Gut 70 Leute besuchten die Bürgerversammlung in Irchenrieth – die letzte für Bürgermeister Josef Hammer. Damit zeigten die Bürgerinnen und Bürger nicht nur Interesse an der Entwicklung der Gemeinde, sondern wohl auch eine gewisse Wertschätzung. Hammer sprach erst einmal die Finanzen an. So habe die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde bei seinem Amtsantritt bei 585 Euro betragen – heute liege sie bei null. Heute verfüge die Gemeinde sogar über ein Barvermögen von 1,7 Millionen Euro, so Hammer.
Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner sei von 1162 beim Amtsantritt auf 1672 gestiegen. Dies sei auch dem Verkauf von 250 Bauplätzen geschuldet. 22 Bauwerber stünden derzeit auf der Warteliste. Weiter erinnerte Hammer an den Erwerb des Kindergartens Sankt Otto. Bei nun 120 Krippen- und Kindergartenplätzen gebe es keine Warteliste mehr.
Näher ging Hammer auf die diesjährigen Großprojekte ein. So würden 800.000 Euro in eine Kanalsanierung investiert. Dazu werde eine neue 1,8 Kilometer lange Trinkwasserhauptleitung gebaut, die von der Kaimlinger Straße beim HPZ bis zum Ende der Landrat-Christian-Kreuzer-Straße bei Holzbau-Härtl reiche. Hierfür würden 900.000 Euro in die Hand genommen.
Hammer machte hier deutlich, dass es eine Umlage geben müsse, denn derartige Einrichtungen seien kostenneutral von der Gemeinde zu betreiben. Der Gemeinderat habe sich einstimmig darauf verständigt, dass die Kostendeckung über den Wasserverkaufspreis erfolgen werde, kalkuliert über 40 Jahre. Sogenannten Grundgebühren erteilte Hammer dabei eine Absage. Würden zum Beispiel wie teils anderorts 60 Euro an Grundgebühr eingepreist, dann wäre das Wasser etwa für eine Witwe mit kleinem Verbrauch recht teuer, für einen Betrieb hingegen äußerst günstig. „Wer Trinkwasser braucht, soll das seinem Verbrauch entsprechend bezahlen“, meinte Hammer und erntete viel Applaus.
Anfragen gab es nur wenige. Markus Bächer wünschte sich, dass die Waldwege so wie etwa auf dem Losenberg hergerichtet werden. Gisela Härtl sah ein Sicherheitsproblem bei der Ausfahrt aus dem Bauhof, weil man nicht in den Radweg hineinsehen könne. Sie empfahl, die Sträucher zu stutzen. Ein Bürger wollte wissen, wann die Inseln im Dachs- und Hasenweg bepflanzt werden. „Wohl im Herbst“, lautete Hammers Antwort. Ein anderer Bürger prangerte einen „Sperrmülltourismus“ an. Hammer sagte, dass dieses Problem überall bestehe, für die Terminverkündung sei das Landratsamt zuständig. Der Vorschlag des Bürgermeisters: Die Sachen nicht schon drei Tage vorher rausstellen.
Eingangs bot Bürgermeister Hammer dem neuen Irchenriether Landarzt Josef Valenta die Möglichkeit, sich den Bürgern vorzustellen. Überrascht sei der junge Arzt von der Unterstützung, die er in Irchenrieth erfahre. „Ihr Irchenriether steht bei mir immer vorne“, sagte Valenta dankbar. Bereits nach 20 Tagen könne er 300 Patienten verzeichnen. Valenta durfte sich vor Ort auch ins Buch der Gemeinde eintragen.














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