15.03.2019 - 16:30 Uhr
KemnathOberpfalz

Brot und Preise

Auch in der Region zwischen Erbendorf und Kemmath kämpfen die Handwerksbäckereien mit den steigenden Rohstoff- und Energiepreisen. Einige mussten daher ihre Preise schon leicht erhöhen – aber nicht alle.

Das Juniorchef-Team beim „Bäcker Adl“ in Kemnath: Stefan und Susanne Krauß.
von PMLProfil

Die Preise von Brot, Semmeln und anderen Backwaren sind in den vergangenen Wochen und Monaten in Bewegung geraten. Auch bei den Handwerksbäckereien im Raum Erbendorf und Kemnath mussten manche schon leicht an der Preisschraube drehen.

Die Gründe, die große und kleine Bäckereien dafür nennen: gestiegene Beschaffungspreise für Rohstoffe, für Energie und höhere Personalkosten. Einige Kollegen hätten bereits im Herbst die Preise angehoben, andere Anfang des Jahres, weiß Wolfgang Schmid aus Kulmain. Der Obermeister der Bäckerinnung Nordoberpfalz kündigt für sein Geschäft zum 1. Mai ein "humane Erhöhung" an. Ein Zwei-Pfund-Brot wird dann 20 Cent teurer, das Plundergebäck wird statt 1,10 entweder 1,15 oder 1,20 Euro kosten. "Das ist kein Riesenschritt", sagt Schmid.

Auch der "Reuther Dorfbeck", Manuel Neugirg, erklärt: "Wir können mit dem Preis auch nicht immer stehenbleiben. Mitte 2018 mussten wir die Preise beim Brot einmal anheben, aber die sechs Jahre davor waren die immer gleich geblieben." Neugirg begründet seine moderate Preisanpassung ebenfalls mit den höheren Rohstoff- und Energiepreisen der vergangenen Jahre: "Deswegen sind wir beim Brot um 15 Prozent rauf gegangen, damit die Preise für die nächsten Jahre wieder bleiben können. Jetzt kostet ein Pfund Mischbrot 1,50 Euro und das Doppelpfünder gerade mal 2,90 Euro."

Bei den meisten anderen Artikeln im Verkaufsraum habe sich der Preis aber schon länger nicht verändert, auch wenn besonders Milchprodukte im zurückliegenden Jahr in der Beschaffung deutlich teurer geworden seien: "Quark, Milch, Käse hat alles deutlich angezogen". Weitere Preissteigerungen seien nicht geplant - zumindest solange es sich vermeiden ließe. Lediglich bei den Saisonartikeln für Weihnachten und Ostern würde jedes Jahr etwas angepasst.

Die großen Bäckereien Schaller und Kutzer haben im Herbst Preisaufschläge vorgenommen, Brunner bereits im Frühjahr 2018. Bei allen drei Firmen seien derzeit keine weiteren Aufschläge geplant, wurde auf Anfrage mitgeteilt.

Anders sieht es zur Zeit noch bei der Kemnather Traditionsbäckerei "Bäcker Adl" aus. Juniorchef Stefan Krauß, Bäcker in der 14. Generation, hat den Betrieb im Januar übernommen und "da haben wir teilweise sogar noch zehn Prozent Rabatt auf unsere Produkte gegeben". Preissteigerungen seien in den zurückliegenden Jahren ebenfalls nicht nötig gewesen und auch für die Zukunft soll sich das nicht ändern. "Bei uns bleiben die Preise", ist sich Krauß sicher.

Sein Konzept: "Wir schauen, dass am Abend wenig über bleibt. Wenn tagsüber was ausgeht, backen wir laufend nach, und wenn es um 16 Uhr trotzdem mal etwas nicht mehr gibt, ist das halt so." Darüber hinaus halte er seine Lieferkosten gering, indem er bei regionalen Firmen einkaufe. "Ich kann vom Preis her ganz anders agieren als die Großen", erklärt Krauß. Aber auch er sieht inzwischen die Probleme der steigenden Rohstoffpreise: "Ich muss halt schauen, dass ich immer hinkomme, aber ich mache das meiner Kundschaft zuliebe." Angemerkt

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