21.11.2018 - 12:13 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Friede eine Sache aller

Über 70 Jahre Freiden - noch nie ist Mitteleuropa so lange von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont geblieben. Damit es so bleibt, sieht Kastls Bürgermeister Josef Etterer jeden einzelnen in der Pflicht.

Der Altarraum der Pfarrkirche ist anlässlich des Volkstrauertages passend geschmückt.
von C. & W. RupprechtProfil

Abordnungen der Feuerwehren, Schützen, der Krieger- und Soldatenkameradschaft sowie des Männervereins zogen am Volkstrauertag mit ihren Fahnenbäumen durch das Dorf zur Kirche. Das Gotteshaus war mit weißen Blumen geschmückt und hatte ein zusätzliches Kreuz bekommen, das Trauerflor trug und auf dem ein Soldatenhelm drapiert war.

Pfarrer Heribert Stretz, widmete die Andacht nicht nur den gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege, sondern allen, die im Krieg leben mussten und müssen. Er warnte davor, sich in den Voraussagen von Horoskopen und dem Aberglauben zu verlieren. "Wann das Ende der Zeiten und somit das Ende der Welt, wie wir sie kennen, eintrifft, weiß nur Gott Vater allein", betonte er mit Verweis auf das Evangelium. Doch wer danach lebe, brauche sich nicht zu fürchten.

Nach der Andacht zogen die Fahnenabordungen und rund 40 Gottesdienstbesucher zum Kriegerdenkmal auf den Dorfplatz. Die Feuerwehren aus Löschwitz, Reuth, Unterbruck und Kastl schlossen dort mit den Kameraden des Schützenvereins, des Männervereins und der Soldatenkameraden ein Viereck. Pfarrer Stretz und Bürgermeister Josef Etterer gedachten der gefallenen Soldaten, aber auch allen Opfern von Gewalt und Terror, Katastrophen, Krankheit und diktatorischer Willkür.

Laut Etterer helfen nur Versöhnung, Kooperation und Verständigung untereinander, Frieden zu schließen und zu bewahren. 70 Jahre Frieden sei etwas Besonderes, um das sich weiter bemüht werden müsse. Dies drücke sich auch in der Achtung der Menschen aus, die in Gefangenschaft geraten und auch danach noch darunter leiden. Er wies zudem auf die Verantwortung jedes Einzelnen für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit hin. Die Veranstaltung begleiteten die Kastler Musikanten, die auch die bayerische und die Deutschlandhymne erklingen ließen, musikalisch. Zum Lied "Ich hat' einen Kameraden!" ließen die Kanoniere Manfred Raps und Martin Merkl drei Kanonenschüsse ertönen.

Pfarrer Heribert Stretz zelebriert die Messe. Im Hintergrund die Fahnenträger der teilnehmenden Vereine.
Die Kastler Musikanten sorgen für die musikalische Begleitung der Veranstaltung.
Feuerschalen stehen am Kriegerdenkmal.
Bürgermeister Josef Etterer erinnert an die Verantwortung eines jeden Einzelnen für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit.
Bürgermeister Josef Etterer erinnert an die Verantwortung eines jeden Einzelnen für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit.
Fahnenträger begleiteten den Volkstrauertag in Kastl.
Am Kriegerdenkmal wird anlässlich des Volkstrauertags zum Gedenken ein Kranz niedergelegt.
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