"SaKrisch" viel Musik

Die Feuerwehr Kaltenbrunn fiebert auf das Festwochenende von Freitag bis Sonntag, 27. bis 29. Juli, hin

1965 erhielt die Wehr eine neue TS 8, die Pfarrer Ludwig Bock segnete.
von Siegfried BockProfil

(bk) Die lange Zeit intensiver Vorbereitungen ist zu Ende. Zum 150-jährigen Jubiläum, das von Freitag bis Sonntag, 27. bis 29. Juli, gefeiert wird, macht sich die Marktfeuerwehr ein besonderes Geschenk: eine neue Vereinsfahne für 7000 Euro. Die Schirmherrschaft haben Landrat Andreas Meier und Bürgermeister Ludwig Biller übernommen.

Stolz war man schon bei der Gründung, eine der ersten Feuerwehren in der Gegend zu sein. Als Gründungsdatum findet man in den Dokumenten den 23. Juli 1868. Vorsitzender war der Kaufmann Johann Rittner. Er gründete auch den Sterbeverein. Die Wehr bestand damals aus 33 Freiwilligen. Sie wurden in folgende Posten eingeteilt: sieben Chargen, ein Signalist, zwölf Steiger, zehn Spritzenmänner, drei Ordnungsmänner. Weitere 78 Mann waren zur Unterstützung bei Bränden zwangsverpflichtet. Einer der wichtigsten Posten für diese Hilfskräfte war die Aufgabe des Austrägers, während der Feuersbrunst Hab und Gut aus den gefährdeten Häusern zu retten.

Aufgrund der geringen Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen waren an Löschgerätschaften 1870 nur folgende Anschaffungen möglich: eine Löschmaschine und zwölf Eimer (Eigentum der Gemeinde). Von der Wehr wurden gekauft sechs Seile und Gurte nebst Zubehör, ein Rettungssack, eine zweiholmige Rettungsleiter und zwei kleine Leitern.Unter den immer wieder auftretenden Bränden ist vor allem die Feuersbrunst 1887 zu erwähnen, die 21 Gebäude vernichtete. 1897 stiftete Pfarrer Robert Lettl die erste Fahne, die nach Renovierung 1980 bis heute getragen wird.

Die Patenschaft übernahm die Feurwehr Freihung. Das erste Protokoll stammt vom 18. Juni 1898. 1922 wurden eine Schubleiter und eine Handspritze angeschafft. Auf 120 Mark setzte man den Jahresbeitrag 1923 fest.

1933 wurde die Mitgliederzahl 100 überschritten. Der letzte Eintrag ins Protokoll vom 15.Januar 1939 stammt von Nikolaus Meier. Der unheilvolle Zweite Weltkrieg riss auch in die Reihen der Wehr schmerzliche Lücken. Am 6. Dezember 1947 berief Bürgermeister Josef Krauß die erste Versammlung nach dem Krieg ein. Zusammen mit 15 Neuaufnahmen versuchte man einen Neubeginn. Zur Finanzierung der TS 4 und TS 8 wurde 1951 bei der Gemeinde die Einführung der Feuerschutzabgabe beantragt. Im Förster- und Kummer-Garten feierte man das 85-jährige Bestehen.

Waren die Verantwortlichen bisher jeweils nur relativ kurz im Amt gewesen, so begann 1955 mit Karl Burkhard eine neue Ära. Mit zweijähriger Unterbrechung führte er die Wehr bis 1972 mit großem Elan und glänzend Regie beim dreitägigen 100-jährigen Jubiläum. Untrennbar mit der Wehr verbunden ist der Name Hans Rodler. Von 1962 bis 1972 Kommandant und anschließend 21 Jahre Vorsitzender, hat er die Wehr geprägt und auch durch Krisenzeiten geführt. In seine Fußstapfen traten 1994 Hermann Neubauer und seit 2009 Thomas Gmeiner. Die Kommandanten Georg Tafelmeyer (1982 bis 1994) und seither Alexander Kummer haben die Aufbauarbeit von Rodler und Georg Spöth erfolgreich weitergeführt. Retten, löschen, bergen, schützen - diesen Aufgaben ist die Wehr, immer noch beseelt vom Geist der Freiwilligkeit, bis heute gerecht geworden.

Technische Hilfeleistung, insbesondere bei Verkehrsunfällen, haben mittlerweile die reine Brandbekämpfung abgelöst. Nur eine optimale Ausbildung und Ausrüstung kann mit dieser Entwicklung Schritt halten. Die Marktfeuerwehr hat hierfür mit Unterstützung des Gemeinderats die besten Voraussetzungen geschaffen und sich zur High-Tech-Truppe entwickelt. 1993 wurde das 125-jährige Gründungsfest groß gefeiert. In das Gerätehaus (2001) und in die Gerätehalle (2006) wurden rund 10 000 Stunden Eigenleistung investiert. Der Fuhrpark besteht aus dem modernen HLF 20 und dem Tragkraftspritzen-Fahrzeug. Ein neues Mehrzweckfahrzeug steht kurz vor der Auslieferung.

Die Ausrüstung komplettieren hydraulischer Rettungssatz, Stromerzeuger mit Beleuchtungseinrichtung, Atemschutzgeräte, Wärmebildkamera, Türöffnungssatz, Rettungsplattform und Hebekissen, Verkehrssicherungs- und Sonderlöschmittelanhänger.

Auch Nachwuchsarbeit ist eine wichtige Säule in Kaltenbrunn. Stolz ist man auf speziell ausgebildete Ersthelfer.







Info:

Das Festprogramm

Freitag, 20.30 Uhr, Bieranstich im Festzelt am FC-Sportplatz, 21.30 Uhr Partyabend für Jung und Alt mit der Band "Die Volxxliga" (Eintritt an der Abendkasse sieben Euro, Vorverkauf sechs Euro), 23 Uhr Vorstellung der Festdamen durch Jürgen Meyer von Radio Ramasuri. Samstag, 17 Uhr, Schweigemarsch vom Marktplatz zum Kriegerdenkmal (Totenehrung), 17.30 Uhr Kirchenzug zum Festplatz,18 Uhr ökumenischer Gottesdienst mit Fahnenweihe, 20 Uhr Festabend mit der Band "SaKrisch", 23 Uhr Tanzaufführung der Festdamen. Sonntag, 8.30 Uhr, Einholung der Festdamen, 9 Uhr der Fahnenmutter, 10 Uhr Weißwurst-Frühschoppen mit der Blaskapelle Thanhausen, ab 11 Uhr Mittagessen im Festzelt, 14 Uhr Festzug durch den Markt, anschließend Festbetrieb mit der "Pirker Blechmusi", ab 18 Uhr Verlosung.

Im Heimatmuseum von Alfons Bösl ist dieser Helm von 1910 aufbewahrt.

1965 erhielt die Wehr eine neue TS 8, die Pfarrer Ludwig Bock segnete.

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