Kaimling bei Vohenstrauß
31.10.2018 - 11:16 Uhr

62 Jahre alter Schlüter der ganze Stolz

Täglich ist Georg Baier mit seinen 90 Jahren auf seinem Anwesen mit irgendwelchen Arbeiten beschäftigt. Ob Brennholz machen oder sägen - langweilig wird es dem Senior nie.

Zwei vom ganz alten Schlag und eine richtige Liebesgeschichte: Zwischen Georg Baier und dem 62 Jahren alten Schlüter besteht eine innige Beziehung. Die Technik ist dem Senior bestens vertraut. Was man liebt, behandelt man behutsam, geht besonders rücksichtstvoll und sanft damit um. Bild: dob
Zwei vom ganz alten Schlag und eine richtige Liebesgeschichte: Zwischen Georg Baier und dem 62 Jahren alten Schlüter besteht eine innige Beziehung. Die Technik ist dem Senior bestens vertraut. Was man liebt, behandelt man behutsam, geht besonders rücksichtstvoll und sanft damit um.

Mit seinen unglaublichen 90 Jahren arbeitet Georg Baier noch immer mit seinem ganzen Stolz, einem 62 Jahre alten und 15 PS starken Schlüter-Schlepper. Vor kurzem feierte der betagte aber äußerst rüstige und vitale „Dorner-Schorsch“, wie er den Dorfbewohnern mit seinem Hausnamen bestens bekannt ist, seinen 90. Geburtstag mit vielen Gästen, die sich gerne ein Stelldichein im Gasthof „Zum Förster“ gaben, um den bekannten Kaimliger die besten Glück- und Segenswünsche zu übermitteln. Nach der Philosophie „Niat nougem zwingt alles“ oder „Wer rastet der rostet“ richtet sich der Jubilar seine Alltagsbeschäftigung rund um sein Anwesen ein. Als vor acht Jahren seine Ehefrau Christine starb, eine geborene Knorr aus Diepoltshof, mit der er 58 Jahre verheiratet war, ließ sich der Senior keineswegs hängen und bewältigt seither den Alltag alleine.

„Ich setz mich nicht den ganzen Tag auf die Couch und warte, was kommt“, zeigt der ehemalige Landwirt, dass ihm die Ideen noch längst nicht ausgehen. Sämtliche anfallenden Reparaturen im und am Haus erledigt Baier noch ganz alleine. Der handwerklich geschickte Mann ist auch noch oft mit seinem 24 Jahre alten Golf unterwegs. Seine unbändige Tatkraft bringt er noch immer beim jährlichen Brennholzmachen ein, zu dem ihm seine Kinder unterstützen. Als Baier 1972 sein Wohnhaus an der Herrenstraße 3 baute, gab er die Landwirtschaft auf und arbeitete erst bei der Firma Detag und bei Glas Schöninger in Luhe, bis er die letzten 14 Jahre bis zum Ruhestand bei der Porzellanfirma Bauscher in Weiden als „Mädchen für alles“ überaus geschätzt wurde.

Seine Kinder Hedwig, Margareta und Georg kümmern sich liebevoll um den Vater und sind stolz auf seine nicht nachlassende Lebensfreude. Auch die Enkel Bettina und Stefan durften bei der Geburtstagsfeier nicht fehlen. Baier wurde am 27. Oktober 1928 in Kaimling geboren. Im Alter von 16 Jahren wurde er zum Reichsarbeitsdienst nach Erlenbach bei Neumarkt eingezogen. Wenig später geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft in Heilbronn. Dort traf er zufällig auf Fritz Schönberger, einen unmittelbaren Nachbarn aus seinem Heimatdorf. Die Geschwister Katrin und Martin Baier unterhielten die Geburtstagsschar musikalisch. Der Jubilar ließ es sich nicht nehmen den Tanzreigen an diesem Abend zu eröffnen, denn Tanzen war zeitlebens seine große Leidenschaft. Pfarrer Gerhard Schmidt übermittelte Gottes Segen, Stadtrat Johann Gösl überbrachte die Glückwünsche im Namen der Stadt.

Für das Geburtstagsfoto dreht der Senior eine Extra-Runde in seinem Hof. Mit seinen 90 Jahren steigt er behände auf den Bulldog und startet durch. Beide sind tief verwurzelt. Rost am Schlüter duldet der Senior nicht und rückt gleich mit der Drahtbürste an. Als wären die Spuren des Lebens an beiden haltlos vorübergegangen. Bild: dob
Für das Geburtstagsfoto dreht der Senior eine Extra-Runde in seinem Hof. Mit seinen 90 Jahren steigt er behände auf den Bulldog und startet durch. Beide sind tief verwurzelt. Rost am Schlüter duldet der Senior nicht und rückt gleich mit der Drahtbürste an. Als wären die Spuren des Lebens an beiden haltlos vorübergegangen.
 
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