„Der SV Kemnath lebt, sportlich und finanziell steht er auf gesunden Beinen und kann 60 Jahre stolze gesellschaftliche und sportliche Tradition vorweisen. Wahrlich eine lange Zeit“, resümierte Vorsitzender Johannes Gebert bei der Feier zum Jubiläum des Vereins. Der Vorsitzende räumte Höhen und Tiefen im Verlauf der sechs Jahrzehnte beim SV Kemnath ein, doch zeigte er sich mit dessen Entwicklung mehr als zufrieden. Seinen besonderen Dank richtete er an Altbürgermeister Josef Reindl und Bürgermeister Marcus Eichenmüller für die finanzielle Unterstützung, die der Verein durch die Stadt Schnaittenbach jährlich und vor allem im Zuge des Umbaus des Vereinsheimes erhalten habe.
Kreisspielleiter Ludwig Held (Cham/Schwandorf), der als Vertreter des Bayerischen Fußball-Verbandes gekommen war, und Zweiter Bürgermeister Uwe Bergmann lobten das spürbare Engagement des gesamten Vereines. Die beiden durften auch insgesamt 177 langjährige und verdiente Mitglieder des SV Kemnath ehren. Seit Beginn an dabei sind Josef und Georg Kumeth, Karl Walter sowie Rudolf Wilhelm sen.. Sie wurden für 60 Jahre Vereinstreue gewürdigt. Als Vertreter des Bayerischen Fußballverbandes sorgte Ludwig Held zudem für eine freudige Überraschung in Kemnath, als er die Ehrenurkunde für besondere Verdienste im Fußballsport an den Verein überreichte.
Gründungsmitglied blickt zurück
Bestens vertraut mit den Anfängen des Vereins und dessen Werdegang ist Gründungsmitglied Hans Kumeth. Informativ und unterhaltsam fiel auch sein Rückblick aus. Kumeth erzählte, dass der SV Kemnath am Buchberg am 18. Dezember 1960 gegründet wurde. „Ein blöder Termin. Welcher Verein feiert schon gerne sein Jubiläum mitten im Winter.“ So wurde die 60. Geburtstagsfeier für den Sommer 2021 geplant, doch dann kam Corona. „Also lag es auf der Hand, unser Jubiläum in den Sommer 2022 zu verlegen. Mit einer Sportwoche sollte es auch gebührend gefeiert werden.“
Mitte und Ende der 50er-Jahre habe sich in Kemnath herumgesprochen, dass Deutschland 1954 Fußball-Weltmeister geworden war. Als Kinder hätten sie sich davon motivieren lassen und am alten Schulsportplatz in jeder Pause gebolzt. Damals seien bereits die ersten Fußball-Schulwettkämpfe gegen Neunaigen und Holzhammer ausgetragen worden, erinnert sich Hans Kumeth. 1959 habe sich dann ein Teil der jungen Burschen von Holzhammer und Kemnath dem TuS Schnaittenbach als Patenverein angeschlossen, gespielt wurde in Holzhammer.
Vereinsgründung 1960
Der Initiative des damaligen Schlosswirtes in Holzhammer, Johann Schmidt, und weiteren Fußball-begeisterten Männern ist es laut Kumeth zu verdanken, dass schließlich 1960 der Sportverein Holzhammer-Kemnath gegründet wurde. Vereinslokal sei die Schlosswirtschaft gewesen, als kleiner Fußballplatz habe eine Wiese nebenan am Ehenbach gedient. Bis in das Jahr 1965 seien auf diesem Platz in Holzhammer die Heimspiele ausgetragen worden, als Tribüne habe ein aufgeschlichteter Strohhaufen gedient. Der Eintritt habe 50 Pfennig gekostet. Hans Kumeth berichtet weiter, dass als Umkleidekabine das Waschhaus neben dem Lokal herhalten musste, Waschmöglichkeit habe ein Blechzuber mit Kaltwasser aus einem einzigen Wasserhahn geboten. Der Mitgliederstand ist nach seinen Aussagen aber bereits auf 120 angewachsen.
Kumeth informierte, dass im Zuge des Schulhausneubaus in Kemnath 1965 auch ein neuer Schulsportplatz errichtet wurde. Von da an konnten alle Spiele in Kemnath ausgetragen werden – sehr zum Missfallen der Holzhammerer. Nicht nur Sportplatz, sondern auch die Umkleideräume und Duschen der Volksschule seien von den Fußballern genutzt worden. Weil mittlerweile der Großteil der aktiven Spieler aus Kemnath und Umgebung kam, sei der Verein zwei Jahre später nur mehr als SV Kemnath am Buchberg geführt worden.
Neuer Platz zum 25. Jubiläum
Der Redner berichtete, dass die Zunahme des Sportbetriebs im Jugendbereich es erforderlich gemacht hatte, einen zweiten neuen Sportplatz zu bauen. Unter dem damaligen Bürgermeister von Kemnath, Ernst Piehler, sei 1978 das Grundstück unterhalb der Sitzambucher Straße für den Bau eines Bolzplatzes erworben worden, doch laut Kumeth sei der Platz erst 1986 pünktlich zum 25. Vereinsjubiläum eingeweiht worden.
„Der Umbau des ehemaligen Schulhauses mit Hilfe der Stadt Schnaittenbach 1994/95 in ein Vereinsheim war ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte: Die Turnhalle wurde erweitert, Umkleidekabinen wurden um- und neu gebaut, Platz für ein Vereinslokal wurde geschaffen und auch andere Dorfvereine (Schützen, Landjugend, Kriegerverein) konnten Einzug halten“, berichtet Hans Kumeth. Er ergänzte, dass durch diese Baumaßnahme dem zwischenzeitlich auf über 500 Mitglieder angewachsenen Verein adäquate Räume geboten worden seien, denn nach und nach seien im anfangs reinen Fußballverein neue Sparten gegründet worden: Wintersport, Turnen und Gymnastik, Kraftsport und Ballett. „Der SV bietet somit seinen Mitgliedern nicht nur Fußball, sondern viele Möglichkeiten der sportlichen Betätigung für Jung und Alt in einer für alle offenen Sportgemeinschaft“, betonte Hans Kumeth abschließend.
Die Geschichte des SV Kemnath a.B.
- 18. Dezember 1960 Gründung des Sportvereins Holzhammer-Kemnath
- Vereinslokal war die Schlosswirtschaft in Holzhammer, Fußballplatz eine Wiese beim Ehenbach
- 1965 Schulhausneubaus in Kemnath mit neuem Sportplatz
- 1967 Loslösung von Holzhammer, Umbenennung in SV Kemnath
- 1986 Einweihung eines neuen Platzes
- 1994/95 Umbau des ehemaligen Schulhauses: Erweiterung der Turnhalle, Um- und Neubau der Umkleidekabinen, neues Vereinslokal















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