10.04.2019 - 16:22 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Wenig Verbiss im Revier

Bei der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Kastl/Unterbruck berichtete Bruno Ponnath vom Wildbestand und seinen Bedenken.

Jagdpächter Bruno Ponnath berichtet von den Geschehnissen im Revier und warnt vor dem Fuchsbandwurm.
von C. & W. RupprechtProfil

Jagdpächter Bruno Ponnath berichtete der Jagdgenossenschaft Kastl/Unterbruck vom Wildbestand und seinen Bedenken. Im vollen Saal des Gasthauses Vetter bestätigte er das neue Verbissgutachten, das positiv ausgefallen war. Aufgrund des geringen Verbisses empfahl er, die Abschussquote beizubehalten.

Bei den Drückjagden sei aber ein verringerter Bestand spürbar gewesen. Die Abschussquote im Hessenreuther Wald und Steinwald sei nur zu 77 Prozent erfüllt worden, da es weniger Wild gegeben habe. Wegen der hohen Schäden im Bayerischen Staatsforst sei die Ausschussquote um sechs Stück erhöht worden.

Beim Niederwild gab es keine Abschüsse. Die Population der Feldhasen stabilisiert sich allmählich auf niedrigem Niveau. Beim Schwarzwild waren die Abschusszahlen rückläufig. Der Frischlingsjahrgang 2018 ist fast vollständig ausgefallen, da es wegen der Trockenheit zu wenig Milch gegeben hat. Es wurden hauptsächlich erwachsene Schwarzkittel und Überläufer gesichtet.

2018 sei aber auch ein sogenanntes Vollmastjahr gewesen. Die Tiere hatten ein überreiches Futterangebot und nutzten dies auch. Ponnath erzählte, dass im Magen eines Keilers acht Kilogramm Eicheln gefunden worden waren. Heuer sei erfahrungsgemäß ein gewaltiger Schub in der Sauenpopulation zu erwarten. Der milde Winter habe deren Situation noch begünstigt. Daher rechnete Ponnath heuer mit mehr Schäden durch die Wildschweine. Deren Fleisch sei wegen der Afrikanischen Schweinepest nur schwer verkäuflich. In Tschechien habe sich die Lage entspannt. Die aktuelle Gefahr komme nun aus Belgien. Es gelte weiterhin aufzupassen.

Die Luchsdame in der Region habe den zugeführten Luchskater "Hotzenplotz" als Partner abgelehnt. Nun sei ein fremder Luchs in ihr Gebiet eingewandert, der vermutlich aus Russland komme und ihr besser gefalle. "Hotzenplotz" dagegen sei verendet aufgefunden worden.

Ponnath stellte fest, dass eine Bejagung im Bereich Altköslarn nicht mehr möglich ist. Wegen jugendlicher Biker kommen die Sauen nicht aus dem Wald. Zum Thema "Rettet die Bienen" appellierte er an die Gemeinden, nicht alle Wegränder zu mulchen. Er lobte Roland Dimper aus Kastl, der in seinem Bereich mit Lerchenfenstern gearbeitet hat, damit der heimische Singvogel Platz zum Brüten hat.

Der Befall mit Fuchsbandwurm nimmt stetig zu. Bereits 40 Prozent der Tiere tragen den Parasiten in sich. Hunde und Katzen bringen diesen mit nach Hause. Dort kann er sich auf den Menschen übertragen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.