30.04.2020 - 14:17 Uhr
IrchenriethOberpfalz

Hilferuf des Tierparks „Gleitsbachtal“

Den Tierpark „Gleitsbachtal“, idyllisch vor Weidens Toren, ein beliebter Ausflugsort für Kindergärten, Schulen und zumeist Familien packt das Coronavirus an der Existenz. Geschlossen, Öffnung nicht in Sicht, keine staatliche Finanzhilfe.

Die Tiere sind ihr gutes Futter gewohnt und an dem läßt es Manfred Urban trotz der finanziellen Probleme nicht fehlen.
von Ernst FrischholzProfil

Zwischen Bechsrieth und Irchenrieth, direkt an der Bundesstraße 22, liegt das 40000 qm große Areal mit zwei Kilometer Wegen. Über hundert Tiere, 28 verschiedene Arten, von Exoten wie Alpakas, Emus, Kängurus, bis hin zu heimischen Arten wie Damwild, Schafe, Zwergziegen und sogar griechische Landschildkröten führen da ein angenehmes Leben in der Natur in großen Gehegen. Ein beliebtes Ausflugsziel für Kindergärten, Schulen bis hin zu Seniorengruppen und natürlich Familien. Sogar ein kleiner Spielplatz ist vor Ort und ebenso ein Biergarten.

"Alles finanziert sich vom Eintritt", sagt Landschaftsbauer Urban. Es ist der einzige private Tierpark in der Oberpfalz. Hinter anderen stehen die Gemeinden, hinter mir niemand, so Urban. Er kriegt keinerlei finanzielle Förderung. Sein privates Geld ist hier eingesetzt und nun in Gefahr. Die eigenen Weideflächen im Park bringen auch weniger, aufgrund der Trockenheit. Aber Urban muss grundsätzlich Futter zukaufen. Drei Tonnen Gerste, zwei Tonnen Mais, zwei Tonnen zusätzliches Bezahlfutter, 450 Ballen Heu und lastwagenweise alte Semmeln und Brot. Die Backwaren werden getrocknet, dann geschreddert und teilweise dazu mit anderem Futter vermischt. So kann Urban seine Tiere, denen es sichtbar gut geht, artgerecht ernähren. Arznei und Tierarztkosten fallen zudem an.

Aber das alles gibt es nicht zum Nulltarif. Die Preise auch in diesem Segment sind gestiegen. Aber das alles konnte Urban bisher amotisieren und hätte es auch weiterhin gekonnt. Dann aber kam Corona. Tierpark geschlossen. Der Besuch über Ostern, die Ferien bis jetzt nicht möglich und Urban befürchtet, auch über Pfingsten zu. Das wäre wohl dann das „Aus“. Urban hat auch schon beim Freistaat Soforthilfe beantragt, fällt aber da durchs Raster. Zwecks Öffnung ist Urban auch in Kontakt mit dem staatlichen Veterinäramt, das großes Verständnis zeigt und mit dem er immer ein gutes Verhältnis hatte, kann ihm zwecks Öffnung auch nicht weiter helfen. Dabei könnte er durchaus die Öffnung von der Besucherzahl her steuern und auch das Tragen von Masken verlangen. Zudem sind die Wege bis vier Meter breit. Da begegnet man sich nicht eng. Aber es geht eben nicht. Bereits fehlen ihm 25 Prozent des Jahresumsatzes und das wird eng. „Es geht mir nass rein“, resümiert Urban. Darum sein „Hilferuf“.

Er müsse die Zeit einfach finanziell überstehen, schafft das aber alleine nicht. Finanziell gibt es kein Anzapfen von Fördertöpfen, also blieben nur Geldspenden. Von kleinen Beträgen bis hin zu größeren, alles würde helfen. Firmen sind derzeit auch gebeutelt, da brauch ich gar nicht zum Betteln hingehen, setzt Urban dazu. Also was bleibt ihm anderes übrig als der Hilferuf. Wer sich hier angesprochen fühlt und einen kleinen oder auch größeren Beitrag in dieser für den Tierpark schweren Zeit leisten möchte, kann dies unter seinem Namen „Urban“ bei den Vereinigten Sparkassen, DE43753519600240165456 und auch diesbezüglich bei ihm unter Telefon 01718181857 rückfragen.

Lastwagenweise kauft Urban alte Backwaren zu, trocknet und schreddert sie dann zu Futter.
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