01.07.2019 - 14:07 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

In über 14 Stunden Gott näher kommen

Einmal im Jahr nehmen sich die Kastler eine Auszeit und pilgern nach Gößweinstein. Einen von modernen Liedern geprägten Gottesdienst zelebrierte dort Pfarrer Edmund Prechtl aus Pressath.

von C. & W. RupprechtProfil

Sehr eindrucksvoll ist es immer, wenn die Pilger zum Auftakt der Wallfahrt die mit Kerzenlichtern gesäumten Straßen in Kastl und Unterbruck durchschreiten. "Dieses Jahr blieb es zwar trocken und die Nacht blieb mild, aber die Schwüle machte uns den 54 Kilometer langen Weg nach Gößweinstein nicht leicht", berichtete Wallfahrtsleiterin Frieda Zeitler. Trotzdem blieben Unfälle aus, auch organisatorisch lief alles wie am Schnürchen, obwohl die Gruppe heuer auf ein neues Wirtshaus in Pegnitz ausweichen musste. "Sie haben uns dort wirklich super versorgt, wir haben uns sehr wohl gefühlt", berichtete Zeitler.

Der Pilgergottesdienst in der Basilika war ein Höhepunkt. Zu den rund 30 "Nachtwanderern" kamen noch 40 Pilger hinzu, die mit dem Bus gekommen oder eine Teilstrecke mitgelaufen waren. Den Gottesdienst mit modernen Liedern aus dem Gotteslob gestalteten Juliane Busch an der Orgel und Carina Schieder mit der Querflöte festlich. Pfarrer Edmund Prechtl erklärte in der Predigt die heilige Dreifaltigkeit. Zum besseren Verständnis verglich er sie mit einer Familie. Dort gebe es drei Personen - Vater, Mutter, Kind. Sie seien Individuen und gehörten trotzdem als Familie zusammen. Genauso seien Gott Vater, Sohn Jesus und der Heilige Geist zusammen eins.

Prechtl betonte Gottes unendliche Liebe. "Er liebt uns mit all unseren Fehlern. Er liebt uns, wie wir sind - unperfekt. Er liebt uns auch dann noch, wenn wir ihn enttäuscht haben, so wie ein Vater sein Kind immer lieben wird." Mit dieser Hoffnung und tröstlichen Gedanken entließ er die Pilger in den Abend. Bei einem gemeinsamen Essen ließen die Gläubigen den Tag ausklingen. Nach 14,5 Stunden Gehzeit und Gottesdienst begaben sich die hundemüden Gläubigen zur wohlverdienten Nachtruhe. Am folgenden Tag machten sie sich mit tiefen Eindrücken im Herzen auf den Rückweg nach Kastl.

Hintergrund:

Mit Liebe empfangen

Den Rückmarsch aus Gößweinstein bewältigten die Kastler Pilger bei milden Temperaturen ebenso problemlos wie den Hinweg in die Fränkische Schweiz. Die Strecke legten sie am Tag nach dem Pilgergottesdienst teil zu Fuß, teils mit dem Bus zurück. Wartende Angehörige empfingen die Gruppe bereits in Wolframshof. Mit dem Lied „Schwarze Madonna“ dort die Wallfahrer ein. In Kastl geleiteten die Kastler Musikanten die Teilnehmer mit Musik zur Kirche. Dort dankten sie für die unfallfreie Wallfahrt und saßen anschließend mit ihren Angehörigen und allen Helfern noch im Pfarrhof beisammen.

Wallfahrtsleiterin Frieda Zeitler zeigte sich sehr bewegt: „Es ist immer wieder überwältigend, mit welcher Liebe wir hier empfangen und bewirtet werden.“ Sie dankte für die allumfassende Unterstützung, auch den Kuchenbäckerinnen und allen Helfern im Vorfeld und im Hintergrund der Wallfahrt sowie des Willkommensnachmittags. Es gab viel zu berichten. Nicht nur wegen des gemeinsamen Zieles der Glaubensgemeinschaft, sondern auch wegen den vielen Möglichkeiten des persönlichen Gespräches ist vielen Teilnehmern die Wallfahrt so wichtig. Manche nehmen fast in jedem Jahr teil.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.