11.12.2020 - 16:05 Uhr
Kaibitz bei KemnathOberpfalz

Woidboyz in Kaibitz als "oide Rittersleit'"

Die Woidboyz hatten vom besten Witzeerzähler im Kemnather Land gehört. Den fand das Trio vom Bayerischen Rundfunk zwar in Kaibitz, doch am Ende ihrer Sendung hielten sich die Moderatoren ihre Bäuche hauptsächlich aus einem anderen Grund.

Martina und Helene Eibisch (stehend von links) tischten für die Woidboyz Andi Weindl, Uli Nutz und Basti Kellermeier (hinten sitzend von links) sowie deren Aufnahmecrew (vorne) ein Ritteressen auf.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Kastl, Schmierhof und Kemnath hatten die Woidboyz für ihre gleichnamige "On the Road"-Serie bereits nach interessanten Menschen abgeklappert, als sie beim Mittagessen in Kaibitz vom angeblich besten Witzeerzähler im Gäu hörten. Tippgeber war Daniel Eibisch, der von seinem Großvater Ernst sprach. Die Moderatoren der BR-Sendung, Basti Kellermeier, Uli Nutz und Andi Weindl, wollten die Probe aufs Exempel machen. Mit dem Besuch des Kaibitzers und seiner Frau Helene auf deren Gutshof begann die Folge am vergangenen Donnerstag.

Witz vom Handy

Statt mit einer Haustürklingel müssen die Drei mit einer Glocke auf sich aufmerksam machen. Das gibt einen Vorgeschmack auf das, was die Fernsehleute im Inneren erwartet: "ein schönes altes Bauernhaus" mit einer "Küche wie im Mittelalter", meinen die beeindruckten Gäste. Dennoch weiß Ernst auch moderne Technik zu schätzen. Denn den Witz, den er erzählen soll, schaut er auf seinem Handy nach. Der ist zwar nicht ganz jugendfrei, bleibt aber auf Beschluss von Andi, Basti und Uli in der Aufzeichnung. Zum Witz liefert ihnen der Hausherr noch ein Musikstück auf seinem Fichtenhorn, samt kurzer Erklärung wie und aus was dieses Instrument entsteht.

Derweil fällt Weindls Blick auf eine auf Helene ausgestellte Urkunde mit einem Ritter. Und schon wechselt das Thema auf das von Ernst in einen Rittersaal umgebaute Brauhaus und Helenes Idee, dort Ritteressen anzubieten. Darauf haben die Woidboyz "Bock", doch "aufführen wie d'Sau", wie Andi meint, dürfe man sich dort nicht. Es gebe dabei Regularien zu beachten, bei Verstoß drohe die Schandgeige, klärt sie die Kaibitzerin auf. Doch die Neugier ist geweckt, und schon geht es hinüber zu Schwiegertochter und Wirtin Martina Eibisch, die sie mit ihrem Wunsch gerade beim Haarewaschen überraschen. Mit ihrem Sohn Daniel zeigt sie ihnen zwar den Saal, erläutert auch noch, dass zum Ritteressen nur "Kochlöffel und Messer" zum Besteck gehören, doch kochen kann sie nicht für das Trio, "weil wir heute die Kirchweih haben" und sie wenig Zeit für die Vorbereitung habe. Doch für den Folgetag sagt sie zu.

Theaterfundus im Stodl

Die Rollen haben Uli als König, Andi als Bauer und Basti als Ritter schnell verteilt, doch fehlt ihnen das richtige Outfit. Der Zufall führt sie schnurstracks in die Arme von Bernhard Stich vom Ölbrunner Trachtenverein Goldbachtaler, der - man höre und staune - auch über eine Theatergruppe verfügt. Die spiele allerdings überwiegend Bauerntheater, dämpft der Frankenreuther allzu hohe Erwartungen. Dennoch bringt er die Drei zu Reinhard und Elisabeth Prechtl, bei denen der Fundus im Stodl lagert. Und dort werden die Woidboyz sogar fündig. Jetzt braucht es nur noch eine Krone und ein Schwert für den König. Da verweist die mittlerweile hinzugekommene Theaterregisseurin Christine Stich auf ihren Faschingsfundus daheim.

Ich glaub', ihnen hat's gefallen.

Wirtin Martina Eibisch

Auf dem Weg zu ihrem Zuhause erzählt sie, dass sie bereits seit 25 Jahren Regisseurin bei der Theatergruppe sei. Ihr Engagement und das ihres Mannes Bernhard hier lasse sich aber nur schwer mit ihren "vielen Kindern" vereinbaren. Beide kümmern sich - neben zwei leiblichen Kindern - als Pflegefamilie seit rund 18 Jahren um bislang 23 Mädchen und Jungs. Sie alle seien für das Ehepaar "vom ersten Augenblick an" wie die eigenen Kinder.

Sechsjähriger "größtes Glück"

Uli und Andi sprechen die nicht einfachen Trennungen an, wenn eines dieser Kinder die Familie wieder verlässt. "Man hält es aus", sagt Christine dazu. Sich darauf einzustellen, mache es leichter. Zudem mache sie Theater als Auszeit und könne auf die Unterstützung ihres Mannes und ihres erst 15-jährigen Sohnes Toni zählen. Ihr "größtes Glück" sei ein sechsjähriges behindertes Kind, das sie vor fünf Jahren aufgenommen haben. Der Junge zeige ihnen, "was Leben und Glücklichsein heißt".

Mittlerweile ist in Kaibitz für das Ritteressen hergerichtet, wo Martina und Helene Eibisch als "wertes Weibsvolk", ebenfalls in passender Kleidung, die hungrigen Mäuler schon erwarten. Nachdem Helene ihnen die Trink- und Zechregularien, stets auf die Gesundheit anzustoßen, eingetrichtert hat, serviert deren Schwiegertochter als ersten Gang Brotsuppe. Dieser werden noch Bauernente mit Knödel und Gemüse sowie eine Käseplatte folgen. Dazu gibt es immer wieder Metwein, dunkles Bier und Schnaps - natürlich nur für die Gesundheit.

Auch die umliegenden Orte um Kaibitz haben die Woidboyz unsicher gemacht

Kastl bei Kemnath

Mehrere Stunden dauerte der Schmaus, der sich normalerweise aus acht bis zehn Gängen zusammensetzt, berichtet Martina Eibisch gegenüber Oberpfalz-Medien. "Ich glaub', ihnen hat's gefallen", die Woidboyz hätten jedenfalls kräftig zugelangt. Die Jungs seien "ganz arg nett", allerdings sei es für sie nicht ganz einfach gewesen, als die plötzlich vor ihrer Tür standen.

Wo ist Ely Eibisch?

Bis auf ihren Mann Ely waren in dem Beitrag alle Familienmitglieder zu sehen. Sie erklärt, wo denn der Stadt- und Kreisrat sowie BBV-Kreisobmann in dieser Zeit war: Er sei erst spät von einer Sitzung zurückgekommen. Die Woidboyz seien gerade am Aufbrechen gewesen. Daher habe ihr Mann, wie zuvor auch schon Sohn Daniel, ihnen zum Abschied etwas auf dem Jagdhorn vorgespielt. Doch das sei nicht mehr fürs Fernsehen aufgezeichnet worden.

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