17.10.2019 - 14:34 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Kein Flächenfraß im Landkreis

Bei seinem Besuch in Kastl traf sich Staatssekretär Gerhard Eck mit Vertretern der CSU zum Fachgespräch rund ums Thema Bauen.

Mit Vertretern aus Gemeinde und Landkreis traf sich Gerhard Eck zum Fachgespräch rund ums Thema Bauen.
von Carolin BöcklProfil

Ist Bauen in kleinen Dörfern zukünftig noch möglich? Kann eine Gemeinde wie Kastl räumlich noch wachsen? Welche Möglichkeiten bietet die Städtebauförderung und welche Herausforderungen kommen durch das Klimapaket auf eine Kommune zu? Diese und weitere Themen erläuterten beim Besuch von Staatssekretär Gerhard Eck die CSU-Bürgermeisterkandidaten Hans Walter (Kastl) und Roman Schäffler (Kemnath) sowie Landratskandidat Roland Grillmeier mit Landtagsabgeordnetem Tobias Reiß sowie den Kastler Rathauschefs Josef Etterer und Arno Stahl.

Walter sprach mehrere Themen an, die die Gemeinde Kastl künftig antreiben werden. Ebenso formulierte er Perspektiven und Herausforderungen, bei denen er auch den Freistaat Bayern in der Pflicht sehe. Kastl habe zwar auf den ersten Blick eine relativ gute und ausgewogene Altersstruktur unter den 1400 Einwohnern, aber bei einem genaueren Betrachten zeigten sich in den umliegenden Ortschaften deutliche Verschiebungen. Die Bürger dort werden immer älter, aber junge Leute kämen in den Dörfern kaum nach.

Ebenso hat Walter festgestellt, dass das Bauen in kleinen Ortschaften immer schwieriger werde. Dies müsse sich ändern, damit junge Leute wieder verstärkt in ihren Heimatdörfern leben könnten.

Beim Thema Flächenverbrauch stellte die Runde heraus, dass die Region nicht zu den "Zubetonierern" gehört, wie sie von manchen gern dargestellt werde. In jedem Ort im Landkreis werde verantwortungsbewusst bei der Flächenplanung umgegangen. Es werden nicht mehr Bauland und Gewerbegebiete ausgewiesen als benötigt, bestätigte Grillmeier. Er werde sich dafür einsetzen, dass auch in den kleinen Orten maßvolle und notwendige Bebauung möglich ist. Mit den jeweiligen Gemeinden sollen passende Konzepte entwickelt werden. Kritisch sehe man die angestrebte verbindliche Zahl von fünf Hektar pro Tag, die bayernweit verbaut werden dürfen. Dies werde mittelfristig zur Konsequenz haben, dass der ländliche Raum den Platz einsparen müsse, der in den Großstädten wie Regensburg, München oder Nürnberg verbraucht werde, kritisierte Walter.

Weiterhin brachte er vor, dass das Verfahren um die Städtebauförderung an mehreren Stellen vereinfacht werden sollte. Die Dorferneuerung, die beim Landwirtschaftsministerium angesiedelt ist, und die Städtebauförderung (Bauministerium) sollten zu einer Fachbehörde mit den entsprechenden Themenschwerpunkten zusammengefasst werden.

Einigkeit bestand darüber, dass Städtebauförderung und Dorferneuerung Entwicklungschancen für die ländliche Region böten. Zugleich seien mit dem Heimatministerium neue Fördermöglichkeiten entwickelt worden. Es liege nun an den jeweiligen Gemeinden, dies aktiv zu nutzen, erklärte Grillmeier. "Dafür müssen wir gemeinsam mit den Bürgermeistern, der I-Kom Stiftland und der Steinwald-Allianz eine starke Stimme des ländlichen Raums sein."

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