09.01.2020 - 13:43 Uhr
KemnathOberpfalz

Chormusik für schönen Orgelklang

Ovationen gab es nach dem Konzert in der Kemnather Stadtpfarrkirche. Sie galten dem Vokalensemble ChorDiSono aus Weiden. Die Sängern hatten sich bereit erklärt, für die Generalsanierung der Kirchenorgel ein Benefizkonzert zu geben.

Das Vokalensemble ChorDiSono begeisterte die Zuhörer beim Benefizkonzert in der Kemnather Stadtpfarrkirche.
von Josef ZaglmannProfil

Stadtpfarrer Thomas Kraus dankte für die Bereitschaft, ohne Gage zu singen und die freiwilligen Spenden für die "Königin der Instrumente" zur Verfügung zu stellen. "Die Orgelbaufirma Bäumler aus Rothenstadt wird schon in der nächsten Woche mit der Generalüberholung beginnen", gab er bekannt. Er freute sich, dass so viele Zuhörer gekommen waren, um mit diesem Konzert die Weihnachtszeit ausklingen zu lassen.

Leiter Alexander Meiler und seinen Sängern gelang es hervorragend, mit erlesener Chormusik aus verschiedenen Epochen die Zuhörer über eine Stunde lang musikalisch durch die Weihnachtszeit zu begleiten. Bekannte und weniger bekannte Lieder wechselten in dem recht anspruchsvollen Programm ab.

Ab in den Schlitten

Mit dem Chorsatz "The Ground", dem Sanctus aus der "Sunrise Mass" des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo und den a capella gesungenen "Fröhliche Weihnacht überall", "Zu Bethlehem geboren" und "Es ist ein Ros entsprungen" schaffte das Ensemble gleich einen stimmungsvollen Einstieg. Etwas flotter und internationaler ging es weiter mit Werken aus England und Irland. Nach der musikalischen Schlittenfahrt ("Sleigh Ride") und dem Besuch des Nikolaus' ("Santa Claus is coming to Town") stimmten die sieben Sängerinnen und fünf Sänger "Did you hear what I hear" an.

Ungewohnte Akkorde und Rhythmen erzeugten bei "What child is this?", basierend auf der Melodie des Volksliedes "Greensleeves", eine ganz eigene, recht ungewöhnliche Stimmung. Das traf auch auf "I saw three ships" zu. Bei "God rest you merry gentlemen" ("Gott mache euch froh, meine Herren") ging es um die Heiligen Drei Könige, die unterwegs zu einer Rast eingeladen werden. Dabei beschränkte sich Pianist Wolfgang Dirscherl nicht nur auf eine leise Begleitung, sondern übernahm eine ganz eigenständige Rolle. Zwischendurch trug Christian Kick Gedichte und Geschichten vor. Innig und beseelt sang die Sopransolistin Uschi Steppert das "Et Misericordia" aus dem "Magnificat", dem Lobpreis Marias nach der Verkündigung der Geburt Jesu durch einen Engel. Anschließend besang Adrian Kapornyai die schönste Zeit des Jahres ("The most wonderful time of the year").

In zwei Versionen

Mit den mitreißenden Gospels "Go tell it on the Mountain" und "Have yourself a merry little Christmas" bewies der Chor, dass er auch diese Art von Liedern sehr gut singen kann. Im letzten Teil trug er "Quem pastores laudavere" in zwei verschiedenen Versionen vor. Mit "Joseph, lieber Joseph mein" und "Still, weils Kindlein schlafen will" rundete der Chor das Konzert ab. Dann gab der ehemalige Domspatz Meiler den Einsatz zum traditionellen Weihnachtslied "Adeste fideles" ("Herbei, o ihr Gläubigen"), bei dem alle mitsingen durften.

Beeindruckend waren der sehr homogene Klang des Ensembles auch bei exponierten Stellen, die gewissenhafte Textbehandlung, die dynamische Bandbreite innerhalb einzelner Liedstrophen und die hohe Musikalität aller Akteure. Mühelos erreichten die Soprane die Spitzentöne. Chorleiter Meiler, selbst als Tenorsänger im Dauereinsatz, führte sein Ensemble souverän mit einer sparsamen, aber sehr präzisen Zeichengebung über alle Klippen der oft recht vielschichtigen Partituren.

Basssänger Christian Kick erleichterte mit seiner Moderation den Konzertbesuchern das Verständnis der einzelnen Chorsätze. Ein Sonderlob gebührt den Chorsolisten Uschi Steppert, Adrian Kapornyai, Judith Peter und dem versierten Pianisten Wolfgang Dirscherl.

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