30.06.2020 - 14:24 Uhr
KemnathOberpfalz

Beratung besonders in Notlagen

„Donum vitae“ heißt „Geschenk des Lebens“. Nicht immer können schwangere Frauen das so empfinden. Schwierige Probleme stehen dem häufig entgegen.

Bürgermeister Roman Schäffler (rechts) bedankte sich bei Andrea Lang, Elisabeth Schieder und Sandra Kellermann (von rechts) mit einer Spende. An der Beratung im Familienzentrum Mittendirn nahmen auch Kerstin Graf und Jessika Wöhrl-Neuber (von links) teil.
von Josef ZaglmannProfil

Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes setzt sich „Donum vitae“ für den Schutz des ungeborenen Lebens und für die Würde von Frau, Mann und Kind ein und bietet umfassende qualifizierte Hilfe an. Um in der Schwangerschaftskonfliktberatung zu bleiben, wurde nach dem Ausstieg der deutschen Bischöfe im Jahr 1999 „Donum vitae“ von Katholiken gegründet.

Der neue Bürgermeister Roman Schäffler war in das Familienzentrum Mittendrin gekommen, um sich über „Donum vitae“ zu informieren.

„Donum vitae ist eine staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen“ erklärte ihm Andrea Lang. Sie ist die Bevollmächtigte von „Donum vitae“ in Weiden.

Unter dem Leitgedanken „Beraten, schützen und weiter helfen“ sind dort vier Beraterinnen tätig. Sie sind Ansprechpartnerinnen bei allen Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt.

Rat suchen nicht nur schwangere Frauen, sondern auch werdende Väter und Familien mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr. „Wir sind auch Ratgeberinnen bei Fragen zur Familienplanung und zur Sexualität“ betonte Elisabeth Schieder, die Leiterin der Beratungsstelle in Weiden.

Auch Jugendliche können sich bei Fragen zur Sexualität und Verhütung an sie wenden. Wichtige Informationen gibt es auch über gesetzliche Ansprüche wie Mutterschutz, Elterngeld, Kindergeld, Elternzeit, Wohngeld und Sozialhilfe und über weitere Hilfsangebote anderer Stellen für Mutter und Kind.

„Wir bieten auch psychosoziale Beratung bei Pränataldiagnostik und einer möglichen Behinderung des Kindes an“ betonte Elisabeth Schieder. Darüber hinaus gibt es sexualpädagogische Projekte und Workshops zu den Themen Liebe, Sexualität, Verhütung und Schwangerschaftskonflikte für Schulklassen, Jugendgruppen und Eltern.

„Schwangerschaftsabbruch ja oder nein“ ist die Frage von schwangeren Frauen, die sich in einer schwierigen Lage befinden. „Wir beraten und geben Entscheidungshilfen, aber wir nehmen den Schwangeren die Entscheidung nicht ab“ betonte Sandra Kellermann. Sie ist die Bevollmächtigte für den Landkreis Tirschenreuth. Als staatlich anerkannte Beratungsstelle ist „Donum vitae“ berechtigt, einen Beratungsnachweis gemäß §219 StGB auszustellen. Mit diesem Paragraphen wird ein Schwangerschaftsabbruch unter bestimmen Voraussetzungen (Indikationen) und innerhalb festgelegter Fristen straffrei gestellt. Es gibt nämlich Zeitpunkte, die könnten nicht ungünstiger sein für eine Schwangerschaft: ohne gefestigte Beziehung, mitten in der Ausbildung, ohne festen Arbeitsplatz, ohne gesicherte Zukunft. Wer innerhalb der ersten 12 Wochen mit der Entscheidung ringt, eine Schwangerschaft abzubrechen, ist gesetzlich verpflichtet, eine Konfliktberatungsstelle im Rahmen des staatlichen Systems aufzusuchen. Auf Wunsch erhält die Schwangere im Anschluss an die Beratung den Beratungsnachweis, der sie bei einem Schwangerschaftsabbruch vor Strafe bewahrt.

Nach Erhalt dieses Scheins muss bis zum Schwangerschaftsabbruch eine dreitägige Wartefrist eingehalten werden. „Wir unterliegen der Schweigepflicht“ betonte Schieder, „unsere Beratung ist auf Wunsch anonym, kostenlos, vertraulich und unabhängig von Religion und Staatsangehörigkeit“. Beratung ist auch möglich bei unerfülltem Kinderwunsch, bei Partner- und Familienproblemen, nach einem Schwangerschaftsabbruch oder einer Fehl- oder Totgeburt.

Nach vorheriger telefonischer Vereinbarung (Telefon 0961/4016940) bietet „Donum vitae auch in Kemnath eine Außensprechstunde an.

Jetzt sei er bestens über „Donum vitae“ informiert, erklärte Roman Schäffler nach dem für ihn sehr informativen Erfahrungsaustausch. Ihm sei klar geworden, dass die Beraterinnen eine sehr schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe haben. An Andrea Lang überreichte er eine Spende von 300 Euro.

„Wir sind froh, dass wir in Kemnath das Familienzentrum Mittendrin haben“ betonte der Bürgermeister. Nach dem Umbau des ehemaligen Lenzbräu-Gebäudes zum Bürgerhaus soll es dort untergebracht werden und einen barrierefreien Eingang erhalten.

Es gibt ganz unterschiedliche Arten, Menschen in Not zu helfen.

Erbendorf
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