07.03.2019 - 15:10 Uhr
MünchenOberpfalz

KDFB-Flashmob zum Weltfrauentag

Der Weltfrauentag an diesem Freitag ist ein Grund zum Feiern. Der Katholische Deutsche Frauenbund hat diese Jahr etwas besonderes vor.

DFB-Frauen üben den Tanz für den Flashmob.

Unter dem Motto "Frauen können alles! bewegen!", begeht der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) an diesem Freitag in München den Weltfrauentag. Mehr als 200 Frauen aus der nördlichen Oberpfalz machen sich heute auf den Weg zum den KDFB-Flashmob auf dem Marienplatz, darunter Gruppen aus Waldsassen (Kreis Tirschenreuth, Amberg und Hohenburg (Kreis Amberg-Sulzbach), teilte der KDFB mit. Ab 14 Uhr findet zur Feier des Weltfrauentages ein Flashmob statt, - so wie in vielen bayerischen Städten. Es soll getanzt, gefeiert und gesungen werden.

Die Sängerin Sarah Kaspar hat den Frauenbund-Song "Woman Power" geschrieben, Ulrike Gerdiken die Choreografie entwickelt. "Wir werden Gemeinschaft, Respekt, Mut und Frauensolidarität hochhalten", sagen die KDFB-Landesvorsitzende Emilia Müller aus Bruck (Kreis Schwandorf und die Vorsitzenden der KDFB-Diözesanverbände Regensburg, Augsburg Eichstätt sowie München und Freising. Landtagspräsidentin Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Petra Reiter, die First Lady von München, haben die Schirmherrschaft übernommen und ihr Kommen zugesagt, teilte der KDFB mit. "Der Frauenanteil in unseren Parlamenten ist rückläufig", sagt Müller. "Das macht die Vertretung unserer Interessen immer schwieriger. Als Frauen müssen wir dagegen halten und uns gegenseitig stützen."

Fragen und Antworten zum Frauenbund:

Frauen bewegen

Seit vergangenem Jahr führt die ehemalige Staatsministerin Emilia Müller aus Bruck (Kreis Schwandorf) den bayerischen Landesverband des Katholischen Deutsche Frauenbund. Unter dem Motto "bewegen!" startet Frauenbund am Weltfrauentag eine bundesweite Kampagne. Fünf Themenfelder stehen im Vordergrund, darunter Lohngerechtigkeit, Glaube und Weihe.

Die Landesvorsitzende des KDFB Emilia Müller:

ONETZ: Wird unsere Gesellschaft unsolidarischer?

Emilia Müller: Wir leben heute in einer Welt, wo Individualität und Persönlichkeitsentfaltung eine große Rolle spielen. Das würde ich aber nicht gleichsetzen mit einem Verlust an Solidarität. Solidarität nimmt nach wie vor einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Ohne Solidarität würde der Kitt fehlen, der eine Gesellschaft zusammenhält.

ONETZ: Warum ist (Frauen-)Solidarität in Gesellschaften wichtig?

Emilia Müller: Im Frauenbund ist der Solidaritätsgedanke seit über 100 Jahren tief verankert. Frauensolidarität, das bedeutet für uns, gemeinsam für unsere Ziele, für unsere christlich geprägten Werte einzutreten. Frauenbund-Frauen setzen sich nicht nur für andere ein, sie schaffen auch viel füreinander: Anschluss, Austausch und Heimat. Durch solidarisches, sozial-caritatives Handeln entstehen neue Lösungen für unsere Gesellschaft. Frauenbund ist für viele Heimat und das ist eine starke Basis, für unseren Einsatz für Frauen mit unterschiedlichen Lebensbiographien und Alltagswelten, für Alleinerziehende genauso, wie für Familien oder auch pflegende Angehörige. Unsere Zweigvereine vor Ort leisten hier enorm viel.

ONETZ: Wo sehen Sie zukünftig Handlungsfelder für den Frauenbund?

Emilia Müller: Der Frauenbund ist ein gutes Netzwerk. Hier können Frauen erleben, wie gegenseitige Unterstützung wirkt und wie unterschiedliche Talente genutzt werden können. Dieses Netzwerk wollen wir weiter ausbauen und so Frauen in all ihren Lebensbiografien fördern, wie bei den Themen „Chancengleichheit im Beruf“ und „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“.

ONETZ: Welche drängenden Probleme sehen Sie, die der Frauensolidarität bedürfen?

Emilia Müller: Der Frauenanteil in unseren Parlamenten ist rückläufig. Das macht die Vertretung unserer Interessen immer schwieriger. Als Frauen müssen wir dagegen halten und uns gegenseitig stützen. Unsere Parlamente müssen ein Spiegelbild unserer Gesellschaft sein. Dafür setzt sich der Frauenbund. Es müssen mehr Frauen in der Politik aktiv werden. Frauen müssen solidarisch zusammenhalten, Netzwerke knüpfen und nutzen.

ONETZ: Der Frauenbund will auch zur Europawahl zur Solidarität aufrufen. Inwiefern ist dabei Frauensolidarität gefragt?

Emilia Müller: Europa ist ein Friedensprojekt. Es ist nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern auch eine Solidar- und Wertegemeinschaft. Diese Werte gilt es zu erhalten. Es ist wichtig, dass Frauen den Entwicklungsprozess Europas mitgestalten. Das Fundament europäischer Solidarität hat in den letzten Jahren Risse bekommen – u.a. durch Populismus und Nationalismus. Das darf nicht die Zukunft sein und das wollen viele Frauen auch nicht, wie uns Wahlanalysen zeigen. Rückwärtsgewandtes Denken bedroht das Grundrecht auf Selbstbestimmung und gefährdet die Erfolge langjähriger Gleichstellungspolitik. Deshalb ist es gerade auch für Frauen so wichtig, zur Europawahl zu gehen und sich für mehr Frauen im Europäischen Parlament einzusetzen. Frauen wählt Frauen.

ONETZ: Was bedeutet Solidarität für Sie persönlich? Woraus speist sie sich?

Emilia Müller: Woraus sich Solidarität speist, darauf hat jeder Mensch seine ganz persönliche Antwort. Ein schönes Merkmal der Solidarität ist, dass sie in unterschiedlichen Formen und Größenordnungen auftritt. Oft sind es gerade die kleinen Gesten, eine Karte mit Zuspruch, ein „ich bin für Dich da“, das zeigt: Da ist jemand, der an mich denkt und solidarisch an meiner Seite steht.

ONETZ: Haben Sie selbst schon von Solidarität profitieren dürfen?

Emilia Müller: Auf die uneingeschränkte Solidarität meiner Mutter konnte ich mich immer verlassen. Sie war in den unterschiedlichsten Lebensphasen für mich da. Es gab auch viele Frauennetzwerke und Mandatsträgerinnen, die meinen Weg als Politikerin aktiv unterstützt haben. Sie haben mich gefördert und waren Ansprechpartnerinnen in den verschiedensten Themen.

Frauen üben den Tanz für den Flashmob

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