08.10.2021 - 10:22 Uhr
IrchenriethOberpfalz

Gemeinderat Irchenrieth lehnt Bauantrag für Lagerhalle ab

Es kommt selten vor, dass eine Gemeinde einen Bauantrag ablehnt. Strittige Punkte werden in der Regel im Vorfeld zwischen Bauherr und Bürgermeister geglättet. Dem war wohl nicht so beim Gesuch eines Landwirts in Irchenrieth.

Der Besitzer diese Hofs würde gerne erweitern. Die Gemeinde sagt nein. Sie will selbst in der Nähe ein Baugebiet ausweisen, gegen das der Landwirt seit Jahren juristisch vorgeht.
von Ernst FrischholzProfil

Ein Bauer hat bei der Gemeinde den Antrag auf Neubau einer landwirtschaftlichen Lagerhalle gestellt. Bürgermeister Josef Hammer stellte heraus, dass er diesen als Bauamtsleiter der Verwaltungsgemeinschaft eingehend geprüft hat und als Bürgermeister dem Gemeinderat die Ablehnung empfiehlt.

Hintergrund sei, dass schon vor einiger Zeit eine Bauvoranfrage dazu vorlag, der Bauantrag nun aber dazu Unterschiede aufweist. Der Bauherr habe seine Planungsabsicht nicht mir der Gemeinde erörtert. Darum gelte es festzustellen, dass die Gemeinde der Ansicht ist, dass hier eine geschlossene Hofstelle und nicht eine Splittersiedlung angestrebt werden soll.

In einer Lagerhalle dürften auch keine Tiere untergebracht werden. Dieser Ausschluss sei in dem Bauantrag nicht ersichtlich. Der Brandschutz sei sehr fraglich. Obendrein sei klar, dass die Gemeinde ein Auge auf die Regenwasserversickerung zu legen habe. Dabei könne man sich nicht auf Straßengräben verlassen. Die Gemeinderäte ließen sich überzeugen und stimmte gegen das gemeindliche Einvernehmen. Pikant: Beim Antragsteller handelt es sich um denjenigen Landwirt, der seit Jahren gegen das unterhalb seines Hofes von der Gemeinde geplante Baugebiet Irchenrieth-Mitte mit rund 30 Parzellen prozessiert.

Ja zu Solarpark

Ein weiteres Thema war die Änderung des Flächennutzungsplans und die damit verbundene Aufstellung des Bebauungsplans „Solarpark Irchenrieth“. Aussagen der Unteren Naturschutzbehörde, die den Standort zwar als nicht geeignet ansieht, aber zugleich die angestrebte Bepflanzung positiv sieht, gaben für die Gemeinderäte mit den Ausschlag zum Ja, wie auch eine weitere Feststellung von anderer Seite, dass keine Blendwirkung zu befürchten sei.

Dem könnte bald schon eine Vereinbarung mit „Solarpark Irchenrieth“ für eine Einspeiseleitung in öffentlichen Straßen folgen. Der Parkplatz am Waldspielplatz ist zugleich Sammelplatz für den neuen Waldkindergarten. Bürgermeister Hammer möchte hier eine Straßenbeleuchtung für 3000 Euro anbringen. Dies wurde befürwortet.

Neue Wasserleitung

Der Rathauschef warb ferner für eine zweite Wasserleitung vom Hochbehälter ins Baugebiet „Am Hennenbach“. Hier stößt die Leitung auf das Ortsnetz. Bisher gibt es nur eine Versorgungsleitung (1999 gebaut) in den Ort, die Zahl der Anschlüsse ist gewachsen und stößt an Grenzen. Zudem ist die zweite Leitung ein entscheidender Beitrag zum Brandschutz. 140000 Euro kostet die Maßnahme für die 850 Meter. Dabei muss die beauftragte Firma sowohl unter der Kreisstraße nach Kaimling als auch unter der Bundesstraße 22 die Leitung durchpressen, was bereits problemlos erfolgt ist.

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