Mit seinen unglaublichen 90 Jahren arbeitet Georg Baier noch immer mit seinem ganzen Stolz, einem 62 Jahre alten und 15 PS starken Schlüter-Schlepper. Vor kurzem feierte der betagte aber äußerst rüstige und vitale „Dorner-Schorsch“, wie er den Dorfbewohnern mit seinem Hausnamen bestens bekannt ist, seinen 90. Geburtstag mit vielen Gästen, die sich gerne ein Stelldichein im Gasthof „Zum Förster“ gaben, um den bekannten Kaimliger die besten Glück- und Segenswünsche zu übermitteln. Nach der Philosophie „Niat nougem zwingt alles“ oder „Wer rastet der rostet“ richtet sich der Jubilar seine Alltagsbeschäftigung rund um sein Anwesen ein. Als vor acht Jahren seine Ehefrau Christine starb, eine geborene Knorr aus Diepoltshof, mit der er 58 Jahre verheiratet war, ließ sich der Senior keineswegs hängen und bewältigt seither den Alltag alleine.
„Ich setz mich nicht den ganzen Tag auf die Couch und warte, was kommt“, zeigt der ehemalige Landwirt, dass ihm die Ideen noch längst nicht ausgehen. Sämtliche anfallenden Reparaturen im und am Haus erledigt Baier noch ganz alleine. Der handwerklich geschickte Mann ist auch noch oft mit seinem 24 Jahre alten Golf unterwegs. Seine unbändige Tatkraft bringt er noch immer beim jährlichen Brennholzmachen ein, zu dem ihm seine Kinder unterstützen. Als Baier 1972 sein Wohnhaus an der Herrenstraße 3 baute, gab er die Landwirtschaft auf und arbeitete erst bei der Firma Detag und bei Glas Schöninger in Luhe, bis er die letzten 14 Jahre bis zum Ruhestand bei der Porzellanfirma Bauscher in Weiden als „Mädchen für alles“ überaus geschätzt wurde.
Seine Kinder Hedwig, Margareta und Georg kümmern sich liebevoll um den Vater und sind stolz auf seine nicht nachlassende Lebensfreude. Auch die Enkel Bettina und Stefan durften bei der Geburtstagsfeier nicht fehlen. Baier wurde am 27. Oktober 1928 in Kaimling geboren. Im Alter von 16 Jahren wurde er zum Reichsarbeitsdienst nach Erlenbach bei Neumarkt eingezogen. Wenig später geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft in Heilbronn. Dort traf er zufällig auf Fritz Schönberger, einen unmittelbaren Nachbarn aus seinem Heimatdorf. Die Geschwister Katrin und Martin Baier unterhielten die Geburtstagsschar musikalisch. Der Jubilar ließ es sich nicht nehmen den Tanzreigen an diesem Abend zu eröffnen, denn Tanzen war zeitlebens seine große Leidenschaft. Pfarrer Gerhard Schmidt übermittelte Gottes Segen, Stadtrat Johann Gösl überbrachte die Glückwünsche im Namen der Stadt.














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