22.05.2019 - 16:10 Uhr
KemnathOberpfalz

Bläser und Orgel in Balance

Mit strahlenden Bläser- und majestätischen Orgelklängen erfreute das Ensemble Nopf Brass die zahlreichen Zuhörer beim festlichen Konzert in der Stadtpfarrkirche. Das Bläserquintett gastierte zum ersten Mal in Kemnath.

Josef Neubauer, René Pascal Bauer, Patrick Oroudji, Jonas Bäumler, Johannes Kellermann und Walther Thurn (von links) spielten sich in die Herzen der Zuhörer beim Kirchenkonzert in der Kemnather Stadtpfarrkirche.
von Josef ZaglmannProfil
René Pascal Bauer, Josef Neubauer, Patrick Oroudji, Walter Thurn, Jonas Bäumler und Johannes Kellermann (von links) spielten sich in die Herzen der Zuhörer beim Kirchenkonzert in der Kemnather Stadtpfarrkirche.

2014 haben fünf talentierte Blechbläser zusammengefunden und sich aufgrund ihrer Herkunft aus der nördlichen Oberpfalz den Namen Nopf Brass gegeben. Mit dem in Kemnath bestens bekannten Organisten Walter Thurn musizierten René Pascal Bauer, Johannes Kellermann (beide Trompete), Josef Neubauer (Horn), Jonas Bäumler (Posaune) und Patrick Oroudji (Tuba). Die sechs Musiker boten eine musikalische Zeitreise durch verschiedene Epochen.

Ob mit majestätischer Klangfülle oder verhalten lyrischen Klängen - die Instrumentalisten fühlten sich in jeder Musikrichtung zu Hause und spielten mit einer bewundernswerten intonatorischen Reinheit und Musikalität. Sehr rasche Passagen mit Spitzentönen meisterten sie ebenso problemlos wie ruhige Melodien mit ausgedehnten Legatolinien.

Schon bei ihrem ersten Musikstück auf der Empore lauschten die Zuhörer ganz gebannt. "Grand Choeur Dialoque" des französischen Organisten und Komponisten Eugène Gigout war ein imposantes Eröffnungswerk mit wuchtigen Akkorden und schwierigen Modulationen. Nachdem die Bläser vor den Volksaltar Aufstellung genommen haben, wechselten sie musikalisch in das 17. Jahrhundert. Von den "Six Pieces" von Johann Christoph Pezel brachten sie fünf zu Gehör. "Jeder von uns hat sich sein Lieblingsstück ausgesucht" scherzte Oroudji, der als Moderator gekonnt durch das Programm führte.

Mit dem franko-flämischen Komponisten Tylman Susato gingen die Musiker noch weiter in die Musikgeschichte zurück. Bei seinen "Renaissancetänzen" glänzten sie durch rhythmische Genauigkeit und eine ausgewogene Klangbalance. Bei der mitreißenden "Battle Suite" von Samuel Scheidt traten die linke Seite (Trompete und Horn) und die rechte Seite (Trompete und Posaune) in einen musikalischen Wettstreit. "Ich stehe dazwischen und muss mich für eine Seite entscheiden", meinte der Tubaspieler.

Im zweiten Teil dieses Kirchenkonzertes wagte sich das Quintett an moderne Stücke. Dabei stellten sie ihre musikalische Wandlungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis. Von dem zeitgenössischen Komponisten Christ Hazel brachten sie zwei Stücke zu Gehör. "Kraken" war rhythmisch sehr bewegt, "Mr. Jums" dagegen sehr ruhig und getragen.

Bekannte Melodien wie "Summertime" und " I got Rhythm" hat der amerikanische Komponist George Gershwin in seine Komposition "Four Hits for Five" mit einfließen lassen. Auch Noel Rawsthorne hat in seiner "Hornpipe Humoresque" verschiedene klassische Stücke von Antonio Vivaldi, Charles-Marie Widor und Johann Sebastian Bach zu einer beeindruckenden Komposition verarbeitet. Einige Zuhörer hörten sogar "Rule Britannia" heraus.

Mir drei Solostücken brachte Walter Thurn die Klangfülle der Sandtner-Orgel voll zur Geltung. Aus der Kantate "Wir danken dir, Gott, wir danken dir" spielte er die Orgelbearbeitung der Sinfonia und aus einer Orgelsonate des Romantikers Josef Gabriel Rheinberger die sehr ruhige und getragene "Cantilene". Bei der "Entrada Festiva" von Flor Peeters vereinigten sich die mächtigen Orgel- und die strahlenden Bläserklänge zu einem wunderbaren Gesamtklang.

Die Zuhörer waren begeistert und bedankten sich mit Ovationen für ein unvergessliches Konzerterlebnis. Als der Beifall nicht enden wollte, gab es noch zwei Zugaben. Walter Thurn spielte den Marsch aus dem "Gelegenheits-Oratorium" von Georg Friedrich Händel und das Bläserquintett stimmte die Pop Ballade "Only you" an.

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