassersituation aber schon vorab wenig Chancen ein.

Wie viele Büros sich in der Mehrzweckhalle eingefunden hatten, kann er nicht sagen. Auch nicht genau, woher deren Mitarbeiter angereist waren. Es sei alles anonym abgelaufen, "aber das Foyer war gut besetzt". Wohl überwiegend mit Teilnehmern aus dem süddeutschen Raum, vermutet Weig.

Im Gegensatz zu seiner Zeit bei der Stadt Wunsiedel ist der Wettbewerb nicht beschränkt ausgeschrieben, sondern offen gehalten worden. So sei es damals einmal um Aufträge für die Naturbühne der Luisenburg gegangen, für die sich bestimmt 200 Firmen interessiert hätten. Da aber nur 30 bis 40 Eingaben "handlebar" seien, sei das Verfahren beschränkt gewesen. Jetzt aber hätten aufgrund des Booms im Bausektor viele Büros für eine Wettbewerbsteilnahme eigentlich keine Zeit, weshalb europaweit ausgeschrieben worden sei. Weig rechnet am Ende mit 25 bis 30 Beiträgen.

In dem zweigeteilten Wettbewerb sieht er eine "interessante Aufgabe". Zum einen handle es sich beim Realschulneubau um ein 35-Millionen-Euro-Projekt, zum anderen streiche alleine der Sieger 81 600 Euro als Preisgeld (Gesamtsumme 206 000 Euro) ein. Spannend daran findet das Jurymitglied auch die Tatsache, dass die Stadt Kemnath mit beteiligt ist. An den eingereichten Vorschlägen könne man sehen, wie ein neuer Stadtteil gestaltet werden könnte. Vor allem erhofft er sich Impulse durch Planer, die normalerweise für Projekte in großen Städten beauftragt werden. Diese hätten oft andere Ideen als jene, die überwiegend in ländlichen Gegenden wie dem Landkreis Tirschenreuth unterwegs seien.

Stichtag für die Eingabe der Pläne ist am Dienstag, 8. Oktober. Vom 15. auf Freitag, 25. Oktober, verlängert worden ist auf Wunsch beim Kolloquium dagegen die Frist, um das dazugehörige Modell im Maßstab von 1:500 abzugeben. Dafür überlässt der Landkreis den Teilnehmern gegen eine Sicherheitsleistung Einsatzplatten mit einer Größe von 140 mal 150 Zentimetern, um darauf die einzelnen Objekte zu platzieren. Diese Platten können dann bei der Beurteilung in ein Modell der Umgebung des überplanten Bereichs eingesetzt werden.

Knapper Zeitraum

Weig ist sich im Klaren darüber, dass der Wettbewerbszeitraum (seit Mitte Juli) angesichts des Umfangs des Projekts relativ knapp bemessen ist. Die Büros sind daher "massiv am Entwerfen und Zeichnen". Die Grundstruktur sollte mittlerweile stehen, meint er mit Blick auf den Kalender. Um dann noch rechtzeitig fertig zu werden, sieht er auf die Teilnehmer dennoch "noch einige Nachtschichten" zukommen.

Hintergrund:

Ausstellung der Modelle

Das Preisgericht kommt am Dienstag und Mittwoch, 5. und 6. November, zusammen und begutachtet in nichtöffentlicher Sitzung die anonymisierten Modelle und Pläne. Dabei legen die Juroren auch die Preisträger fest. Alle Beiträge sollen dann zeitnah in Kemnath für die Bürger ausgestellt werden. Wo dies sein genau sein wird, steht laut Klaus Weig noch nicht fest. Die Modelle werden gemäß Vorgabe mindestens eine Woche lang zu sehen sein, voraussichtlich jedoch zwei.

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