01.03.2020 - 16:28 Uhr
Oberpfalz

Keine billige Arbeitskraft – Praktikum vor Ausbildung kann sinnvoll sein

Das Klischee des Praktikanten, der den ganzen Tag nur Kaffee kocht, hält sich hartnäckig. Doch ein Praktikum bietet viel mehr – und kann sogar sehr sinnvoll für die spätere Berufswahl sein.

Ein Praktikum noch vor der Ausbildung kann sehr sinnvoll sein.
von Mona-Isabelle Aurand Kontakt Profil

Bei einem Praktikum sollten zwei Grundsätze im Vordergrund stehen: Der Praktikant soll berufliche Kenntnisse erwerben, das Unternehmen soll diese vermitteln. Vor allem unentschlossene Jobneulinge nutzen diese Möglichkeit gerne, um sich zu orientieren. Der Praktikant kann sich verschiedene Themenfelder in der Praxis anschauen und so besser bewerten, welcher Berufszweig am besten zu ihm passt. Dennoch sollten Interessierte ihre Praktikumsstelle anhand einer bestimmten Zielrichtung auswählen. Alles andere könnte sich später negativ im Lebenslauf auswirken.

Die Dauer des Praktikums kann individuell mit dem jeweiligen Betrieb vereinbart werden. Das gilt zumindest für freiwillige Orientierungspraktika. Manche Ausbildungs- oder Studiengänge beinhalten ein sogenanntes Pflichtpraktikum. In der Mittelschule ist in der achten Klasse ein Betriebspraktikum vorgesehen. Die Dauer ist entsprechend in der Schul-, Ausbildungs- oder Prüfungsordnung festgelegt. Die regelt auch, ob das Praktikum Zugangsvoraussetzung ist, also vorher absolviert werden muss, oder erst während Ausbildung oder Studium durchlaufen werden muss.

Pflichtpraktika werden in der Regel nicht bezahlt. Freiwillige Praktika unterliegen generell der Mindestlohnregelung – mit einigen Ausnahmen. Mindestlohn steht nämlich nur volljährigen Praktikanten zu. Minderjährige müssen bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen, um einen Anspruch geltend machen zu können. Bei einer Praktikumsdauer von unter 3 Monaten ist der Arbeitgeber ebenfalls nicht verpflichtet, ein Gehalt zu zahlen. Von billiger Arbeitskraft kann aber trotzdem nicht die Rede sein. Die Vorteile eines Praktikums überwiegen. Die Praktikanten lernen den Berufsalltag ihres potenziellen Traumjobs kennen. Ziel ist es schließlich, am Ende auch den passenden Ausbildungsplatz zu finden. Wer sich ordentlich reinhängt, hat vielleicht sogar die Chance, einen Ausbildungsvertrag beim Praktikumsbetrieb zu ergattern. Oder knüpft zumindest wertvolle Kontakte. Ein Zeugnis dokumentiert die Arbeitsleistung und die Aufgabenbereiche für zukünftige Arbeitgeber. Bei denen kommt es außerdem sicher gut an, wenn der Lebenslauf keine Lücken aufweist. Ein Praktikum kann also auch als Überbrückung zwischen Schulabschluss und Ausbildungs- oder Studienbeginn dienen. Fazit: Es lohnt sich auf jeden Fall.

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