19.05.2020 - 16:08 Uhr
KemnathOberpfalz

Beten um Feldfrüchte

Drei Tage vor Christi Himmelfahrt beginnen nach alter christlicher Tradition die Bitttage. Da zieht das gläubige Volk in Prozessionen betend durch die Fluren und Felder, um den Segen Gottes für die Früchte der Erde zu erflehen.

Nicht in der Oberndorfer Filialkirche, sondern am Läufer-Kreuz feierte Stadtpfarrer Thomas Kraus einen Bittgottesdienst.
von Josef ZaglmannProfil

Wegen der Corona-Pandemie mussten heuer die Bittgänge ausfallen. Stattdessen lud Stadtpfarrer Thomas Kraus in verschiedenen Ortschaften zu sechs Bittgebeten mit Wettersegen ein. Die begannen bereits am Sonntag, 17. Mai, um 15.30 Uhr an der Kapelle in Kuchenreuth für Kuchenreuth und Schwabeneggaten und um 16 Uhr am Glockenstuhl in Höflas für Höflas, Oberndorf und Schlackenhof.

Am Montag, 18. Mai, war um 18.30 Uhr ein Bittgebet am Marterl beim Treff Sonnenblume in Neusteinreuth für Neusteinreuth, Schönreuth, Lichtenhof und Anzenberg. Am Dienstag, 19. Mai, war um 19 Uhr ein Bittgebet für Berndorf an der Kapelle in Berndorf und um 19.30 Uhr ein Bittgebet für Kötzersdorf, Haunritz, Bleyer und Neuwirtshaus an der Kapelle in Haunritz. Für Kaibitz und Lindenhof war am dritten Bitttag, Mittwoch, 20. Mai, ein Bittgebet an der Kapelle in Kaibitz. Die Bittmesse in der kleinen Filialkirche in Schönreuth wurde nichtöffentlich gefeiert.

Am Montag zelebrierte Stadtpfarrer Thomas Kraus um 19.30 Uhr am Läufer-Kreuz eine Bittmesse. "Aus der Notlösung eines Bittgottesdienstes im Freien, weil die Oberndorfer Kirche zu klein ist, wird vielleicht doch ein Segensmoment unter dem restaurierten Läuferkreuz für uns", hoffte der Geistliche. "Wegkreuze, Marterl und Bildstöcke wurden nicht nur zur Verschönerung aufgestellt", betonte der Pfarrer, "sie sind Ausdruck eines lebendigen Glaubens".

Alles Leben sei letztlich ein Geschenk. "So bleiben wir angewiesen aufeinander und erst recht auf die Hilfe Gottes", so Kraus. "Das sollen wir bei dieser Flurmesse mit allen Sinnen spüren." Der Mensch säe und er könne ernten. Wachstum und Fruchtbarkeit seien allein ein Geschenk des Schöpfers. "In dieser schweren Zeit sollen wir auf die Grundlagen unseres Lebens schauen und uns besinnen, dass der lebendige Gott der Grund allen Seins ist", forderte Thomas Kraus die Gläubigen auf.

"Wir wollen Gott alles ans Herz legen, was uns in diesen unsicheren Tagen innerlich bewegt" fuhr er fort. Wer bete, bitte und danke, der finde Wege zu Gott, zu seinen Mitmenschen und zu sich selbst. Nicht jede Bitte werde erfüllt werden. Aber es ergäben sich im Gebet immer wieder neue Hoffnungshorizonte und Wege. "Guter Gott, wir bitten dich um das Gedeihen der Feldfrüchte, um eine gerechte Verteilung der Ernten und um Nahrung für alle Menschen auf der Erde", "Wir bitten für unsere Fluren, Gärten, Gewässer und den Wald" und "Wir bitten, dass wir vor Katastrophen und Unwettern verschont bleiben" waren drei der sieben Fürbitten, die Mesnerin Marlene Weichs-Koller vortrug.

Mit dem Lied "Freu dich, du Himmelskönigin" endete die bewegende Bittmesse im Freien. Anschließend segnete Stadtpfarrer Thomas Kraus das restaurierte Kreuz. Gestaltet wurde es von Marianne Zaus, die Unkosten übernahm Michael Hautmann aus Kötzersdorf.

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