03.04.2020 - 12:05 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Nach 126 Jahren Flagge zeigen

Die Vereinsfahne der Krieger- und Soldatenkameradschaft Kastl stammt aus dem Jahr 1894. Das Alter hat seine Spuren hinterlassen. Um das Banner wieder aufzuhübschen, denken die Verantwortlichen der KSK über eine Aktion nach.

Kassier Martin Stangl erklärt die verschiedenen Symbole auf der historischen Vereinsfahne.
von C. & W. RupprechtProfil

Zu dieser Zeit kümmerte sich Freifrau von Lindenfels persönlich darum, dass die Kastler Kameraden eine Vereinsfahne erhalten. Das darauf abgebildete Wappen des Königreichs Bayern enthält zwei aufgerichtete goldene Löwen, die das Hauptschild mit Königskrone festhalten. Das Hauptschild wiederum enthält die damaligen Landesteile Oberpfalz (goldener Löwe auf schwarzem Grund, links oben), Franken (fränkischer Rechen in rot-weiß), Schwaben (ein goldener Pfahl auf weiß und rot schräg gestreiftem Grund) sowie der Rheinpfalz mit dem blauen Löwen auf weißem Grund. Darüber liegt mittig das bayerische Wappen mit den weiß-blauen "Wecken".

Seit längerem denkt nun die KSK Kastl darüber nach, wie es mit der historischen Vereinsfahne weitergehen soll. Da man der 126-jährigen Fahne mittlerweile ihr Alter ansieht und der Stoff immer schlechter wird, sollte nun gehandelt werden, betont Kassier Martin Stangl. Die Fahne wurde in den 50er oder 60er Jahren von den Klosterschwestern in Michelfeld bereits einmal restauriert. Leider wurde damals einfacher Kuttenstoff und nicht der hochwertigere Fahnenstoff verwendet.

Würde die KSK die Fahne nicht restaurieren lassen und sich stattdessen für eine neue Fahne entscheiden, dürfte diese das auf der alten Fahne abgebildete Wappen des Königreichs Bayern nicht mehr tragen. Um die Kosten für eine Restauration ermitteln zu können, waren die Kameraden mittlerweile zweimal bei Fahnen Kössinger in Schierling bei Regensburg. Eine fachgerechte Sanierung käme nach Aussage der Firma auf circa 6000 bis 7000 Euro. Dass die Sanierung einer Vereinsfahne gelingen kann, sei am Banner der KSK Waldeck zu sehen, erklärt Vereinsvorsitzender Michael Pühl.

Um die Finanzierung der Fahnenrestauration zu stemmen, wollen die Kastler Kameraden um einen Zuschuss der Gemeinde Kastl bitten. Darüber hinaus denken sie darüber nach, ob man bei den Geschäftsleuten in der näheren Umgebung nachfragt, ob sie bereit wären, das Vorhaben finanziell zu unterstützen. Dazu könnte es ein Fahnenbanner geben, auf dem alle Spender gelistet werden.

Der Landesverband fördert die Restauration von Vereinsfahnen, wenn sie über 100 Jahre alt sind, mit mindestens zehn Prozent der anfallenden Kosten, versprach Kreisvorsitzender Thomas Semba auf Nachfrage.

Zwei Spender für die Restauration kann die KSK Kastl bereits vorweisen. Kreisvorsitzender Thomas Semba stellt privat 100 Euro und der Baggerbetrieb Michael Pühl ebenfalls 100 Euro zur Verfügung.

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