20.03.2020 - 10:45 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Als Außenseiter die Liga gehalten

Mit dem Aufstieg in die erste Bundesliga ist den Kastler Sportschützen im vergangenen Jahr ein Meisterstück gelungen. Nun gelang es ihnen auch noch, die Liga zu halten.

Vorsitzender Wolfgang Raps berichtete vom Klassenerhalt und zahlreichen Aktivitäten des Vereins in gesellschaftlicher und sportlicher Hinsicht.
von C. & W. RupprechtProfil

"Obwohl wir als krasser Außenseiter an den Start gingen, konnten wir mit etwas Glück die Liga halten", berichtete Vorsitzender Josef Raps in der Jahreshauptversammlung der Sportschützen Einigkeit Hubertus Kastl 1921. "Somit dürfen wir uns auch im kommenden Jahr wieder der Herausforderung in der höchsten Liga Deutschlands stellen."

Erfreulich war auch der Zuspruch aus der Bevölkerung. Beim Heimkampf im Dezember gegen den Tabellenführer waren über 220 Besucher anwesend und sahen die Partie live am Schießstand. Zusätzlich verfolgten viele Gäste die Begegnung über die Beamerleinwand.

Kein Kirchweihabend mehr

"Nach dem Klassenerhalt bekamen wir Glückwünsche aus der gesamten Gemeinde, von regionalen und überregionalen Sport- und Schützenvereinen sowie der Politik. Dieser Wettkampf war die beste Werbung für uns und den Schießsport allgemein", freute sich Raps.

Neben den zahlreichen sportlichen Aktivitäten gab es auch wieder viele gesellschaftliche Veranstaltungen. Raps erwähnte die Königsproklamation mit Auszeichnung der Könige und Vereinsmeister, die Faschingsparty, das Vatertagstreffen, die Aufstiegsfeier in die Erste Bundesliga mit Vereinsgrillfest sowie der Kirchweihabend. Letzterer war schlecht besucht und finde deswegen zukünftig nicht mehr statt, kündigte Raps an.

Wie in den vergangenen Jahren auch, besuchten die Kastler Schützen wieder zahlreiche Veranstaltungen und Feste sowie Jubiläen befreundeter Vereine. Des Weiteren haben die Hubertusschützen über das ganze Jahr hinweg an den kirchlichen Festen der Pfarrgemeinde teilgenommen, ebenso am Volkstrauertag.

Im Hinblick auf das Jubiläum 2021 forderte Raps die Mitglieder auf, verstärkt an den Festlichkeiten anderer Vereine teilzunehmen, damit dann auch mit Gegenbesuch gerechnet werden kann.

Wichtig für den Verein sei die Ausrichtung des Kemnather Wiesenfestschießens im August. Auch wenn dies immer sehr arbeitsintensiv sei, sei es doch eine hervorragende Werbung für den Verein und sorge mittlerweile dafür, dass viele Jungschützen aus dem Kemnather Raum nach Kastl kommen.

Auf der Aktivitätenliste für 2019 standen zahlreiche Ausschusssitzungen, die Vereinsverbandssitzung der Gemeinde, mehrere Festausschusssitzungen sowie Vorbesprechungen zum Historischen Erntedankzug im Herbst.

Erst vor kurzem wurde - ohne Kastler Beteiligung - das Bayernligafinale in den Räumen der Hubertusschützen ausgetragen.

"Auch für den Schützengau waren wir wieder im Einsatz", berichtete Raps. Die Kastler Schützen trugen wieder die Gaumeisterschaft der Jugend aus, besuchten den Gauschützenball in Pullenreuth und nahmen an mehreren Gau-Arbeitssitzungen und Sitzungen des Landesverbandes teil.

An den vielen Aktivitäten und Terminen sei zu erkennen, welches Arbeitspensum jedes Jahr miteinander zu absolvieren ist. "Seien es die Sportler, die Sport- und Jugendleiter, der Vereinsausschuss, die Wirte und Bedienungen, die Helfer im Hintergrund und die Mitglieder, die sich an den Festen beteiligen - sie alle haben geholfen das Vereinsleben aufrecht zu erhalten." Raps sprach ihnen seinen Dank aus. "Ohne Eure Unterstützung wäre unser Vereinsleben so nicht möglich."

Kassier Hermann Janke berichtete von soliden Finanzen. Dazu haben unter anderem die Teilnahme am Crowdfunding-Projekt der Raiffeisenbanken und die Werbeeinnahmen beigetragen. Um den Betrieb am Laufen zu halten, waren 2300 Arbeitsstunden nötig. Für den Schießbetrieb wurden 25 000 Kilometer zurückgelegt. Kassenprüfer Michael Schwarz bescheinigte Janke eine einwandfreie Kassenführung.

Klassenerhalt sichern

Mit einem Fingerzeig auf ein Plakat im Vereinsheim mit der Aufschrift "Kastl bleibt oben" begann Bürgermeister Josef Etterer seine Grußworte. Dieser Spruch sage sehr viel über den Verein. Etterer würde ihn nur etwas Abwandeln: in "Kastl ist oben!"

