22.03.2019 - 16:43 Uhr
KemnathOberpfalz

Bürgerservice in Weiß und Grau

Dach und Außenfassade des Rathauses am Kemnather Stadtplatz machen schon einiges her. Doch drinnen wuselten dieser Tage noch Handwerker durch die Gänge und Zimmer. Bürgermeister Werner Nickl versichert dennoch: "Wir werden umziehen."

Rathaus Kemnath: Noch Sand in die Pflasterfugen - und der Außenbereich, der für die Barrierefreiheit angehoben wurde, ist so gut wie fertig.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Die Verwaltungsmitarbeiter von Stadt und Verwaltungsgemeinschaft Kemnath werden am Montag, 25. März, ihre Sachen in der Wunsiedler Straße zusammenpacken und zurück zum sanierten Rathaus am Stadtplatz bringen. Rund zweieinhalb Jahre war das "Ganssmüller"-Gebäude ihr Arbeitsplatz. Und "für den Übergang eine akzeptable Lösung", meint Roland Sächerl von der Bauverwaltung.

Fünf Tage sind für den Umzug eingeplant. "In dieser Zeit ist kein Parteiverkehr möglich", kündigt Nickl an. Es werde aber ein Notbetrieb aufrecht erhalten. Ab Montag, 1. April, soll dann wieder normaler Geschäftsbetrieb herrschen. Damit dies klappt, sei jede Abteilung für sich verantwortlich, erklärt Kämmerer Roman Schäffler. Für sie gebe es eine festgelegte Reihenfolge. Im Gegensatz zum Auszug im Herbst 2016 sei jetzt der "Vorteil, dass wir nur die Akten mitnehmen müssen". Besonders viele hat das Bauamt. "Das wird der größte Akt beim Umziehen", schätzt dessen Leiter Sächerl.

Am künftigen/alten Standort stehen bereits die neuen Schreibtische in den Büros. Allesamt höhenverstellbar, betont Schäffler. Die dazugehörigen Stühle und die für den Sitzungssaal lagern derweil im Dachgeschoss. "Alle Arbeitsplätze sind ergonomisch ausgestattet", ergänzt Sächerl. Überall im Haus gebe es LED-Beleuchtung, die für genügend Helligkeit sorgt. "Wir haben geschaut, dass alles up to date ist", hebt Nickl hervor.

Rund 5,5 Millionen Euro sind in die Generalsanierung des Einzeldenkmals geflossen. 3,1 Millionen Euro davon stammen aus Mitteln der Städtebauförderung, des Kommunalen Investitionprogramms sowie des Denkmalschutzes.

Das nun auch über einen neuen seitlichen und höhenfreien Zugang erreichbare Erdgeschoss beherbergt alle publikumsintensiven Abteilungen wie Bauamt (4 Zimmer), Einwohnermeldeamt (3 Räume) und Kfz-Zulassungsstelle (1 Raum mit Nebenzimmer). Bei Letzterem gebe es eine "neue Situation", erläutert Nickl. Die bisherigen "Guckfenster" seien einem zentralen Schalter mit drei Beratungsstellen gewichen.

Der Zulassungsstelle gliedert sich der Sitzungssaal an. Dieser sei durch eine teilweise Verglasung der Wand von außen besser einsehbar, erläutert der Rathauschef. Auf drei Bildschirmen können einmal Präsentationen während einer Stadtratssitzung von jedem Platz der Gremiumsmitglieder verfolgt werden. Die Technik dafür nimmt ein fest eingebauter Tisch auf, der zudem über Anschlüsse für Smartphones oder Laptops verfügt. Eine Lautsprecheranlage überträgt Besprechungen auch ins Foyer davor, ein in eine Garderobe integriertes Display lässt die Besucher ebenfalls visuell dabei sein. Zudem werden Bildschirme in den Wartebereichen über aktuelle Themen informieren.

Wie im Erdgeschoss mit dem möblierten Foyer, um laut Nickl "den Aufenthalt angenehmer zu machen", ist auch im Obergeschoss der Flurcharakter aufgebrochen. Dort befinden sich sein Büro mit angegliedertem Besprechungszimmer für 14 Personen samt interaktivem Smartboard, das Zimmer des Geschäftsleiters, die Kämmerei (4 Räume) und ein Besprechungszimmer für die Hauptverwaltung sowie das Stadtmarketing. Dazu kommt unter anderem noch ein Sprechtagszimmer des Landratsamtes.

