11.06.2021 - 11:55 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Kastler Haushalt erstmals an der Sechs-Millionengrenze

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Bauland, Erweiterung des Bauhofs und Kindergartens, Straßensanierung: Mit starken Zahlen und einem schuldenfreien Haushalt 2021 geht die Gemeinde Kastl die selbst gestellten Herausforderungen zur Verbesserung der Infrastruktur an.

Die zweitgrößte Investition im Haushalt der Gemeinde Kastl gilt dem Ausbau und Modernisierung des kommunalen Bauhofes.
von Arnold KochProfil

Mit fast sechs Millionen Euro Gesamtvolumen liegt der Rekordhaushalt um fast ein Drittel über den Haushaltsansätzen des Vorjahres. Erster Bürgermeister Hans Walter stellte den von VG-Kämmerin Natalja Lesle aufgestellten Haushalt des laufenden Jahres 2021 vor. "Erfreulich ist, dass unserer Haushalt 2021 keine wesentlichen Beeinträchtigungen durch die Pandemie verkraften muss", erklärte Walter eingangs.

Zudem bemerkte er positiv, dass die ansässigen Betriebe eine stabile Auftragslage verzeichnen könnten und gute Geschäfte machten. Vorsichtshalber wurden aber die durch die pandemiebedingte Wirtschaftslage beeinflussbaren Werte bei der Einkommen- (973 100 Euro) und Umsatzsteuerbeteiligung (60 100 Euro) etwas nach unten angepasst. Der Verwaltungshaushalt schließt mit 4 109 100 Euro und damit um 745 200 Euro oder 22,15 Prozent höher als im Vorjahr ab. Im Vermögenshaushalt sind Einnahmen und Ausgaben mit 1 852 500 Euro veranschlagt. Einen kräftigen Sprung nach oben macht die Gewerbesteuer mit 850 000 Euro gegenüber 400 000 Euro im Vorjahr. Über 10 Millionen Euro flossen dadurch in den vergangenen zehn Jahren in die Gemeindekasse. "Dies kommt den freiwilligen Leistungen und der Lebensqualität im Rahmen der weichen Standortfaktoren zu Gute. Daraus resultiert auch die hohe Dynamik auf dem Immobilienmarkt. Aktuell stehen jedoch keine Bauplätze der Gemeinde für Bauwillige zur Verfügung", erklärte Walter.

Planung für Bauplätze läuft

Durch das Beibehalten des Gewerbesteuerhebesatzes von 320 Prozent werden die ansässigen und auch ansiedlungswilligen Betriebe unterstützt. Um wieder Bauplätze zur Verfügung stellen zu können, steuert die Gemeinde mit 700 000 Euro für den Ankauf von Bauland samt Beginn der Erschließungsmaßnahme für das neue Baugebiet Lettenwiese-Erweiterung gegen. Hierfür laufen die Detailplanungen und die Ausschreibungen. Bereits beschlossen wurden die Erhöhungen der Grundsteuerhebesätze A und B (je 310 Prozent), der Hundesteuer und der Kindergartengebühren.

Große Herausforderung sieht der Bürgermeister darin, dem gesetzlich ab 2025 vorgeschriebenen Betreuungsanspruch für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr gerecht zu werden. Bereits jetzt sei das Kinderhaus Pusteblume zu klein und es musste vorerst mit einer Betreuungsgruppe im Grundschulgebäude Abhilfe geschaffen werden. Zur Prüfung von Erweiterungsvarianten werden 50 000 Euro eingesetzt.

Zweitgrößte Investition

Die zweitgrößte Investitionsmaßnahme in diesem und kommenden Jahr sei die Bauhoferweiterung. Mit 620 000 Euro (2021: 170 000 Euro) werden in den nächsten Jahren eine Fertighalle, ein neuer Lagerplatz, eine Dacherneuerung der Holzhalle und Montage einer Photovoltaikanlage entstehen. Herausfordernd werde auch die Sanierung von Straßen und Gebäuden. Die notwendige Erweiterung des Kastler Feuerwehrgerätehauses wird mit Planungskosten von 20 000 Euro untersucht. Die Sanierung des Rathauses wird sich aufgrund der vordringlichen Maßnahmen mindestens um zwei Jahre verzögern. 10 000 Euro sind dafür mit Voruntersuchungen vorgesehen.

Eine zu erstellende Prioritätenliste für Straßensanierungen soll auch künftige Glasfaserverlegungen berücksichtigen. Für Straßenbauvorhaben sind 30 000 Euro und für die Planung eines neuen Gewerbegebietes 50 000 Euro vorgesehen. Durch die gute Haushaltslage und sparsames Wirtschaften könne auch in 2021 auf eine Darlehensaufnahme verzichtet werden. Der Haushalt müsse jedoch mit einer Rücklagenentnahme in Höhe von 758 000 Euro (2020: 300 000 Euro) ausgeglichen werden. Die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt steigt auf 658 000 Euro (2020: 560 000 Euro).

Die Kreisumlage sinkt um 131 300 Euro auf 647 300 Euro. Die Grundsteuereinnahmen betragen 134 000 Euro (plus 16 000 Euro), die Schlüsselzuweisung 417 600 Euro (plus 192 600 Euro). Die Einnahmen aus Kita-, Wasser- und Kanalgebühren steigen um 21 000 auf 308 100 Euro. Die Ausgaben im Bereich Personal steigen auf 974 100 (plus 7,9 Prozent) und die VG-Umlage auf 290 400. Die Grundstücksverkaufserlöse liegen bei 57 600 Euro. Zuschüsse für Investitionsmaßnahmen werden in Höhe von 368 000 Euro erwartet. Die Investitionskostenzuschüsse sinken um 77,8 Prozent auf 92 600 Euro. Der Kassenkredit wird auf 250 000 Euro zur Deckung unvorhergesehener Zahlungsverpflichtungen festgesetzt.

Einstimmiger Beschluss

Für die CSU-Fraktion betonte Marco Streng, dass das Gesamtvolumen von fast sechs Millionen Euro aufgrund der geplanten Vorhaben gerechtfertigt sei. Als wichtige Zukunftsaufgabe stellte er die Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes heraus. FWG-Fraktionssprecher Gerhard Dobmeier bezeichnete den Haushalt 2021 als Kompass, der für die Gemeinde in die richtige Richtung weise und die Leistungsfähigkeit unterstreiche. Er wies aber auch auf die zwei Jahre später eintretenden Folgen der großen Einnahmesteigerung bei der Gewerbesteuer hin. Beide Sprecher betonten die Wichtigkeit des neuen Baugebietes und Investitionen in die kommunale Infrastruktur. Der Haushaltsplan wurde einstimmig angenommen.

Mehr Platz für Bauplätze soll die Erweiterung des Baugebiets Lettenwiese in Kastl bringen

Kastl bei Kemnath
Mit der Ausweisung und Erschließung des neuen Baugebietes Lettenwiese setzt die Gemeinde Kastl ihre Siedlungspolitik fort.

„Erfreulich ist, dass unserer Haushalt 2021 keine wesentlichen Beeinträchtigungen durch die Pandemie verkraften muss.“

Hans Walter, Bürgermeister von Kastl

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