So einen Verein zu führen, sei als ob man ein mittleres Wirtschaftsunternehmen leite. Besonders sei dabei hervorzuheben, dass der Verein es geschafft hat, aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu sichern. Daran könne man erkennen, dass die eigenen Schützen top sind. Zum Teil treten die gegnerischen Vereine mit Profischützen oder Schützen aus Übersee an. Gegen zugekaufte Schützen habe man eigentlich fast keine Chance, trotzdem sei der Klassenerhalt gesichert worden. Beim Stechen haben die Kastler Schützen Nervenstärke bewiesen und damit den Klassenerhalt geschafft. "Dazu kann man nur gratulieren", sagte Etterer. "Das war die beste Werbung für den Schießsport in Kastl."

Kastl ist oben

Ganz toll sei auch die Leistung der Zweiten Mannschaft. Hervorragende Arbeit werde auch bei den Nachwuchsmannschaften geleistet. Seinen Dank sprach Etterer für die alljährliche Teilnahme am Ferienprogramm aus und bedankte sich auch bei allen Trainern und Helfern. Externe Schützen, die nach Kastl kommen, seien begeistert von den Schießanlagen und von dem, was hier geboten wird.

Etterer Schloss mit den Worten "Kastl ist oben!" und wünschte dem Verein weiterhin tolle Erfolge.

Bürgermeister Josef Etterer sieht Kastl oben. Er ist sich sicher, dass beim Schützenverein hervorragende Arbeit geleistet wird.
Info:

In unterschiedlichen Ligen erfolgreich

Die Sportschützen Einigkeit Hubertus Kastl schießen in unterschiedlichen Ligen und Disziplinen. Dabei machen sie ihrem Verein alle Ehre. Sportleiter Lukas Haberkorn berichtete in der Jahreshauptversammlung der Hubertusschützen von zahlreichen sportlichen Aktivitäten.

Im Januar des vergangenen Jahres wurden die Vereinsmeisterschaften und das Königsschießen abgehalten. Insgesamt nahmen am Königsschießen 67 Vereinsmitglieder teil, an der Vereinsmeisterschaft 59. An beiden Veranstaltungen nahmen wesentlich mehr Mitglieder teil als im Vorjahr. Darüber hinaus wurde 2019 zum ersten Mal der Reinhold-Kneidl-Gedächtnispokal ausgeschossen, den sich Michael Buchbinder als bester Schütze sicherte.

Im Februar und März folgten dann die Gaumeisterschaften in Pullenreuth, Immenreuth und Kastl. Beim Gaukönigsschießen konnten die Kastler Schützen in der Damenklasse mit Sandra Raps die Gauliesl und mit Lena Stahl und Sabine Schwarz ihre zwei Stellvertreter stellen. Elena Zimmermann wurde mit einem hervorragenden 2-Teiler Gaujugendkönigin.

Auch bei den bayerischen Meisterschaften des Landesverbandes in Pfreimd und Amberg sicherten sich die Hubertusschützen hervorragende Platzierungen.

Im August ging es dann zu den deutschen Meisterschaften nach München Hochbrück.

Die erste Luftgewehrmannschaft ging zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der Ersten Bundesliga an den Start. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte sich das Team von Kampf zu Kampf steigern und sicherte sich schließlich in einem fulminanten Schlussspurt am letzten Wettkampfwochenende den Klassenerhalt. Haberkorn bedankte sich bei allen Fans und Unterstützern herzlich und lud gleich zum nächsten Heimspiel am 5. und 6. Dezember ein.

Auch die Zweite Luftgewehrmannschaft glänzte, sicherte sie sich mit 14:0 Mannschaftspunkten und 28:07 Einzelpunkten die Ligameisterschaft. Damit hat sie sich für den Aufstiegswettkampf in die Bayernliga Nord-Ost qualifiziert.

Bei der Dritten und Vierten Luftgewehrmannschaft sind noch nicht alle Wettkampftage abgeschlossen. Wie es hier weitergeht, ist derzeit noch offen.

Mit einer starken Leistung sicherte sich die Erste Luftpistolenmannschaft in der Landesliga den vierten Tabellenplatz. Die Zweite und Dritte Luftpistolenmannschaft treten in der Kreisliga Nord an und stehen derzeit auf Platz 1 und 7.

Bei den Landkreismeisterschaften für die Luftruckdisziplinen im vergangenen Herbst sicherten sich die Sportschützen 13 Podestplatzierungen und holten auch noch den Wanderpokal der Jugend nach Kastl. Auch das Uli-Grötsch-Pokalschießen gewannen die Kastler Schützen für den Gau Armesberg.

Haberkorn bedankte sich bei allen, die zum Gelingen der Veranstaltungen beigetragen haben.

Lukas Haberkorn konnte von vielen sportlichen Aktivitäten der Hubertusschützen berichten. Die Erfolge blieben dabei auch nicht aus.
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