16.10.2019 - 16:23 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Staatssekretär Gerhard Eck: Nein zu Windrädern respektieren

Windkraft im Hessenreuther Wald, Behördenverlagerung, Baxi: Beim Bürgergespräch der CSU Kastl stand Staatssekretär Gerhard Eck Rede und Antwort.

Staatssekretär Gerhard Eck (Mitte) steht den Bürgern Rede und Antwort.
von Carolin BöcklProfil

Zu den kommunalen Zukunftswochen des CSU-Landratskandidaten Roland Grillmeier hatte der Ortsverband Kastl Innenstaatssekretär Gerhard Eck ins Schützenhaus eingeladen. Nach der Begrüßung durch Ortsvorsitzenden und Bürgermeisterkandidat Hans Walter, einem Rundgang durch das Schützenhaus und einem Fachgespräch zu verschiedenen örtlichen Themen stellte sich der Vertreter der Staatsregierung beim Bürgergespräch rund 50 Personen.

Eingangs präsentierte Walter einen kurzen Film über die Gemeinde. Zahlreiche Szenen rund um Kastl und seine umliegenden Dörfer zeigten deutlich, dass die Natur die Kommune umarme. Damit dies so bleibt, habe man sich unter anderem stark für den Hessenreuther Wald eingesetzt. Mit Eck hatte Kastl 2012 einen starken Fürsprecher gegen den geplanten Sand- und Kiesabbau, der das Projekt seitens der bayerischen Staatsforsten nicht gewähren ließ. Seine Unterstützung ermöglichte im gleichen Jahr die Fuß- und Radwegunterführung bei der Firma IEM Fördertechnik.

Für gleiche Chancen

Eck stellte klar heraus, dass die Staatsregierung auch weiterhin für gleiche Chancen in Stadt und Land stehe. Deshalb werde auch zukünftig mit viel Aufwand daran gearbeitet, dass die nordbayerische Region die Unterstützung bekomme, die sie brauche. Deutlich bezog der Redner Stellung zur 10-H-Regelung bei Windrädern. Daran werde nicht gerüttelt, auch wenn viele das wollten. Diese Leute müssten sich der Frage stellen, "ob wir dann nicht auch Windräder im Englischen Garten in München aufstellen wollen". Der Bevölkerung auf dem Land sollten ja am besten auf deren Terrasse Windräder platziert werden.

Strom aus dem Norden

Als leidenschaftlicher Jäger mit einem eigenen Revier wisse er sehr wohl, wie störend Windräder im Wald und für die Bevölkerung sind. Deshalb verstehe er jeden, der Windräder vor seiner Haustüre ablehne. Dieser Wunsch sei zu respektieren. Zugleich betonte er, dass der Wirtschaftsstandort Bayern eine gesicherte Stromversorgung brauche. "Wir müssen aufhören, aus ideologischen und populistischen Gründen auf die Grundpfeiler unseres Wohlstandes einzuprügeln und diese kaputt zu machen." Notfalls müsse eine Stromleitung aus dem Norden nach Bayern kommen. Als Technologiestandort brauche man eine langfristige Planungssicherheit und müsse in Eintracht mit der Natur verantwortungsbewusst an der Zukunft arbeiten, da wir derzeit alle von jahrzehntealten Technologien profitierten.

Das Gespräch mit den Bürgern zeigte auf, dass die Behördenverlagerung auch zukünftig eine Rolle für die Region spielen müsse. Eine Teilnehmerin war deshalb dafür, besonders im Bereich des staatlichen Finanzwesens zu prüfen, welche Tätigkeiten im Ballungsraum München verrichtet werden müssten, auch wenn dort ein Drittel des bayerischen Steueraufkommens generiert werde. Mit Homeoffice und weiteren Möglichkeiten bestehe die Chance, ganze Abteilungen und Bereiche in ländliche Regionen zu verlagern. Eck und Grillmeier sicherten zu, dieses Thema erneut auf die Tagesordnung zu bringen. Dabei deutete sich an, dass hier nochmals eine umfangreiche Maßnahme kommen werde.

Ein weiterer Bürger monierte, dass die Straße am Hessenreuther Berg wegen der Bauarbeiten nun doch längerfristig gesperrt bleiben soll. Der Umleitungsverkehr beeinträchtige die Region stark. Eck sicherte zu, dies vom zuständigen Bauamt prüfen zu lassen.

Ein anderes Thema war das Baxi. Trotz des Lobes für Idee und Umsetzung kam der Wunsch, dass die Fahrer flexibler sein sollten, um besonders ältere Menschen nicht nur an bestimmten Haltestellen zusteigen zu lassen. Dies schrecke ab. Grillmeier war sich dieser Situation bewusst und bat um weitere Verbesserungsvorschläge. Ihm sei es ein großes Anliegen, dass das Baxi zum Erfolg im Landkreis werde, da es in weiten Teilen sehr gut angenommen werde.

Landratskandidat Roland Grillmeier (stehend) beim Bürgergespräch im Schützenhaus Kastl.
Roland Grillmeier (links) und Hans Walter (rechts) überreichen Gerhard Eck ein Geschenk.
Es wurde gefragt und diskutiert beim Bürgergespräch der CSU Kastl.
Staatssekretär Gerhard Eck.
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