"Nirgends ist man dem Tod so nah wie im Leben": So ist die Ausstellung über den "Wondreber Totentanz" überschrieben, die bis 5. Dezember in der Raiffeisenbank Kemnath zu sehen ist. Gezeigt werden die Fotografien des Ilsenbachers Karl-Heinz Thoma, Initiator der Ausstellung ist der Ambulante Hospizdienst der Caritas im Landkreis Tirschenreuth.
"Passt das Thema Tod in eine Bank?", fragte Vorstand Joachim Geyer bei der Vernissage in den Raum - und gab auch gleich selbst die Antwort: Ja. "Mit dem Tod sind viele Aufgaben der Bankmitarbeiter verbunden", führte er aus und verwies beispielsweise auf die Themen Kontenführung und Gespräche mit Angehörigen wegen des Nachlasses. Die Ausstellung rege zum Nachdenken über den Tod an, sie trage auch dazu bei, dass man "geerdet" werde.
Caritas-Geschäftsführer Jürgen Kundrat erinnerte daran, dass der Ambulante Hospizdienst vor 17 Jahren aus einer ökumenischen Initiative heraus entstanden sei. "Getragen wird die Hospizarbeit von engagierten ehrenamtlichen Christen beider Konfessionen und der Caritas als Rechtsträgerin." Kundrat charakterisierte den Hospizdienst als Erfolgsmodell: "In den 17 Jahren haben die Mitarbeiterinnen etwa 750 Begleitungen durchgeführt und dabei etwa 16 000 Stunden ehrenamtlich aufgebracht." Der "Wondreber Totentanz" sei ein international bedeutender Kunstschatz, aber leider viel zu wenig bekannt. Mit dem "Totentanz" verbinde er zwei Aussagen: Zum einen "Der Tod ist immer und überall präsent", zum anderen "Alle Menschen sind vor dem Tode gleich." Besonders bedankte er sich bei Fotograf Karl-Heinz Thoma, der die Bilder für die Ausstellung "meisterlich fotografiert" habe und sie "gekonnt präsentiert". Aus der Arbeit des Ambulanten Hospizdienstes berichtete die Ehrenamtliche Elke Burger. "Das Dasein ist das Allerwichtigste", betonte sie
Karl-Heinz Thoma berichte, dass er mit seiner Familie die Kapelle in Wondreb besucht habe. Später sei er nochmals mit der Kamera zurückgekehrt. Insgesamt 20 Bilder - jene mit den Totentänzen - sind nun während der Öffnungszeiten der Raiffeisenbank in den Geschäftsräumen zu sehen. Weggelassen habe man acht reine Totenköpfe - aus Formatgründen. Er gab einen kurzen geschichtlichen Abriss über die Bedeutung und die Entstehung des "Totentanzes". Vermutet werde das Kloster Waldsassen als möglicher Auftraggeber, entstanden sei das Werk wohl zwischen 1710 und 1721.
Gegliedert ist der Totentanz in fünf Kategorien, über dem jeweiligen Bild befindet sich ein Bibeltext, darunter eine freie deutsche Übersetzung. Zu sehen ist die Ausstellung bis 5. Dezember zu den regulären Öffnungszeiten der Raiffeisenbank.














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