24.11.2020 - 14:55 Uhr
KemnathOberpfalz

Corona und das Christbaumgeschäft: Anbieter aus dem Landkreis Tirschenreuth geben Einblicke

Der Verkauf von Weihnachtsbäumen ist bereits im vollen Gange. Aber wie verändert die Corona-Pandemie den Baumkauf? Christbaumhändler im Landkreis Tirschenreuth antworten.

Lorenz Schön präsentiert stolz seine bayerischen Christbäume.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Der Weihnachtsbaum gehört zum Fest einfach dazu, daran kann auch die Corona-Pandemie nichts ändern. Im Gegenteil: Christbaumverkäufer im Landkreis Tirschenreuth gehen sogar davon aus, dass in diesem Jahr mehr Bäume verkauft werden.

"Experten vermuten, dass mehr Menschen sich einen Baum kaufen, weil sie Zuhause und nicht im Urlaub sind", sagt Lorenz Schön. In Schönficht bietet er seit 35 Jahren bayerische Christbäume aus dem eigenem Anbau feil. Für ihn hat sich durch die Corona-Pandemie nichts am Anbau oder der Pflege der Bäume verändert. "Ich arbeite meist alleine, oder bekomme Hilfe von der Familie", erzählt er. "Da müssen wir nicht auf den nötigen Abstand achten." Größere Probleme bereitete ihm die "kalte Sophie", die im Mai bei vielen seiner Nadelbäume Frostschäden verursacht hat. Die jungen Triebe werden an dieser Stelle welk, der Baum wächst dort nicht mehr weiter.

Preise auf Vorjahresniveau

Einen Teil seiner Bäume kauft Lorenz Schön von Anbaukulturen im Bayerischen Wald zu. "Bei den Verträgen wurde ein weiterer Lockdown berücksichtigt", erklärt Schön. Wäre es zu einer Situation wie im April gekommen, hätte er von seiner Bestellung zurücktreten können. "Das wäre weder für mich, noch für die Händler schön gewesen", sagt er. Schließlich dauert die Verkaufssaison für Christbäume nur vier Wochen. Die Preise für seine Christbäume "bleiben aber unverändert", sagt er.

Auf Vorjahresniveau bewegen sich auch die Preise für Tannenbäume im Hagebaumarkt Danhauser in Kemnath. Dort verkauft Karin Pimmler seit über 25 Jahren Christbäume in allen Höhen und Breiten. Bis auf die Mund-Nase-Bedeckung läuft der Verkauf wie in den Jahren zuvor ab. "Zwar verkaufen wir die Bäume im Außenbereich, die Maskenpflicht gelte aber auch hier", sagt sie. Auch für die Kunden von Lorenz Schön gilt auf dem Verkaufsgelände die Maskenpflicht. Um Begegnungen zu vermeiden gibt Lorenz Schön die Laufrichtung, zudem gibt es an der Kasse Desinfektionsmittel.

Baumkauf per Drive-in

Eine neue Art, um einen Christbaum zu kaufen, gibt es in diesem Jahr auf dem Tannenhof der Familie Höcht in Fuchsmühl. "Wir bieten in diesem Jahr einen Drive-in-Baumverkauf an", sagt Stefanie Höcht. Mit einer Maske können die Bäume aber auch aus der Nähe betrachtet werden. Eine weitere Neuerung: Alle Nadelbäume sind bereits verpackt. "Preis und Größe sind ausgeschildert", so Höcht. "Jeder bekommt, was er haben will." In der Baumplantage können Kunden den Baum auch selbst schlagen - die Säge müssen die Kunden aber selbst mitbringen. "Sie müssen das Fällen ohne unsere Hilfe schaffen", sagt Höcht. Um Wechselgeld zu vermeiden, verkauft Stefanie Höcht alle Christbäume zu geraden Preisen. "Es sind ungewöhnliche Zeiten. Wir versuchen, es so zu machen, dass es für jeden gut ist", sagt sie.

Blautanne gegen Katzen

Unumstrittener Favorit ist seit vielen Jahren die Nordmanntanne. "Sie zeichnet sich durch einen gleichmäßigen Wuchs und weiche Nadeln aus", erklärt Karin Pimmler. Die Nadeln im satten Grün zeichnen sich durch besonders lange Festigkeit aus. Blaufichten bietet der Baumarkt in Töpfen an. "Die Nadeln der Blaufichte können kräftig grün, aber auch blaue Nuancen haben", so Pimmer. Die Bäume verbreiten einen angenehmen Duft, allerdings verlieren sie schneller die stacheligen Nadeln.

Einen besonderen Duft zaubern auch zwei besondere Nadelbäume von Stefanie Höcht ins Wohnzimmer. Die Nobilis-Tanne verbreitet einen besonderen Kräuterduft, während von der Kolorado-Tanne eine Zitronennote ausgeht. Um Katzen oder Hunde vom Weihnachtsbaum fernzuhalten, entscheiden sich viele Haustierbesitzer für die Blautanne. "Der besondere Geruch und die langen Nadeln am Stamm halten Hund und Katze auf Abstand", sagt Höcht.

Lorenz Schön und Alfons Höcht führen über ihre Christbaum-Plantagen

Schönficht bei Plößberg
Gärtnerin Karin Pimmler verkauft seit 25 Jahren Christbäume im Hagebaumarkt Kemnath.
Hintergrund:

Den Christbaum richtig pflegen

  • Wer den Baum nicht gleich aufstellen möchte, sollte ihn in einem Eimer Wasser an einem schattigen Platz lagern. Die Garage oder eine Scheune sind nicht der richtige Lagerplatz. Dort ist es für den Baum zu trocken.
  • Vor dem Aufstellen sollte der Baum frisch angeschnitten werden. Der Stammt nimmt so das Wasser länger auf und verlängert die Lebensdauer des Baumes deutlich.
  • In der Wohnung sollte der Christbaum nicht vor dem Ofen oder der Heizung aufgestellt werden. Ist der richtige Platz gefunden, wird das Transportnetz von oben nach unten aufgetrennt. Dann die Zweige aushängen lassen, bis der Baum seine natürliche Form wieder annimmt.
  • Regelmäßiges Gießen und ein stabiler Wasserstand sind von Beginn an notwendig. Dafür genügt es, den Christbaumständer mit Leitungswasser zu befüllen.
  • Christbäume, die im Topf verkauft werden, sollten etwas alle zwei Tage mit kaltem Wasser gegossen werden. Vor dem Gießen mit den Fingern überprüfen, ob die Erde doch noch feucht genug ist.

 

 

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