31.01.2020 - 12:14 Uhr
IrchenriethOberpfalz

80. Geburtstag von Rudi Hesl: Dampf in den Beinen - Musik im Blut

Ehrgeizig geht er keinem Zweikampf aus dem Weg. Das ist das Urteil der Mitspieler über Rudi Hesl. Er ist schließlich im „besten Fußballeralter" mit 80 Jahren. Als „Teufelstrommler“ stufen den Rudi Volksmusikfreunde ein.

Gleich wird der Rudi den 50 Jahre jüngeren Matthias stehen lassen und abziehen.
von Ernst FrischholzProfil

Ein Tausendsassa auf zwei Bühnen: Rudi Hesl aus Irchenrieth, der 80 Jahre geworden ist. Am Samstag feierte er seinen 80. mit seinen Fußballkameraden von der DJK Irchenrieth beim Dore in Kaimling.

Weil er es nicht so macht wie andere in seinem Alter, die am Fußballplatz stehen und der Hatz nach dem Ball zuschauen oder beim Geburtstagsfest die Musikklänge der Band genießen, hat der Rudi mit seinen Fußballkameraden des AH-Teams der DJK vorher nochmals trainiert. Dann setzt er sich bei der Geburtstagsfete „fit wie ein Turnschuh“ hinters Schlagzeug und spielt sich selbst die Party. Doch Hesl ist nicht nur seit 50 Jahren beliebter Fußballer, sondern hat auch unzählige Fans unter den Volksmusikfreunden. Denn das Geburtstagskind war Teil des „Duo Wildner“.

Schließlich ist der Rudi als Aktiver der Nordoberpfälzer Volksmusikfreunde die Attraktion, der „Teufelstrommler“ bei den Volksmusiktreffen in der Region. Wenn der Deisinger Karl-Heinz anruft und sagt, "Rudi, wir machen wieder Musik", dann packt der Irchenriether sein ganzes Equipment ins Auto und fährt los. Als Schlagzeuger begleitet er dann Quetschn, Trompete oder Dudlsack.

Wenn du als Angreifer den im Rücken spürst, dann hat der Trainer einen richtigen Wadlbeißer auf dich angesetzt, sagt Wolfgang Lang über den Rudi. Für den ist es der größte Spaß, einem 50 Jahre jüngeren das Leder vom Fuß zu nehmen, oder ihn sogar zu tunneln. Begonnen hat seine Fußballkarriere erst, wenn andere schon aufhören. Mit 30 Jahren. Er war Bierfahrer der Gambrinus-Brauerei. Diese stellte damals die vielen Fußballern heute noch bekannte „Gambrinus-Elf“ zusammen, die dann viele Jahr in einer eigenen Gambrinus-Runde mit weiteren Teams spielte. 20 Jahre war er hier aktiv, bis sich die Runde auflöste. Danach schloss er sich dann den Altherren der DJK-Irchenrieth an, bei der er heute noch spielt.

Roland Bodensteiner bezeichnet ihn als Trainingsfleißigsten sowie sportliches und menschliches Vorbild. Bodensteiner führt seit fünf Jahren Statistik. Seit Hesl 75 Jahre als ist, nahm er an 274 Trainingseinheiten und 22 Spielen der Alten Herren teil.

Um weitere Einfälle ist der Rudi nicht verlegen. Im Vorjahr spielten wir beim TSV Neudorf, erzählt Bodensteiner. Der Rudi hatte sein Schlagzeug dabei und mit dem Werner Melchner am Akkordeon hat er nach dem Match zur Kirwa im Sportheim aufgespielt.

Aufgespielt hat er auch mit seiner zweiten Liebe, den „Drumms“, viele Jahre lang mit dem Wildner Hans. Beide waren ein beliebtes Duo, das getrennt wurde, als der ein Jahr jüngere Wildner mit 76 Jahren 2017 plötzlich verstarb. Die Rudi hängte da aber sein Schlagzeug nicht an den Nagel und ist als Mitglied der Nordoberpfälzer Volksmusikfreunde bei allen Musikantentreffen. Inzwischen hat er auch schon mit dem „Prem Winni“ einen neuen Partner zum Musikmachen.

Der Rudi zieht ab, da gibts kein Halten im letzten Training vor dessen 80. Geburtstag.
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