Nachdem bei den bestehenden Anrufbussystem Baxi innerörtliche Beförderungen ausgeschlossen sind, soll durch E-Baxis innerhalb von Gemeinden das Nahverkehrsnetz im Landkreis noch engmaschiger werden. Zunächst ist jedoch nur jeweils eines in Kemnath und Tirschenreuth unterwegs, wo ab Oktober ein halbjähriger Modellversuch läuft. Bei Erfolg sollen weitere Landkreiskommunen folgen.
71 Haltestellen
Um die Nutzung so komfortabel wie möglich zu machen, wird es im Kemnather Stadtgebiet 71 E-Baxi-Haltestellen geben, wobei ein Teil auf den bisherigen Baxi- und Buszusteigemöglichkeiten beruht. Peter Zimmert, am Landratsamt zuständig für die Nahverkehrsplanung im Landkreis, hatte hier den Verantwortlichen im Rathaus zunächst 45 Haltestellen vorgeschlagen. Diese wollten allerdings noch mehr, ebenso ihre Kollegen in Tirschenreuth, wo die Zahl von den angedachten 80 auf 107 steigt. Für Zimmert kein Problem, "wir brauchen dafür nur zusätzliche Schilder", auch wenn er nicht gedacht habe, "dass es so viele sind".
Der Großteil dieser Stopps ist damit bereits ausgestattet, der Rest folgt bis Ende nächster Woche. Dies sei im Zuge des landkreisweiten Austauschs der bisherigen Baxi-Schilder erfolgt, nachdem sich für den Anrufbus die Buchungsnummer geändert habe. Knapp 800 Tafeln seien dafür benötigt worden, berichtet der ÖPNV-Experte.
Die 71 Haltestellen in der "Wabe Kemnath" verteilen sich auf eine Fläche mit rund vier Kilometern Durchmesser. Dazu gehören dann auch die Gemeindeteile Berndorf, Haunritz, Kötzersdorf, Eisersdorf, Löschwitz und Oberndorf, in denen sich jeweils ein E-Baxi-Schild befinden wird. "Mehr braucht es dort auch nicht", ist sich Zimmert sicher.
120 Namensvorschläge
Um für die Neuerung im Vorfeld die Werbetrommel zu rühren, hatte der Landkreis einen Namenswettbewerb ausgeschrieben. An dessen beim Kemnather Bauernmarkt im Juni sowie per Internet konnten Vorschläge abgegeben werden. Aus der Stadt sind laut Zimmert 120 Vorschläge eingegangen, die dem Rathaus übergeben worden seien. "Dort ist dann darüber abgestimmt worden." Heißen wird das neue ÖPNV-Kind "KEM-Baxi", verrät er. Öffentlich präsentiert wird es am Mittwoch, 26. September, am Übergangsrathaus in der Wunsiedler Straße. Dazu werden auch die drei Personen eingeladen, die den Namen eingereicht hatten. Sie werden dafür mit Einkaufsgutscheinen belohnt.
Auch der Start des Projekts soll nicht heimlich, still und leise erfolgen. Für den 1. Oktober kündigt Zimmert eine "große Aktion an, über die viele Leute reden werden". Demnach sollen an jenem Montag pro Haltestelle Heliumballons mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern 30 Meter hoch in die Luft steigen. Das alles werde von einer Drohne aufgenommen. Das Video werde dann auf die Homepage der Städte gestellt und zudem in den sozialen Medien des Landkreises verbreitet.
„Einstieg an einer öffentlichen Haltestelle, Ausstieg am Zielort nach Wunsch“: So formuliert Peter Zimmert – wie beim Baxi auch – den Grundsatz der mit Elektromotor betriebenen Variante. Das KEM-Baxi wird im Stundentakt von Montag bis Freitag on 8 bis 18 Uhr im Kemnath verkehren. Ausgenommen davon ist die Zeit von 13 Uhr, „um zu vermeiden, dass zu viele Schüler das E-Baxi nutzen“, erklärt der ÖPNV-Fachmann. Samstags kann das Angebot, das in der Stadt das Taxiunternehmen Ernst Priebe von Stefanie Baier übernimmt, stündlich von 9 bis 14 Uhr genutzt werden. An Sonn- und Feiertagen ist das um 8, 10 und 11.30 Uhr möglich, „abgestimmt auf die Gottesdienstzeiten“.
Über Haltestellen, Fahrzeiten und Tarife informiert ein Flyer, der an alle Haushalte im Stadtgebiet verschickt wird. Zusätzlich wird die Broschüre in Geschäften und im Rathaus aufliegen, teilt Zimmert mit. „Insgesamt werden wir rund 5000 Stück drucken lassen.“ Wer das Fahrzeug buchen möchte, muss die Tour bei der Telefonzentrale der RBO (Regionalbus Ostbayern GmbH) in Weiden anmelden. Dies kann telefonisch oder online erfolgen. (luk)













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.