Nachdem in der ersten Septembersitzung des Gemeinderates der Tagesordnungspunkt „Asphaltierung eines Ortsweges in Weha“ aufgrund neuer Gesichtspunkte von der Tagesordnung gestrichen worden war, befasste sich das Gremium am Montagabend, ergänzt um eine weitere mögliche Wegebaumaßnahme, erneut mit diesem Thema. Bürgermeister Hans Walter berichtete, dass das zu den beiden Anwesen Weha 7 und 15 führende Teilstück der Ortsstraße in der Dorfmitte nur geschottert und nicht asphaltiert ist. Auf Anliegerwunsch sollte der rund 65 Meter lange Wegebereich ähnlich dem Wegeanfang auf einer Breite von 3 bis 3,5 Metern mit einer zehn Zentimeter starken Tragdeckschicht ausgebaut und staubfrei gemacht werden. Der vorhandene Straßenuntergrund sollte vorher zehn Zentimeter stark abgetragen, profiliert und ein Dachprofil hergestellt werden, um den Abfluss des Oberflächenwassers zu gewährleisten, sodass es im mit Frostschutz aufgefüllten Bankett versickert. Der Asphalteinbau erfolgt maschinell und im Bereich der Hofeinfahrten per Handeinbau. „Für die Ausbauarbeiten samt Asphaltierung wird der Kostenaufwand auf rund 16.000 Euro geschätzt. Man könnte die Arbeiten im Zuge des laufenden Ausbaus des Kernwegenetzes, hier der Gemeindeverbindungsstraße Weha–Reisach, miterledigen. Dadurch würden Synergieeffekte durch eine nicht notwendige Baustelleneinrichtung entstehen und Haushaltsmittel damit gespart werden“, erläuterte Walter. Die Restarbeiten am Bankett könnte der kommunale Bauhof übernehmen.
Wohl größeres Projekt
Ähnlich verhält es sich mit der in Schotterbauweise gebauten Zufahrt zum Anwesen Weha 14, an die auch die Hausnummer 7 angrenzt. Ein Ausbau wurde bisher aus Kostengründen nicht vorgenommen. Das seit vielen Jahren bestehende Problem der Straßenentwässerung löste die Gemeinde im Jahr 2024 zur Zufriedenheit des Anliegers mit dem Einbau einer Zisterne, die über eine E-Pumpe Richtung Süden in den Straßengraben der Gemeindeverbindungsstraße entleert wird. Da die Asphaltierung der Zuwegung durch den Anlieger angestrebt wird, wurde der rund 85 Meter lange Wegeabschnitt durch das VG-Bauamt besichtigt.
Hier stellt wegen der Geländeverhältnisse insbesondere die Oberflächenentwässerung ein größeres Problem dar. Die Straße müsste zunächst höhenmäßig aufgenommen und für eine Detailplanung nivelliert werden, um das Sammeln und die schadlose Ableitung des Niederschlagswassers durch Entwässerungsrinnen und Sinkkästen samt Kanal zu gewährleisten. Eine reine Asphaltierung ohne passende Längs- und Querneigungsprofile ist nicht zielführend. Dafür ist ein Planungszeitraum von rund zwei Wochen erforderlich, sodass eine kurzfristige Umsetzung ausscheidet. Ohne Detailplanung können die Baukosten nur grob geschätzt werden. Sie sind zwischen 50.000 und 100.000 Euro angesiedelt und mit dem Kostenaufwand der Zufahrt zu Weha 7 und 15 nicht vergleichbar. Auch weitere Anlieger sind zu diesem Thema bereits vorstellig geworden.
Nachdem die Gemeinde seit 2018 keine Straßenausbaubeitragssatzung mehr hat, die eine 60-prozentige Anliegerbeteiligung vorsah, müssen die Ausbaukosten durch die Gemeinde bis auf die jährliche, geringe Staatspauschale voll getragen werden. In diesem Jahr sind 30.000 Euro als Haushaltsmittel verfügbar, sodass nur die Zufahrt Weha 7 und 15 finanziert werden kann. Das Gemeindeoberhaupt verwies zum Thema Straßenausbaumaßnahmen auf ein erforderliches Ausbaukonzept für die nächsten 10 bis 15 Jahre mit einem Gesamtkostenaufwand von bis zu zwei Millionen Euro. Vordringlich seien die Ortsstraßen Am Bergkreuz, Von-Lindenfels- und Schulstraße.
Lange Diskussion
Zu beiden Maßnahmen meldeten sich Ratsmitglieder zu Wort. Alle lehnten den Ausbau der Ortsstraße zum Anwesen Weha 14 aus planerischen, zeitlichen und finanziellen Gründen in Verbindung mit der aktuell laufenden Straßenbaumaßnahme ab und plädierten für ein priorisierendes Ausbaukonzept und die Verankerung des Kostenaufwandes in den Haushaltsplänen der Folgejahre.
Zum Ausbau der Ortsstraße Weha 7 und 15 war man geteilter Meinung. Die Befürworter führten die Chance für einen kostengünstigen Ausbau und die einfache Bauweise an, einen Anfang zu machen und die vorhandenen Haushaltsmittel dafür zu nutzen.
Die Kritiker führten den unbekannten, unsicheren Untergrund und damit wahrscheinlich keine Gewährleistung für die Asphaltierung an. Hinzu kamen andere schadhafte und nicht asphaltierte Straßen, für die eine Gesamtprioritätenliste der richtige Weg ist. Ein umfassendes Sanierungskonzept statt stückweiser kleiner Einzelmaßnahmen wäre zielführender.
Mit 12 zu 0 Stimmen wurde der Ausbau der Zufahrt zu den Anwesen 14 und 7 aus vorgenannten Gründen abgelehnt. Mit 5 zu 7 Stimmen fand der Ausbau der Zufahrt zu den Anwesen 15 und 7 ebenfalls keine Mehrheit, sodass beide Ortsstraßen vorerst im aktuellen Ausbauzustand verbleiben.
Randnotizen
Zum Thema Bekanntgaben dankte der Rathauschef den Mitarbeitern des Bauhofs für die geleisteten Arbeiten entlang der Ortsdurchfahrt Weha und an weiteren Ortsbaustellen. Das Bauhofteam erhält ab Oktober mit dem neuen Mitarbeiter Sebastian Kausler aus Oberbibrach Verstärkung. Mittelfristig soll er zum Wasserwart ausgebildet werden.




















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