17.03.2021 - 12:03 Uhr
KemnathOberpfalz

156 Augenoperationen durch Spendengelder aus Kemnath

Kunstlinsen helfen bei Grauen Star wieder den Durchblick zu bekommen. Menschen die sich eine Operation nicht leisten können, hilft die Christoffel-Blindenmission. Sie fördert durch Spenden Ärzte, die Menschen vor der Erblindung bewahren.

Christine (17) aus Kamerun wurde erfolgreich am Grauen Star operiert und kann wieder klar sehen.
von Externer BeitragProfil

Wenn ein Mensch nach langer Zeit plötzlich wieder sehen kann, ist das wie ein Wunder. Solche Wunder haben die Bürger von Kemnath allein im vergangenen Jahr 156 Mal bewirkt. 4685 Euro haben sie an die Christoffel-Blindenmission (CBM) gespendet. Laut der Pressemitteilung von CBM wird der genannte Spendenbetrag auf der Grundlage des gesamten Postleitzahlgebiets ermittelt. In dem Betrag können Einzelspenden, Daueraufträge und Vermächtnisse aus dem Jahr 2020 enthalten sein. Mit den Spenden kann die CBM Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika Augenlicht schenken und 156 Operationen am Grauen Star durchführen.

Der Eingriff kostet in den Projekten der CBM durchschnittlich 30 Euro, bei Kindern wegen der benötigten Vollnarkose 125 Euro. Doch das sind Beträge, die sich viele der Betroffenen in Entwicklungsländern nicht leisten können. Weltweit sind 17,1 Millionen durch Grauen Star erblindet, einer Trübung der Augenlinse. Um diese Trübung zu beseitigen, braucht es nur rund 15 Minuten.

Durchblick durch Kunstlinsen

Ärzte und Menschen wie die freiwilligen Spender aus Kemnath können Betroffenen den Durchblick dank Kunstlinsen ermöglichen. So war es auch bei der 17-jährigen Christine aus Kamerun. Die junge Frau konnte seit ihrer Geburt nicht gut sehen. Ihre Mutter Ngono ging schon früh mit ihr zum Arzt. Dort wurde festgestellt, dass Christine Grauen Star hatte, aber die Ärzte verschrieben nur Augentropfen. "Egal wie stark ich blinzelte oder wie weit ich mein Auge geöffnet habe, meine Sicht war verschwommen", berichtet die junge Frau.

Ihre Mutter suchte weitere Ärzte mit ihrer Tochter auf. Wieder Augentropfen, Kontaktlinsen oder Brillen. "Irgendwann haben wir fast alle acht Monate die Linsen gewechselt", sagt sie und gesteht auch, dass ein Großteil des Familieneinkommens dafür drauf ging. Besser sehen konnte Christine trotzdem nicht. Im Gegenteil: Die junge Frau ging zwar zur Schule, ihre Noten jedoch wurden wie ihr Sehvermögen jedes Jahr schlechter. Christine brauchte Hilfe von Fremden beim Überqueren der Straße, die Mitschriften ihrer Klassenkameraden zum Lernen und ihre Familie, um den Alltag zu bewältigen.

Ärzte helfen vor Erblindung

Dann traf Christine auf Menschen, die ihr helfen konnten. Ein von der CBM-gefördertes Ärzteteam war in ihrer Region und klärte sie und ihre Mutter auf, dass ein chirurgischer Eingriff Christines Erblindung aufhalten, ja sogar heilen kann. Kinder müssen eigentlich schon in frühen Jahren operiert werden, damit sie noch sehen lernen. Aber Christine hatte Glück: Die 17-Jährige wird im Krankhaus operiert und kann trotz ihres Alters nach dem Eingriff klar sehen, der Schleier vor ihren Augen ist weg. Dank der Spender der CBM hat die Mutter sogar weniger bezahlt als für manche Sehhilfe ihrer Tochter. Und die junge Frau? Sie will viel lernen, um nun selbst Augenärztin zu werden und um ganz vielen Menschen das Wunder zu schenken, das sie selbst erleben durfte.

Der 40. Kemnather Heimatbote wurde veröffentlicht

Kemnath
Hintergrund:

Mehr als 110 Jahre Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit mehr als 110 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 540 Projekte in 51 Ländern. Weitere Informationen unter: www.cbm.de

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