Veranstaltung in Kaltenbrunn macht Mut für letzten Lebensabschnitt

Wie fühlt sich ein an Demenz Erkrankter im Alltag? Wie kommuniziert man mit älteren Menschen, ohne ungewollt Konflikte auszulösen? Solche und ähnliche Themen standen im Mittelpunkt eines Wochenendes voller Infos.

Georg Pilhofer macht Mut und Hoffnung für den Lebensabschnitt Alter über 65.
von Redaktion ONETZProfil

Hand in Hand mit dem Projekt Agil leben im Alter (Alia) der Lars-und-Christian-Engel-Stiftung, Luce, Weiherhammer und dem Verein zur Förderung der seelischen Gesundheit im Alter (Sega e.V.) fand im Sportheim in Kaltenbrunn ein Wochenende zum Thema “Alter – mit und ohne Demenz“ statt. Georg Pilhofer von der Gerontopsychiatrischen Koordinationsstelle Oberpfalz im Sozialpsychiatrischen Zentrum Amberg machte mit seinem Vortrag „Mit 66 Jahren fängt das Leben an“ den Anfang. Frei nach dem Schlager von Udo Jürgens unterstrich er die Wichtigkeit der seelischen Gesundheit im Alter und wollte Mut für diesen Lebensabschnitt machen.

Dr. David Rester, Projektleiter Alia, gab einen Einblick in die Ziele des Projekts. Es sollen unter anderem geeignete Bildungsangebote für Bürger, Hilfsbedürftige, Engagierte, pflegende Angehörige und auch Gesundheitsdienstleister entwickelt werden. Sebastian Schuster von der Gerontopsychiatrische Koordinationsstelle Oberpfalz im Sozialpsychiatrisches Zentrum Amberg gab Tipps zur Gesprächsführung mit älteren Menschen. „Verstehen und verstanden werden – nicht immer leicht“, so Schuster, denn: „Das Gegenteil von gut ist gutgemeint.“ Das Grundbedürfnis des Menschen, sich mitzuteilen, sei im Alter oft durch Krankheit oder Pflegebedürftigkeit erschwert. Ein unüberlegt gesagter oder falsch verstandener Satz könne Konflikte auslösen, auch wenn die Idee dahinter noch so gut gemeint war. Dies veranschaulichte Schuster an Beispielen.

Der demografische Wandel wird in den nächsten Jahren zunehmen. Das lässt sich an den steigenden Zahlen in der Personengruppe über 65 Jahren erkennen. Parallel dazu steigen auch die Demenzerkrankungen. Mit dem Projekt „Helfend-Engagiert-Respektvoll-Zugewandt“ sollen hierfür möglichst viele Oberpfälzer durch Öffentlichkeitsarbeit sensibilisiert werden. Gemeinsam mit seinen Partnern will hier der Verein Sega und die Fachstelle Demenz und Pflege Oberpfalz mit möglichst niederschwelligen Angeboten das Thema Demenz den Bürgern näherbringen. Kommunen, die diese Arbeit unterstützen, können dadurch eine Zertifizierung erlangen.

Maria Müller von Sega half den Besuchern, eine VR-Brille anzuwenden, in der hochmoderne Displays verbaut sind. Mit dieser Brille ist es möglich, hautnah Filme zu erleben, in Videospiele einzutauchen oder auch älteren Menschen visuelle Erlebnisse zuteil werden zu lassen, die sie im normalen Leben nicht mehr erleben können. Sonja Oleson von der Fachstelle Demenz und Pflege Oberpfalz baute an beiden Tagen einen Demenzparcours auf, der den Teilnehmern aufzeigte, wie an Demenzerkrankter einen Tag erlebt. An 13 Stationen erfuhren die Anwesenden, wie sie einfache Handlungen nicht mehr umsetzen können, Gewohntes nicht mehr gelingen will, Verzweiflung wütend macht oder sie sich unzulänglich zu fühlen. Viele Besucher gewannen durch diese Erfahrungen ein neues Bild von demenzerkrankten Mitmenschen.

In einer Pause sorgten die „Kirwa-Kids“ von der TSG Weiherhammer für Abwechslung. Die unter Leitung von Susanne Martin und Barbara Heibl einstudierten Kirwatänze, die von den Kindern voll Freude vorgetragen wurden, sorgten für eine willkommene Abwechslung. Mit großem Applaus konnten die Zuschauer die Kinder zu einer Zugabe animieren.

Etzenricht
Sebastian Schuster erklärt den Unterschied zwischen gut und gut gemeint
Die Kirwa-Kids der TSG Weiherhammer zeigen ihre neu einstudierten Kirchweih-Tänze.

Das Gegenteil von gut ist gutgemeint.

Sebastian Schuster

 

 

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