Kastl bei Kemnath
30.09.2026 - 14:49 Uhr
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Neues Leben in bekannten Räumen: Janina Schraml bietet Ergotherapie in Kastl an

Janina Schraml bereichert das therapeutische Angebot in Kastl. In einer ehemaligen Arztpraxis macht sich die Ergotherapeutin selbstständig. Schon früh stand für die 35-Jährige ihr Berufswunsch fest.

Neues Leben ist in die Räumlichkeiten der ehemaligen Kastler Praxis von Hausarzt Dr. Roland Vogel eingekehrt: Seit 1. September hat sich dort Janina Schraml mit ihrer Praxis für Ergotherapie niedergelassen. Der Mediziner hatte sich Ende März mit 74 Jahren schweren Herzens als Allgemeinmediziner von seinen Patienten in Kastl verabschiedet. Einen Nachfolger als Arzt hat er nicht gefunden, doch für die Räume gibt es eine neue Nutzung.

Die 35-jährige Janina Schraml ist bereits seit zwölf Jahren als staatlich geprüfte Ergotherapeutin tätig, davon die vergangenen acht Jahre im Angestelltenverhältnis in einer Praxis im benachbarten Kemnath. „Kastl hatte bis jetzt keine Ergotherapie und für mich ist es der Schritt in die Selbstständigkeit“, sagt sie über ihren „One-Woman-Betrieb".

Kurze Wege zur Praxis

Dass sie ausgerechnet in Kastl ihre neue berufliche Heimat gefunden hat, ist eigentlich eher dem Zufall zu verdanken. „Eine Bekannte hat mich angesprochen, dass die neuen Hausbesitzer einen Mieter für die ehemalige Arztpraxis suchen“, berichtet Schraml. Ihr selber waren die Räume unbekannt. Im vergangenen Mai hat sie sich im Haus in der Von-Weikmann-Straße dann erstmals angeschaut. „Danach war für mich klar, dass ich in diese Räume möchte“, erinnert sie sich.

Für Schraml, die in Waldeck wohnt, sind es damit kurze Wege zur eigenen Praxis. „Aktuell mache ich eh mehr Hausbesuche als Termine in der Praxis“, berichtet sie. Im Umkreis von 20 bis 25 Kilometern ist die Ergotherapeutin derzeit unterwegs, ihr Patientenstamm reicht nach eigener Aussage bis nach Nagel und auch Bewohner von verschiedenen Senioreneinrichtungen gehören dazu.

Teilhabe im Alltag ermöglichen

Umgebaut werden musste nichts, die Einteilung der 130 Quadratmeter großen Praxis ist so geblieben wie zuvor. Darin gibt es einen klassischen Therapieraum mit Liege, einen Raum für handwerkliche Tätigkeiten sowie einen Motorik-Raum mit Bällebad, Schaukel und Sprossenwand. Und was machen Ergotherapeuten eigentlich? „Wir verstehen uns als Art Problemlöser in Situationen, wenn Menschen nicht mehr tun können, was sie gerne tun möchten. Wir tragen dazu bei, Teilhabe im Alltag wieder zu ermöglichen, zu verbessern oder zu erhalten“, erklärt die 35-Jährige.

Janina Schraml, die viele Fortbildungen im neurologischen Bereich absolviert hat, arbeitet mit Kindern und Erwachsenen gleichermaßen. Die Anteile verteilen sich tatsächlich aktuell 50:50, berichtet sie. Die Übungen, die sie beispielsweise im handwerklichen Raum mit Werkzeugen, Knetmasse oder Holz machen, sollen den Antrieb bei den Patienten fördern. „Die Leute sehen, was sie schaffen und fertigbringen“, erklärt Schraml. Das wirke natürlich motivierend.

Berufswunsch früh gefestigt

Insgesamt liegt ihr viel daran, dass alle Patienten – egal, ob jung oder alt – den praktischen Sinn der Therapie erkennen. „Nur die Arme im Raum nach oben zu bewegen, ist zu wenig“, betont Janina Schraml und verweist beispielsweise auf Übungen mit Wäscheklammern, die festgeklippt werden müssen. Geplant hat sie mittelfristig noch einen „Tag der offenen Tür“, um sich und ihr Therapieangebot den Interessierten vorzustellen.

Sie selbst hat übrigens bereits sehr früh gewusst, dass sie Ergotherapeutin werden möchte, erzählt die 35-Jährige: „Die Vielschichtigkeit des Berufs, mit kreativen Mitteln Menschen den Weg zurück in den Alltag zu erleichtern, hat mich einfach abgeholt“, blickt sie zurück. Die Begeisterung über ihre Arbeit hat ihr auch über manche bürokratische Mühen in den vergangenen Wochen und Monaten geholfen. "Das hat schon einige Nerven gekostet", räumt sie ein. Aber schließlich habe es dann das "Go!" gegeben, sodass sie vor wenigen Wochen habe starten können.

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