14.06.2018 - 10:48 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Keine rote Kelle für Brummis

Auch künftig darf der Schwerlastverkehr die Hauptstraße durch Kastl befahren. Eine Sperrung für Lkw über 7,5 Tonnen lehnt der Gemeinderat mehrheitlich ab.

Nach 2008 und 2011 lehnt der Gemeinderat mehrheitlich erneut eine Komplettsperrung der Hauptstraße für den Schwerlastverkehr ab.

(br) Das Gremium behandelte in der Sitzung am Dienstag einen entsprechenden Antrag aus der Bürgerversammlung. Lediglich Elisabeth Streng und Dr. Gerhard Dobmeier (beide FW) votierten für eine Sperrung der Hauptstraße. Ebenso lehnte der Gemeinderat eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde entlang der Hauptstraße ab. Auch die Polizei steht dem ablehnend gegenüber.

Nach den Worten von Bürgermeister Josef Etterer hat sich der Gemeinderat in den Jahren 2008 und 2011 mit einer Sperrung der Hauptstraße für den Schwerlastverkehr befasst und jeweils abgelehnt. Wie es hieß, sei das Aufkommen an Brummis sehr gering. Eine gewünschte Verkehrsschau habe die Polizei abgelehnt. Es sei zudem darauf verwiesen geworden, dass es sich um eine öffentliche Verkehrsstraße handele und eine Sperrung aus rechtlicher Sicht schwer zu begründen sei. Zudem bekomme die Kommune Fördermittel aus dem ELER-Programm für die Straßenausbaumaßnahme. Dies bedeutet, dass die innerörtliche Verkehrsader mindestens zwölf Jahre uneingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben muss, führte Etterer aus.

In einer schriftlichen Stellungnahme zur Sperrung verwies die Metzgerei Macher darauf, dass erhebliche Umsatzeinbußen die Folge wären. Damit seien Arbeitsplätze gefährdet, was auch Auswirkungen auf die Grundversorgung in Kastl hätte. Eine Gefährdung dieses Betriebes zweifelte jedoch Max Kirchberger (FW) an.

Nach reger Diskussion beantragte zweiter Bürgermeister Arno Stahl (CSU), noch in der Sitzung über eine eventuelle Sperrung abzustimmen. Gerhard Dobmeier (FW) plädierte für eine modifizierte Sperrung, und zwar ab der Einmündung der Donatusstraße. Ihm seien insbesondere große Brummis (Lkws mit Anhänger oder Sattelfahrzeuge) ein Dorn im Auge. Zudem fehle es an Lkw-Parkplätzen, parkende Lastwagen sorgten für Behinderung. Da die Straßenführung durch Kastl außerdem sehr kurvenreich sei, appellierte er über eine Sperrung nachzudenken.

Mit Blick auf das derzeitige Aufkommen beim Schwerlastverkehr erinnerte Altbürgermeister Bruno Haberkorn (CSU) daran, dass in früheren Zeiten bis zu 400 Lkws durch Kastl rollten. Nach kontroverser Diskussion folgte die Entscheidung. Zunächst war Stahls Antrag an der Reihe. Hier votierten neun Räte dafür, gleich über eine Sperrung zu entscheiden. Elisabeth Streng und Gerhard Dobmeier waren dagegen. Ebenso bei der Entscheidung über eine Sperrung der Hauptstraße für den Schwerlastverkehr, die ebenfalls mit neun Stimmung abgelehnt wurde.

Zur von Dr. Gerhard Dobmeier vorgebrachten Modifizierung der Straßensperrung war keine Entscheidung herbeizuführen. Reinhard Herr als Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Kemnath verwies darauf, da der weitergehende Antrag, die Komplettsperrung der Hauptstraße, bei der Beschlussfassung Vorrang habe.

Ohne die Zustimmung der FW-Räte, Streng, Kirchberger und Dobmeier, entschied sich das Gremium gegen eine durchgehende Tempo-30-Zone in der Haupt- und Schulstraße. Dies wurde nach Aussage von Bürgermeister Josef Etterer auch von der Polizei abgelehnt. Der Rathauschef verwies zudem darauf, dass in einer Tempo 30-Zone rechts vor links gelte.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.