10.05.2019 - 10:53 Uhr
IrchenriethOberpfalz

Immer mehr brauchen Betreuung

Der Arbeitskreis „Offene Behindertenarbeit“ hat einiges zu tun, heißt es bei der Jahressitzung im HPZ in Irchenrieth. Der Beratungsbedarf sei derzeit deutlich gestiegen seit die Behindertenbeauftragtenstelle bei der Stadt Weiden vakant ist.

von Autor GRMProfil

Trotz Spenden bleiben die Kosten nach wie vor ein großes Thema. Vom Staat werden zwei Vollzeitstellen gefördert, mehr als vier Vollzeitstellen bleiben ungefördert. Für 2019 mussten deshalb die Betreuungssätze erhöht werden, für die Familien bleiben so weniger Betreuungsstunden zur Verfügung, bedauerte Bereichsleiterin Martina Grüner.

HPZ-Vorstandsvorsitzender Helmut Dörfler beklagte: "Der Aufgabenbereich wird immer größer, die Förderung bleibt gleich. Es werden immer mehr eigene Mittel erforderlich!" Beim Besuch der Bayerischen Sozialministerin Kerstin Schreyer im HPZ hat Dörfler die mangelnde Förderung für Offene Hilfen angesprochen, die derzeit bei einer Planstelle pro 50 000 Einwohner festgelegt ist. "Wir brauchen eine Verbesserung, um Teilhabe wirklich ernst zu nehmen", so Dörfler, dem von der Ministerin eine Schlüsselanpassung für das nächste Haushaltsjahr in Aussicht gestellt wurde.

Immer mehr eigene Mittel

Martina Grüner, die auch Bezirkssprecherin ist, wird sich an entsprechenden Stellen ebenfalls für nachhaltige Verbesserungen einsetzen.

Neu im Gremium stellte sich die juristische Peerberaterin Andrea Wiedl vor und informierte über die "Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung", die von der Bundesregierung vor einem Jahr neu ins Leben gerufen wurde. Die Weidener Beratungsstelle gibt es seit einem Jahr und ist im Gebäude des ARV untergebracht. Sie berät alle Menschen mit Behinderung, die krank oder von Behinderung bedroht sind und auch deren Verwandte. Die Beratung ist kostenlos, um eine Voranmeldung dazu wird gebeten.

Ehrenamtler gesucht

"Die Beratungskapazität für die Behindertenarbeit ist in unserem Raum vorhanden, jetzt gilt es, die Zusammenarbeit zu koordinieren", waren sich die Vertreterinnen der Offenen Behindertenarbeit im Heilpädagogischen Zentrum in Irchenrieth einig.

Die fachliche Leiterin beim ARV, Gesundheitspsychologin Manuela Da Ros, berichtete von 161 Aktivitäten für Menschen jeder Altersstufe mit und ohne Behinderung. Das ARV-Team mit 15 ehrenamtlichen Mitarbeitern organisierte 26 Veranstaltungen in den Bereichen Freizeitgestaltung, Bildung und Inklusion. Dringend notwendige ehrenamtliche Mitarbeiter werden laufend gesucht, dies gelte vor allem auch für die Herausgabe der inklusiven Zeitschrift "ARV-BeOBAchter".

Von ständig steigendem Betreuungsbedarf sprach Martina Grüner in ihrem Rückblick auf die Arbeit im Landkreis Neustadt und in der Stadt Weiden für derzeit 211 geistig und mehrfachbehinderte Menschen im Alter von sechs bis 65 Jahren.

Im Bereich des Familienentlastenden Dienstes wurden 6653 Stunden geleistet und damit 149 Familien unterstützt. 134 Freizeit-, Bildungs- und Begegnungsmaßnahmen mit durchschnittlich elf Teilnehmern standen auf dem Programm. Bei 21 Inklusionsprojekttagen an Schulen wurden rund 1100 Schüler erreicht. Dabei wirken 115 Mitarbeiter mit, davon 79 Ehrenamtliche mit und 36 ohne Aufwandsentschädigung.

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