18.11.2020 - 16:49 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Miteinander gegen möglichen Krieg gegen die Demokratie

Am Kriegerdenkmal legte Bürgermeister Hans Walter den Kranz der Gemeinde nieder.
von Externer BeitragProfil

Ohne Kirchenzug, Vereine und Musik erfolgte am Kriegerdenkmal die Niederlegung des Kranzes der Gemeinde. Bei der Feier des Volkstrauertages hatte zuvor Pfarrer Heribert Stretz in seiner Predigt zum Zusammenhalt in der Bevölkerung aufgerufen, vor allem jetzt in der Coronazeit. Nach dem Gottesdienst, an dem sich eine Abordnung der Krieger- und Soldatenkameradschaft Kastl mit ihrer Fahne beteiligte, sprach Bürgermeister Hans Walter zu den Besuchern.

Erlebtes sitzt tief

Er erinnerte an 75 Jahre Kriegsende und 30 Jahre deutsche Wiedervereinigung, aber auch an das weltweite Pandemiegeschehen, das den Menschen viel abverlange. Der 8. Mai 1945 mit der Kapitulation Deutschlands sei sehnsüchtig erwartet worden. Selbst 75 Jahre später sitze das Erlebte bei vielen der Kriegs- und Nachkriegsgeneration noch tief. Bei den Gedanken an diese Zeit kommen vielen heute noch die Tränen - Tränen der Trauer über verlorene Mütter, Väter, Geschwister und Freunde, aber auch über die verlorene Heimat.

Aufruf zur Selbstsucht

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Wiedervereinigung Deutschlands vor 30 Jahren sei ein langer, 1945 beginnender Prozess eines zueinander findenden Europas abgeschlossen und ein neues Kapitel für ein neues Miteinander aufgeschlagen worden. Nach 75 Jahren Frieden mache Walter die Tatsache traurig und fassungslos, dass trotz vieler sozialer Standards so viele Menschen in unserem Land unzufrieden sind, zu Hass und Selbstsucht aufrufen und "sogar dazu bereit sind, das schmutzige Geschäft der Rattenfängerei zu betreiben". Mit einer unbegreiflichen Bekämpfung der Errungenschaften unserer Gesellschaft werde regelrecht ein neuer Krieg heraufbeschworen - ein Krieg gegen die Demokratie und gegen das Miteinander.

Doch gerade in diesen Tagen, in denen uns die weltweite Pandemie viel abverlangt, in Europa alte Krisenherde nicht gelöst werden können und sich wegen nationaler Alleingänge neue auftun, sei für eine bessere Zukunft der Zusammenhalt wichtiger als jemals zuvor.

Anschließend zogen der Pfarrer, Bürgermeister Walter, eine Fahnenabordnung des Kriegervereins mit Vorsitzendem Michael Pühl sowie die Kranzträger vom Pfarrhof zum Kriegerdenkmal. Pühl gab das Kommando zum Niederlegen des Kranzes, während die Fahne gesenkt und drei Salutschüsse abgefeuert wurden. Während der gesamten Veranstaltung wurde auf die Hygiene- und Abstandsregeln geachtet.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.