13.11.2019 - 11:01 Uhr
KemnathOberpfalz

Diagnose ist schwierig

Im Familienzentrum Mittendrin in Kemnath kam die Selbsthilfegruppe Zöliakie zusammen.

Kerstin Haid, Sheila Finnie und Ulrike Möller (stehend, von links) leiteten das Treffen der Selbsthilfegruppe Zöliakie im Familienzentrum Mittendrin.
von Josef ZaglmannProfil

Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder der DZG (Deutsche Zöliakie Gesellschaft) Zöliakie Selbsthilfegruppe Bayreuth-Weiden im Familienzentrum Mittendrin. Außerdem gibt es zum Erfahrungsaustausch monatliche Treffen an verschiedenen Orten im Einzugsgebiet. Einmal im Jahr steht ein Koch- und Backkurs auf dem Programm. Kerstin Haid, Sheila Finnie und Ulrike Möller betreuen die Gesprächsgruppe. Sie informieren ihre Leidensgenossen über Einzelheiten ihrer Erkrankung. Oft kommen auch die Ehepartner mit, denn diese Erkrankung betrifft die ganze Familie. "Hilfe zur Selbsthilfe" ist das Ziel dieser Treffen. Den Betroffenen soll das Leben mit Zöliakie erleichtert werden.

"Eine glutenfrei Ernährung heißt aber nicht Verzicht auf Genuss", erklärte Ulrike Möller. Es gebe viele Ersatzprodukte wie Mais, Reis, Hirse, Soja oder Buchweizen. Darüber hinaus bieten viele Hersteller ein breites Sortiment glutenfreier Produkte und Spezialitäten an. Auch die Gastronomie stelle sich immer stärker auf die Bedürfnisse von Zöliakie-Betroffenen ein.

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Sie beruht auf einer Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, das vor allem in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vorkommt. Im Dünndarm wird die Nahrung in ihre Bestandteile zerlegt, die über die Dünndarmschicht in den Körper gelangen. Bei Zöliakie-Patienten führt Gluten zu einer Entzündung der Darmschleimhaut.

"Zöliakie hat viele Gesichter", betonte Kerstin Haid, "die Symptome sind sehr vielfältig." Deshalb dauere es oft lange, bis die richtige Diagnose gestellt wird. "Durchfall ist das klassische Symptom. Aber auch Eisenmangel, Wesensveränderungen wie Unzufriedenheit oder Weinerlichkeit, stagnierendes Wachstum bei Kindern oder in späteren Jahren Schlaflosigkeit, Müdigkeit oder Depressionen sind mögliche Anzeichen für Zöliakie. Diese Krankheit kann in jedem Alter auftreten. Aktuelle Expertenschätzungen gehen davon aus, dass etwa jeder 250. Bundesbürger Gluten nicht verträgt." "Die von dieser Autoimmunerkrankung Betroffenen müssen sich ihr ganzes Leben lang glutenfrei ernähren", betonte Sheila Finnie, "das ist im Alltag nicht leicht."

Beim Treffen im Familienzentrum ging es recht gemütlich zu. Zum Kaffeetrinken hatten einige glutenfreien Kuchen mitgebracht. Der schmeckte allen prima.

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