"Die Opfer vor dem Vergessen bewahren"

Ökumenischer Gottesdienst und Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Kaltenbrunn

In Ehrfurcht vor den Toten beider Weltkriege, der Opfer von Gewaltherrschaft sowie aller im Dienst gestorbenen Soldaten weltweit legten Bürgermeister Ludwig Biller und sein Stellvertreter Herbert Rudolph einen Kranz nieder.
von Siegfried BockProfil

„Der Volkstrauertag erinnert uns an das Unfassbare: Über 120 Millionen Menschen bezahlten die beiden Weltkriege mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit. Die Toten sind Teil unserer Familien- und Ortsgeschichte. Und damit müssen wir uns auseinandersetzen“, sagte Pfarrer Matthias Weih beim mit Pfarrer Varghese Puthenchira gestalteten ökumenischen Gottesdienst am Sonntag.

So wie das Volk zur Zeit des Jeremia nicht eingestehen wollte, dass es in die Irre gegangen sei, die Klage des Propheten ungehört blieb und der Weg des Gottesvolkes in den Untergang führe, gebe es auch heute Menschen, die sich „blindlings“ verrennen würden, betonte Weih. „Frieden fängt bei uns ganz persönlich an: Dort, wo wir bereit sind, auf andere zuzugehen, eine zugeschlagene Türe wieder zu öffnen, die Hand zur Versöhnung zu reichen, mit anderen zu reden, mit denen wir schon lange nicht mehr geredet haben.“

Im Schweigemarsch zogen Vereine, Verbände und Bevölkerung zum Kriegerdenkmal. „Uns führt heute die Trauer zusammen, verbunden mit dem Bestreben, die Opfer vor dem Vergessen zu bewahren“, sagte Bürgermeister Ludwig Biller. Der Volkstrauertag setze hier ein Zeichen. Wo stehen wir heute und welche Werte sind wichtig, fragte er. „Ist es nicht an der Zeit, genau zu analysieren, was militärische Interventionen bringen?“ fragte Biller mit Blick auf die Beteiligung Deutschlands an internationalen Einsätzen. Der katholische Kirchenchor und der evangelische Posaunenchor begleiteten die Feierstunde, die mit der gemeinsam gesungenen Nationalhymne endete.

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