27.02.2019 - 10:20 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Erlenzeisige – gern gesehene Gäste im (noch) winterlichen Garten

Erlenzeisige hat man in den letzten Wintern vermisst. Die quirligen grünen Vögel kommen scharenweise.

Erlenzeisige fallen im Winter regelrecht in Scharen in die Siedlungsgärten ein. Gerne nehmen sie Sämereien und Fettfutter an. Dabei gibt es auch Futterneid und Streitereien.
von C. & W. RupprechtProfil

Erlenzeisige machen den winterlichen Garten lebendig. Denn sie kommen nie einzeln, sondern fallen als große Vogelschar regelrecht in den Garten ein. Manche Leute verwechseln sie mit dem Grünfinken, doch der ist wesentlich größer.

Erlenzeisige sind Teilzieher. Das heißt, sie ziehen im Winter von den Schneegebieten ins Flachland oder weiter nach Süden, wo sie noch Futter finden. Bei uns in den Siedlungen sieht man sie meistens nur im Winter. Sie sind in ganz Europa verbreitet und leben normalerweise zurückgezogen in den Nadelwäldern der Mittel- und Hochgebirge.

Das Männchen ist an Rücken und Flügeln olivgrün gefiedert, am Bauch jedoch leuchtend zitronengrün bis gelb. Man kann es leicht vom Grünfinken unterscheiden, denn es hat eine schwarze Kopfplatte und einen schwarzen Kinnflecken. Das Weibchen ist etwas heller und unscheinbarer gefärbt. Der Bauch ist hell bis weiß mit streifenartigen braunen Punkten. Beide haben an den Flügeln einen gelben Streifen.

Erlenzeisige sind emsige Futterstellenbesucher. Sie lieben Fettfutter und Sämereien. Dabei sind sie sehr zänkisch und verteidigen ihren Platz am Futterhaus.

Sie sind kleiner als Grünfinken und kleiner als Goldammern, die sich heuer auch an die Futterstellen wagten. Die Goldammer hat ein deutlich abgegrenztes gelbes Köpfchen und ist sehr scheu. Im Hochsommer kann man ihren Gesang aus den Hecken hören. An den winterlichen Futterstellen pickt sie, entgegen den Zeisigen fast ausschließlich die Körner vom Boden auf.

Doch auch mit dem Girlitz kann man den Erlenzeisig verwechseln. Der Girlitz ist jedoch noch zierlicher und hat im gesamten Gefieder mehr Gelbelemente drin. Außerdem fehlen ihm die schwarzen Federn am Kopf.

In den letzten beiden Wintern konnten kaum Erlenzeisige in den Privatgärten beobachtet werden. Das liegt daran, dass sie meistens nur bei großer Kälte oder geschlossener Schneedecke zu den Futterstellen kommen. Zum Glück kann man sie heuer wieder beobachten, sehr zur Freude besorgter Vogelliebhaber. Schauen Sie doch beim nächsten Spaziergang einfach mal genau hin.

Die männlichen Erlenzeisige haben eine viel buntere Färbung des Gefieders als Weibchen. Während die weiblichen Zeisige am Bauch eher unscheinbar weiß bis hellbraun und gepunktet sind, leuchten die Brustfederen der Männchen weithin in Zitronengelb bis Lemonengrün.
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