Wie Schäffler ausführt, sind in allen "repräsentativen Räumen" massive Holzdielen (Eiche mittelbraun) verlegt. Der Granitsteinboden blieb im Erdgeschoss sowie im Büro des Kastler Bürgermeisters im Obergeschoss, was "historisch" begründet sei, erklärt dessen Kemnather Amtskollege. Beim Dachgeschoss fiel die Wahl auf Linoleum. Dort hätte er gerne noch einen Aufenthaltsraum untergebracht, was aber aufgrund der Deckenhöhe nicht möglich gewesen sei. Ebenso hätte er sich für den Treppenaufgang dorthin eine modernere Variante gewünscht. Doch da es sich beim Gebäude um ein Einzeldenkmal handle, musste dem Rechnung getragen und die neue Treppe der alten nachempfunden werden.

Beide erhalten, um der Forderung nach Barrierefreiheit nachzukommen, an den Handläufen noch Hinweise in Blindenschrift für Sehbehinderte. Auch wird im Erdgeschoss ein entsprechendes Pult aufgestellt. Ein neu eingebauter Fahrstuhl fährt hinauf bis zum Dachgeschoss. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Schallschutz, wofür die Stadt ein extra Gutachten erstellen ließ. Da in den Zimmern oft Vertrauliches besprochen werde, seien Absorber eingebaut und die Türen entsprechend ausgebildet worden, erzählt Schäffler

Vorherrschender Grundton im vollständig energetisch sanierten Komplex ist Weiß. Fenster, Türen und -schilder sowie Treppen sind in Licht- beziehungsweise Taubengrau gehalten. "Wir haben nicht groß mit Farben operiert", es sei alles schlicht gehalten worden. Alles orientiere sich am neuen Stadtlogo, das demnächst vorgestellt werden soll, führt Nickl aus.

"Alles was gegangen ist, ist beschränkt (regional) ausgeschrieben worden", berichtet Sächerl. Er sowie der Bürgermeister und Schäffler loben die Arbeit der Firmen. Dass sich der Umzug verzögert habe, sei deren Auftragslage geschuldet, betont der Hausherr. "Der Zeitplan war etwas zu eng gesteckt", dies sei aber das "einzige Problem gewesen" - zumindest das einzige, von dem Nickl erfahren habe, fügt Sächerl augenzwinkernd an.

Info:

Kein Anschluss unter alten Nummern

Nicht nur die Einrichtung der Verwaltung ist neu, auch die Telefonnummer der Mitarbeiter ändern sich. Wie Andrea Stauber mitteilt, wird werden am Montag, 25. März, der neue Server und eine neue Telefonanlage installiert. Dadurch ändern sich auch die Rufnummern der Beschäftigten, die ab Montag, 1. April, gelten. Stauber, die sich bei der Verwaltungsgemeinschaft um den Internetauftritt kümmert, wird dieses Wochenende auf der Startseite eine pdf-Datei mit den dann geltenden Durchwahlnummern veröffentlichen.

Info:

Am 11. Mai Tag der offenen Tür

Zwar steht das sanierte Rathaus den Bürgern bereits ab 1. April offen, die offizielle Eröffnung ist allerdings erst an einem Tag, an dem die Verwaltung eigentlich geschlossen ist, nämlich am Samstag, 11. Mai. Dann ist auch deutschlandweit der Tag der Städtebauförderung 2019, aus deren Topf auch Mittel in die Sanierung des Gebäudes am Stadtplatz geflossen sind. Die Bürger sind dann natürlich eingeladen, sich in den Räumen einmal umzusehen. Zugleich wird „30 Jahre Städtebauförderung in Kemnath“ gefeiert. Wie Bürgermeister Werner Nickl mitteilt, wird dazu der entsprechende große Bildband vorgestellt.

Rathaus Kemnath
Rathaus Kemnath: Noch sieht man, ob Bürgermeister Werner Nickl (hinten) in seinem Büro ist. Eine Holzwand wird es aber demnächst vom Vorzimmer, wo Roland Sächerl und Roman Schäffler (von links) Bauuntelagen durchgehen, trennen.
Rathaus Kemnath: Original und Kopie: Aus Gründen des Denkmalschutzes musste die Treppe ins Dachgeschoss (links) dem Aufstieg ins Obergeschoss nachempfunden werden.
Rathaus Kemnath: Hereinspaziert: Bürgermeister Werner Nickl öffnet am 11. Mai für die Bürger die dann neue Tür des Rathauses.
Rathaus Kemnath: Kämmerer Roman Schäffler, Bürgermeister Werner Nickl, Stefan Mälzer vom Landratsamt und Bauamtsleiter Roland Sächerl (von links) begutachten die Arbeiten im Sitzungssaal. Dort sowie im restlichen Rathaus laufen an diesem Wochenende Reinigungsarbeiten.
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